Donnerstag, 4. Februar 2010

Kommerziell: Rendezvous im Weltraum

Rendezvous im Weltraum


Rendezvous im Weltraum
(im Original „Rama“) ist ein Sierra-Klassiker, der auf dem Rama-Zyklus des berühmten Science Fiction-Autoren Arthur C. Clarke (in Zusammenarbeit mit Gentry Lee) basiert. Als großer Fan des 2008 verstorbenen „SF-Großmeisters“ wird es für mich natürlich höchste Zeit einen Blogeintrag dazu zu verfassen.

In unserem Sonnensystem taucht ein gigantisches Raumschiff auf und wir haben keine Ahnung, wer es geschaffen hat und warum es hier ist. Also begeben wir uns als Astronaut in diese „Rama“ genannte künstliche Welt um nach und nach ihre Geheimnisse zu lüften. Die Welt aus den Clarke-Romanen wurde hier sehr gelungen nachgestellt, es macht Spaß sie zu erkunden, vor allem, wenn man anspruchsvolle Science Fiction mag. Die Grafik ist noch heute schön anzusehen, störend wirken lediglich die etwas verpixelt in die Szenenbilder eingefügten Schauspieler. Mit den anderen Mitgliedern des Forschungsteams hat man jedoch nicht allzu oft zu tun, meistens erforschen wir auf eigene Faust die Umgebung, nur ab und zu meldet sich mal ein Kollege zu Wort. Nebenbei treffen wir auf Bioten - fantastische Maschinen, die z.B. Müll aufsammeln und meist in Insektenform auftreten -, die teilweise nicht ganz ungefährlich sind. Doch gerade das Sterben ist hier etwas Besonderes, da kurz danach Arthur C. Clarke höchstpersönlich auftaucht und uns über die Gefahren auf Rama aufklärt. Somit ergibt sich wieder ein Vorteil aus einem (mehr oder weniger-) Nachteil: Gäbe es in „Rama“ keine Schauspieler, hätte man keine Gelegenheit auf Clarke zu treffen, den wir als Fan auch in leicht verpixelter Form akzeptieren. ;-) Je tiefer wir in die Welt von Rama vordringen, desto mehr unglaubliche Entdeckungen machen wir - und so bekommen wir immer mehr mit den Avianern, jenen vogelartigen Wesen, sowie mit den mysteriösen Oktopussen zu tun.

Kommen wir zu den negativen Punkten: „Rama“ ist voller mathematischer Aufgaben, die für „Normalsterbliche“ kaum lösbar sind. Mathematiker haben garantiert ihren Spaß mit dem Spiel, bei Leuten ohne jegliches mathematisches Verständnis wird dieser an einigen Stellen eher getrübt, wenn man z.B. an einer Reihe von Automaten mit ramanischen Zahlen und Farben rechnen und zunächst einmal herausfinden muss, dass hier Kenntnisse des Hexa- und des Oktadezimalsystems notwendig sind. Wer hier ähnliche Probleme hat wie ich, dem empfehle ich bei YouTube nach einem sehr hilfreichen englischen Video-Walkthrough zu „Rama“ zu suchen. Die Rätsel sind kreativ und gut durchdacht, aber eben oftmals frustrierend. Ein großes Lob bekommt die Musik, die mir gut gefallen hat und sich stimmungsvoll dem Science Fiction-Thema anpasst.

Nach dem Tod von Arthur C. Clarke ist nun der allerletzte Roman von ihm erschienen („Das letzte Theorem“) und was von ihm bleibt ist eine Menge guter Literatur, einige Verfilmungen seiner Werke, sowie eben dieses Adventure, bei dessen Entstehung er und Gentry Lee nicht ganz unbeteiligt waren…. ach so, ich schweife ab? Nun, was wollte ich noch gleich sagen? „Rendezvous im Weltraum“ is absolut spitze.

Zusatzinformation: Der Rama-Stoff wurde nicht nur von Sierra aufgenommen, viel früher gab es bereits ein Text-Adventure mit Grafiken, das den Titel „Rendezvous with Rama“ trug. Da Textadventures mit Bildern ebenfalls in die 1st person-Kategorie gehören, könnte es durchaus sein, dass wir das in Zukunft mal in diesem Blog wiederfinden werden.

Produzent: Sierra
Jahr: 1997

Kommentare:

  1. Ich habe irgendwo gelesen, dass dieses Spiel auf dem zweiten Teil des Rama-Zyklus, also "Rendevouz mit Übermorgen" beruht. Stimmt dies? Ich möchte dieses Spiel gerne spielen, aber vorher die Romanvorlage lesen, wobei ich erst Teil 1 hinter mir habe. Kann ich mir das Spiel sofort kaufen, oder sollte ich lieber ein wenig warten? Rama 2 steht sowieso ganz weit oben auf der "Bücher, die ich sobald wie möglich lesen möchte"-Liste ;)

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  2. Ich glaube ja...

    Aber 100%ig kann ich es dir nicht mehr sagen, weil es einfach eine Ewigkeit her ist, seit ich den Rama-Zyklus gelesen habe. Irgendwann werde ich die Romane wohl nochmal lesen.

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  3. Ja, das Spiel basiert auf dem zweiten Buch.
    Ich besitze die englische Special Edition vom Spiel, bei der zusätzlich zu einer Interview-CD (vielleicht ist die auch in der normalen Fassung dabei?) auch noch das Buch beiliegt.
    Man spielt ein zusätzliches Crew-Mitglied, das im Buch nicht vorkommt. Auch gerade beim Ende weichen Buch und Spiel voneinander ab.

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  4. Ich hab da wohl was Ähnliches, aber schon die deutsche Version. Eine Interview-CD gab es bei mir auch, ist wohl immer dabei. Bei mir war ebenfalls das Buch dabei, allerdings war das eindeutig das erste der Serie(!). Außerdem war noch so eine Kette mit Avianer-Anhänger drin. ;-)

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  5. Vielleicht ist das der Unterschied der englischen zur deutschen Special-Edition.
    Es war bei mir aber definitv der zweite Band (der aber eigentlich von Gentry Lee geschrieben wurde und bei dem Arthur C. Clarke nur beratend als Coautor tätig war.)
    Dafür gab's bei mir keinen Anhänger. :-/
    ;-)

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