Donnerstag, 25. Februar 2010

Kommerziell: Sherlock Holmes jagt Arsene Lupin

Sherlock Holmes 4: Sherlock Holmes jagt Arsene Lupin

Im vierten Teil der Sherlock Holmes-Reihe bekommen wir mit Arsene Lupin einen neuen Gegner, der ziemlich unberechenbar ist und sich trotz seiner vielen Hinweise scheinbar nicht schnappen lässt. Hier ein Bericht zu diesem gelungenen Krimi-Adventure.

Bisher hat sich der Franzose Arsene Lupin von niemandem aufhalten lassen und nun treibt er in London sein Unwesen. Diese Gelegenheit nutzt er um mit Holmes, von dessen detektivischem Können er offenbar schwer beeindruckt ist, einen Wettkampf zu veranstalten. Alles beginnt mit einem Brief des Meisterdiebes, in dem er seinen Gegenspieler mit einem Rätsel auf sein nächstes Ziel aufmerksam macht. Sherlock Holmes nimmt die Herausforderung selbstverständlich an und beginnt seine Ermittlungen zusammen mit Dr. Watson in der National-Galerie. Trotz aller Bemühungen gelingt es ihm nicht seinem Widersacher zuvorzukommen, somit stehen uns noch andere Anlaufstationen wie den Tower von London, das Museum und den Buckingham-Palast bevor. Lupin plant seine Einbrüche mit einer Genauigkeit wie kein anderer Verbrecher und wechselt ständig die Verkleidung. Oftmals haben wir unseren Erzfeind vor uns ohne es zu erahnen. Die Handlung ist spannend und amüsant und die Charaktere können überzeugen. Abwechselnd übernehmen wir die Rolle von Holmes und Watson, die sich nicht immer nur unterstützen – so begeht Watson ganz gerne mal einen kleineren oder größeren Fehler, der vielleicht nicht ohne Folgen bleibt. Zudem werden wir mit witzigen Ideen konfrontiert wie dem Schildkrötenrennen im Goldenen Löwen oder dem exquisiten Geschmack des königlichen Hundes.


Dadurch, dass uns der französische Einbrecher stets mit Gedichten versorgt, finden die Rätsel auf einem ähnlichen Niveau statt wie die großangelegten Untaten des raffinierten Ganoven. Folglich ist der Schwierigkeitsgrad weit oben angesetzt. Nach Lupins erfolgreich durchgeführten Aktionen versteckt er am jeweiligen Zugriffsort einen Haufen an Knobel-Briefen, die wir nach und nach auffinden, d.h. hat uns die Botschaft einer Lupin-Nachricht an den entsprechenden Platz (Gemälde, Statue, etc.) geführt, versteckt sich dort meist schon das nächste Zettelchen. Teilweise hat man dann evtl. irgendwann mal genug, vor allem im Museum scheinen diese Spielchen kaum ein Ende zu nehmen und man wird eine recht lange Zeit damit beschäftigt sein. Aber das ist Geschmackssache, ich hätte gerne etwas weniger davon gehabt um mal wieder das Gefühl zu haben wirklich voranzukommen. Inventar-Rätsel kommen natürlich ebenso vor und gelegentlich müssen wir ein kleines „Quiz“ absolvieren. Auf unseren Nachforschungen basierend sollen wir erraten bzw. schlussfolgern, was z.B. Lupin uns sagen wollte und müssen das Ergebnis über eine Art Texteingabe mit Bildschirmtastatur eingeben. Hierzu ein Tipp: Wenn man die Buchstaben nicht auf dem Bildschirm anklickt, sondern die Tastatur verwendet, geht es schneller. Auch die Steuerung kann mit Tastaturunterstützung erfolgen: Mit der Maus ist es möglich sich um 360° zu drehen und die 3D-Umgebung zu durchqueren, durch Doppelklicks können wir sogar rennen. Das normale Vorwärtsbewegen kann genauso über die Pfeiltasten geschehen. Daher fand ich die kombinierte Nutzung von Maus und Tastatur nützlich, die Steuerung funktioniert bei diesem Adventure also gut. Im Gegensatz zu anderen Holmes-Episoden ist hier kein Wechsel auf die 3rd person-Perspektive möglich, doch die regelmäßigen Besucher dieses Blogs werden damit wohl eher kein Problem haben. ;-) Sehr schön ist die 3D-Grafik und vor allem die Nachbildung der gigantischen Londoner Sehenswürdigkeiten können begeistern. Die klassische Musikuntermalung fügt sich stimmungsvoll ins Spielgeschehen ein.
Was bleibt ist ein spannender, wenn auch insgesamt eher humorvoller Krimi, der Anspruch hat, aber dennoch gut unterhält. Viel auszusetzen gibt es nicht, mir persönlich hat es einfach Spaß gemacht.

Produzent: Frogwares, Vertrieb: Koch Media
Jahr: 2007

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