Dienstag, 26. Januar 2010

Kommerziell: Faust

Faust – Die sieben Spiegel der Seele

Dreamland war einmal ein gut besuchter Vergnügungspark, doch als es zunehmend Verbrechen und Vermisstenfällen gab, war die Regierung gezwungen ihm die Pforten zu schließen. Ein alter Mann mit Gedächtnisverlust, Marcellus Faust, trifft in diesem Park auf Mephisto, der ihm den Auftrag erteilt die verstorbenen Mitarbeiter von Dreamland zu "besuchen" um deren Sünden gegen deren Tugenden abzuwägen. Es muss endlich eine Entscheidung getroffen werden, wer in die Hölle gehört und wer in den Himmel. In der Rolle von Marcello dringen wir in die tiefsten Erinnerungen dieser sieben Seelen ein und erfahren von ihren Sünden und ihren Bündnissen mit Mephisto. Und das ist nicht weniger interessant, als es sich anhört. Zwar hatte ich anfangs definitiv Probleme richtig ins Spiel hereinzukommen, doch das hat sich mit der Zeit gelegt. Man muss sich zunächst einmal daran gewöhnen, dass es sich hier um eine Aneinanderreihung von Episoden handelt, wenngleich jede davon zu einem klaren Gesamtzusammenhang zählt. Der Humor kommt dabei nicht zu kurz, auch wenn wir es zusätzlich oft mit traurigen Momenten zu tun haben, die sich gut in die tiefsinnige Handlung einfügen. In den Episoden beleuchten wir nacheinander die Vergangenheit eines siamesischen Zwillingspärchens, eines frauenverführenden Malers, eines tyrannischen Tigerdompteurs, der schwersten Frau der Welt und anderer skurriler wie interessanter Charaktere.


Die Rätsel waren mir teilweise zu komplex, einige waren dagegen eher lösbar. Zu leicht ist es meiner Meinung nach definitiv nicht. Im guten Mittelmaß bewegt sich die Spiellänge, also nicht zu kurz und nicht zu lang. Grafisch gefiel es mir ganz gut, die Animationen der Figuren fand ich besonders gelungen, vor allem war es immer wieder nett Mephisto beim Gestikulieren zuzusehen. ;-) In der heutigen Zeit kommt uns die Grafik allerdings sicher alles andere als ausgereift vor, schon allein wegen der vielen Pixel. Ein besonderes Lob bekommt die Musikuntermalung, die in der Regel klassisch und mit Gesang versehen ist, sich aber gut in die Szenen einfügt und eher atmosphärisch als nervig ist. Zudem möchte ich an dieser Stelle nochmal den durchaus schönen Soundtrack mit Ohrwurmcharakter (im positiven Sinne) erwähnen. Und das abschließende Lob gibt es dafür, dass es problemlos unter XP läuft. ;-)


Produzent: Cryo, Arxel Tribe
Jahr: 1999
USK: 16

1 Kommentar:

  1. Da hast Du wieder ein Spiel herausgesucht, dass auch mir gefallen hat. Wenn ich auch die Rahmenhandlung nicht so ganz verstanden habe, fand ich die einzelnen Geschichten und Rätsel gut. Und sogar mit einem deutschen Musiktitel! Da habe ich wirklich gestaunt!
    Burchi

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