Sonntag, 7. Februar 2010

Kommerziell: Ween - The Prophecy

Ween - The Prophecy

Mit "Ween" haben wir erneut einen Klassiker im "Programm". Es ist eines der frühesten Point & Click-1st person-Adventures und vor allem technisch im Stil der "Gobliiins"-Reihe gehalten.

Ween, so der Name unseres Helden, soll verhindern, dass der böse Zauberer Kraal am Tag der Sonnenfinsternis die Herrschaft über die blauen Felsen erlangt, und somit innerhalb von drei Tagen die drei Sandkörner auffinden, die er in den Revuss, die Sanduhr der Macht, werfen muss. Da sein Großvater, der ebenfalls Zauberer ist, nicht mehr über ausreichend Kraft verfügt, bleibt es an ihm diese Mission zu erfüllen. Erst wenn Ween die Sandkörner in den Revuss gibt, wird sich die Prophezeiung erfüllen und Kraal für immer verschwinden. "Ween" ist mystisch, abenteuerlich und märchenhaft, über lange Strecken sogar recht düster. Die Kreaturen und Personen verursachen bei uns einen teils wirklich urkomischen Eindruck und auch sonst mangelt es dem Adventure nicht an Humor. Besonders lachen musste ich bei Uki und Orbi, unseren tollpatschigen Begleitern und "Gepäckträgern", die eigentlich die ganze Reise über nur Blödsinn machen und dauernd am Tanzen sind (man sieht sie praktisch nur in Zwischensequenzen). Weiterhin stehen uns die Fledermaus Urm zur Seite, die sich regelmäßig mit Erdbeeren und ähnlichen Früchten bestechen lässt, sowie Petroy, der uns ab und zu mit Hinweisen versorgt.


"Ween" besticht durch eine einzigartige Optik, der man in der heutigen Zeit noch viel abgewinnen kann. Die liebevollen Coktel-Grafiken kann man nicht wirklich beschreiben, man muss sie gesehen haben - jedenfalls wirken sie gerade hier mystisch und teilweise recht düster. Dazu trägt aber ebenso die Atmosphäre bei, die mit überzeugendem Donnergrollen und ähnlichen Effekten daherkommt. Auch die Musik verdient definitiv Pluspunkte. Die Steuerung ist nicht anders als bei "Gobliins 2", nur mit dem Unterschied, dass wir hier nicht in der dritten Person spielen. Dazu kommt, dass wir - ebenfalls wie bei den "Goblins" - meistens nur in einem, teilweise auch zwei oder drei Räumen am Stück agieren können bis wir weiterkommen. Allerdings merkt man hierbei immer sehr schön, wie komplex ein einzelner Raum sein kann. Das Rätseldesign ist jedoch etwas "intelligenter" als bei den "Goblins", die Comichaftigkeit wird bei "Ween" etwas reduziert. Nervig ist nur, dass sich einige Aktionen etliche Male wiederholen, zum Beispiel muss man fast andauernd die magische Kupferkugel in dieselben Dinge verwandeln, was mich nach einiger Zeit ziemlich gelangweilt hat. Witzig fand ich es lediglich, dass man die Fledermaus Urm immer wieder mit leckeren Erdbeeren füttern muss, damit sie für uns ihre Macht auf irgendetwas auswirkt. An manchen Stellen kann man sogar unterschiedliche Lösungswege nutzen, somit wird man wohl nach dem ersten Durchspielen noch nicht alle Orte kennen. Ingesamt ist "Ween" also eine echte Empfehlung für jeden, der etwas für Klassiker übrig hat.

Zusatzinformation: "Ween" läuft mit ScummVM. Vom Stil her ähnliche Coktel Vision-Vertreter sind Gobliiins, Gobliins 2, Goblins 3 und Woodruff and the Schnibble of Azimuth (alle 3rd person, aber alle sehr empfehlenswert!).

Produzent: Coktel Vision
Jahr: 1992 (Amiga), 1993 (DOS)

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