Dienstag, 30. März 2010

Kommerziell: Scratches (Director`s Cut)

Scratches (Director`s Cut)

Nach dem 2006 erschienenen Original habe ich inzwischen den ein Jahr später herausgekommenen Director`s Cut gespielt, der nun auch das Thema dieses Beitrags ist. Im Gegensatz zu diversen "Special Editions" von bestimmten Adventures wurden hier atmosphärische Effekte verbessert, ein alternatives Ende hinzugefügt und ein komplett neues Kapitel ergänzt, auf das ich nochmal speziell eingehen werde.


Um die nötige Inspiration für sein neues Buch zu gewinnen, zieht der Horrorschriftsteller Michael Arthate in ein altes viktorianisches Herrenhaus, das sein Freund Jerry für ihn angemietet hat. Doch aus dem Schreiben wird so schnell nichts, da er beim Erkunden des gruseligen Gebäudes schon bald auf interessante Zeugnisse des einstigen Besitzers stößt. James T. Blackwood hat hier vor geraumer Zeit seine Frau umgebracht, so stand es in alten Zeitungsartikeln. War der Mann nur ein einfacher Psychopath oder stecken andere Dinge dahinter? Seine Nachforschungen konfrontieren Arthate mit Blackwoods Vergangenheit in Afrika, wo dieser furchtbare Dinge zu sehen bekommen hat. Nachts kann Arthate kaum schlafen - er hört desöfteren ein seltsames Kratzen, das aus dem Kamin zu kommen scheint... Wer "Scratches" beginnt, wird bereits in einem beeindruckenden Intro-Film in eine überaus düstere Gruselatmosphäre eingeführt. Durch die blass und farblos gezeichneten Hintergründe, die teilweise von Besonderheiten wie Regen und Blitzen untermalt werden, wird man beim Untersuchen des umfangreichen Herrenhauses und des dazugehörigen Gartens derart an das Spiel gefesselt, dass man so schnell nicht aufhören möchte. Blackwoods Tagebücher und andere Schriften bringen uns die hochspannende Handlung näher. Die 3D-Umgebung überzeugt auf ganzer Länge, an der grafischen Präsentation ist nichts auszusetzen. Als unheimlich und stimmungsvoll zeigt sich zudem die Musik, sowie die erschreckende Geräuschkulisse. Die Schockmomente in "Scratches" waren für mich, als alten Horror-Fan, wirklich beängstigend. Allzu viele Stunden wird man mit dem Adventure nicht zubringen, aber diese werden sich am Ende als sehr erlebnisreich erweisen.


Die Rätsel bewegen sich ungefähr im Mittelmaß, sie sind weder zu schwer noch zu leicht. Gerade anfangs besteht die größte Aufgabe noch im Durchforsten des Hauses nach allen erdenklichen Informationen. An jedem Tag hat man mehrmals die Gelegenheit seinen Freund Jerry anzurufen und ihm über die aktuelle Lage zu berichten. Auch mit anderen Personen können gelegentlich Telefonate geführt werden. Dafür trifft man nie persönlich auf richtige Dialogpartner, die Einsamkeit herrscht nun mal vor in "Scratches". Nicht so toll fand ich es, dass man am ersten Tag alle Stockwerke nach Kerzen absuchen muss, wie Jerry es uns aufträgt, aber im Endeffekt keine findet. Allerdings hatte ich das Gefühl, dass diese Aktion im Director`s Cut behoben war, denn dort sagt Michael nach dem erwähnten Ferngespräch automatisch, dass er bereits über das Nichtvorhandensein der Kerzen Bescheid weiß. Das könnte jedoch ebenso daran liegen, dass ich schon zuvor alle Schubladen im Haus durchsucht habe, bin mir momentan nicht sicher.


Kapitel 6: Der letzte Besuch
Im Director`s Cut kann man bereits im Hauptmenü direkt das neu hinzugekommene Kapitel auswählen. Hier ist Arthate längst wieder aus dem Blackwood-Haus geflohen und ein ziemlich unsympathischer Journalist begibt sich dorthin, wenige Wochen vor dem geplanten Abriss des Gebäudes, um die bislang ungelösten Geheimnisse darüber, was sich einst hier abgespielt haben soll, zu lüften. Das Kapitel erweist sich als ziemlich kurz, sowie arm an Rätseln und bleibt eher unspektakulär, dafür wird es am Ende nochmal interessant.

Das Spiel ist nichts für schwache Nerven. Wer allerdings auf eine richtig authentische Gruselatmosphäre steht und sich gleichermaßen durch packende Geschichten beeindrucken lässt, der sollte einen Blick wagen. Für mich persönlich zählt es zu den schaurigsten Adventures, die ich kenne. Ob man die letztendlich eher kleinen Ergänzungen im Director`s Cut genießen möchte, sollte man vielleicht davon abhängig machen, was für ein großer "Scratches"-Fan man ist. Wer "Scratches" noch gar nicht in seinem Besitz hat, kann selbstverständlich direkt zum DC greifen.

Produzent: Nucleosys, Vertrieb: rondomedia
Jahr: 2007

Freitag, 19. März 2010

Kommerziell: Das Geheimnis der Mumie

Das Geheimnis der Mumie

Vervollständigen wir unsere Review-Serie zur Sherlock-Holmes-Reihe von Frogwares. Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass die qualitativ hochwertigen späteren Spiele mal so einen Anfang genommen haben.

Eine Bekannte bittet den berühmten Detektiv um Hilfe. Er soll die Todesursache ihres Vaters herausfinden und dazu muss er sich in dessen Anwesen und privates Museum begeben, in dem wir an jeder Ecke auf altägyptische Kunstwerke stoßen. Erneut dürfen wir in eine 3D-Welt mit 360°-Rundumsicht abtauchen, wobei uns das dieses Mal dank einem sehr hässlichen Grafikstil kein besonders tolles Spielerlebnis beschert. Zudem bewegen wir uns die ganze Zeit über durch das Gebäude, treffen selten mal auf Personen, die keine lebendigen Mumien sind und werden lediglich durch Briefe in die mittelprächtige Handlung hineingezogen. Leider reicht das alles nicht aus um uns eine gewisse Abwechslung zu bieten, wenn man schon Museums-Adventures macht sollte man es vor allem spannender angehen, da ist meiner Meinung nach "Shivers" stets ein gutes Beispiel.


Die Rätsel sind anfangs zufriedenstellend, teilweise einfach gestrickt, aber auch mal anspruchsvoller. Doch nach und nach wird es immer frustrierender. Besonders nervtötend ist allerdings die Tatsache, dass man dauernd in Situationen gerät, in denen Schnelligkeit gefragt ist. So muss man also in einer bestimmten Zeit einen großen Haufen an Aufgaben lösen, z.B. läuft das ganze 3. Kapitel mit "Sanduhr" und wenn diese abgelaufen ist, stirbt man - wobei ich nach wie vor nicht verstanden habe warum. Befindet sich unter meinen Lesern jemand, der mir das erklären kann? Oftmals hilft einem lediglich ein Savegame aus dem Internet weiter. Musikalisch wird nichts geboten und Atmosphäre kommt überhaupt nicht auf. Die Sprecher sorgen für weitere Katastrophen, denn die Synchronisierung ist lieblos und miserabel. Wenn ich an Holmes Stimme in den neueren Teilen denke, muss ich mir natürlich eingestehen, dass ich davon etwas verwöhnt bin. Das bezieht sich übrigens ebenfalls auf die Darstellung unseres Meisterdetektivs, denn optisch sieht er schlichtweg bescheuert aus - natürlich ist das jetzt eine schlicht subjektive Wertung. Vor allem fand ich ihn definitiv zu alt gezeichnet. Auf Watson, der traurigerweise erst im Outro auftauchte und einfach im vorherigen Spielverlauf komplett gefehlt hat, trifft dies genauso zu.


Für mich persönlich gehört diese Episode nicht zur Sherlock Holmes-Reihe, denn sie hat nichts mit seinen Nachfolgern gemeinsam. Vor allem hatte ich das Gefühl, dass hier sehr wenig Liebe reingesteckt wurde, was zu einem guten Adventure dazu gehören sollte. Aber bitte lasst euch davon nicht abschrecken, denn wie gesagt haben die Produzenten in den nachfolgenden Jahren noch lobenswerte Holmes-Krimis wie "Sherlock Holmes jagt Arsene Lupin" oder "Sherlock Holmes jagt Jack The Ripper" hervorgebracht. Ebenso ist "Sherlock Holmes 2: Der silberne Ohrring" zu empfehlen, auch wenn er aufgrund des 3rd person-Views in diesem Blog nicht thematisiert wird.

Produzent: Frogwares, Vertrieb: Wanadoo
Jahr: 2003

Website
Savegames

Montag, 15. März 2010

Kommerziell: Drawn - der Turm

Drawn - der Turm

Das als "Cineastisches Puzzle-Abenteuer" angepriesene Low Buget-Adventure sieht auf den ersten Blick interessant aus, doch was steckt wirklich hinter dieser Produktion aus dem Hause Big Fish Games?

Die kleine Iris wird in einem verzauberten Turm gefangen gehalten. Es handelt sich bei ihr um ein außergewöhnliches Mädchen, denn sie hat die Fähigkeit sämtliche Gemälde zum Leben zu erwecken, sodass man in Welten eintauchen kann, die sich hinter dem jeweiligen Motiv verstecken. Unser Ziel ist es nun Iris aufzuspüren, wozu wir den Turm durchqueren und jeweils den Eingang in diverse Gemälde finden müssen, die uns fantasievolle Szenarien offenbaren, in denen uns weitere Rätsel gestellt werden. In den Bildern treffen wir auf Medizinmänner und Vogelscheuchen, sowie auf bekannte Fabelwesen wie Drachen und Greifen. Die Dialoge halten sich in Grenzen, doch die wenigen Erzählphasen wirken sehr mystisch und poetisch.


Gleich zu Beginn werden wir vor allem musikalisch überrascht. Mit einem "packenden Soundtrack" wird das Spiel auf der Verpackung angeworben und diese Beschreibung kann ich absolut unterstreichen. Die beinahe epische Musikuntermalung passt zu dem Fantasy-Schema und unterstützt die märchenhafte Atmosphäre. In Punkto Synchronisation kann man ebenfalls nicht meckern, sie fügt sich stimmig ins ohnehin makellose Gesamtbild ein. Allerdings ist die Sprachausgabe komplett auf Englisch und wird von Untertiteln ins Deutsche übersetzt. Die Grafik hat einen einzigartigen Charme, sie kommt insgesamt farbenfroh daher, an manchen Stellen erscheint sie eher düster. Besonders erwähnenswert ist die Tatsache, dass die Szenenbilder "ständig in Bewegung" sind. Alles ist liebevoll animiert und nach kleineren wie größeren Aktionen kann sich der Screen entsprechend verändern bzw. die schönsten Spezialeffekte hervorbringen, aber das muss man vermutlich selbst gesehen haben. Jedenfalls ist das Spiel alles andere als statisch, was man bei einer Low Budget-Produktion vielleicht nicht unbedingt erwarten würde.


Die Rätsel beginnen recht einfach, der Schwierigkeitsgrad wächst allerdings, je tiefer man ins Spiel vordringt. Trotz einiger durchaus anspruchsvollen Knobeleinlagen kann man "Drawn" als anfängertauglich einstufen. Zudem hat man die Möglichkeit die jeweiligen Puzzle-Einlagen, durch welche die üblichen Inventar-Rätsel regelmäßig unterbrochen werden, zu überspringen, falls man total festhängt (der Überspringen-Button taucht erst nach einigen Minuten auf, in denen man es erstmal selbst versuchen soll!). An allen anderen Stellen hilft ein treuer Helfer, dessen Abbild neben dem Inventar angeklickt werden kann, sobald es blau aufleuchtet. Er gibt keine kompletten Lösungswege vor, dafür aber nützliche Hinweise in mehreren Schritten.

Die Spiellänge hält sich zwar in Grenzen, dennoch habe ich für "Drawn" deutlich mehr Zeit gebraucht, als ich es nach anfänglichen Kommentaren aus der Adventure-Community erwartet hatte. Es war an keiner Stelle langweilig und von Anfang bis zum Ende ein Erlebnis, das der geringen Preisklasse von 15 € voll und ganz gerecht wird.

Produzent: Big Fish Games

Freitag, 5. März 2010

Kommerziell: Die Spur der Erwachten

Sherlock Holmes 3: Die Spur der Erwachten

Machen wir weiter mit unserer Review-Serie zu Sherlock Holmes. Nachdem ich den ersten Teil, der die Qualität der späteren Teile nicht annähernd erreichen konnte, erstmal frustriert zur Seite legen musste, habe ich mich mit "Die Spur der Erwachten" beschäftigt, das die düsteren Elemente von "Jack The Ripper" und den Humor von "Arsene Lupin" geschickt miteinander verbindet.


Das kriminelle Geschehen in London scheint abzunehmen, weshalb Sherlock Holmes einer unerträglichen Langeweile verfällt. Glücklicherweise ereignen sich dann doch einige Entführungsfälle, denen er mit seinem Kollegen Dr. Watson nachgehen darf. Der Fall erweist sich als einer der verrücktesten Fälle überhaupt, so führt es die beiden Detektive vom Londoner Hafen schon bald in ein Sanatorium in der Schweiz, von dort in das schöne, aber nicht ungefährliche New Orleans und schließlich auf eine schottische Insel. Während ihrer Ermittlungen kommen sie der geheimnisvollen Cthulhu-Sekte auf die Schliche, die offensichtlich grausame Pläne verfolgt. Insgesamt wirkt das Adventure nicht unbedingt vorrangig wie ein Krimi-, sondern mindestens ebenso wie ein spannendes Abenteuerspiel, das zudem auf eine alte Idee des klassisches Horrorschriftstellers H. P. Lovecraft eingeht. Es handelt sich also - nicht anders als bei Lupin und Jack The Ripper - um einen Holmes-Crossover und erneut ist der Firma Frogwares dieses grundsätzlich eher schwierige Unterfangen durch und durch gelungen.


Die Rätsel kamen mir ausgewogener und teilweise etwas leichter vor als in den zuvor besprochenen Nachfolgern. Schön ist, dass diese Episode besonders vielfältig ist - man hält sich nicht ausschließlich in London auf, sondern darf mal an ganz anderen Orten dem Verbrechen nachgehen, was allerdings manchmal ziemlich gefährlich wird. Im Schweizer Sanatorium werden wir gefangen genommen und müssen nach unserem Ausbruch als Arzt verkleidet das Gebäude nach Hinweisen untersuchen. Hier kann das Spiel bei Unvorsichtigkeit sogar frühzeitig beendet werden, aber soweit ich es feststellen konnte, war das an anderen Orten nicht mehr der Fall. Trotzdem empfiehlt sich regelmäßiges Abspeichern natürlich immer. In New Orleans wird man anfangs Opfer eines Taschendiebes und darf dem Langfinger in einer längeren satirisch aufgemachten "Jagdsequenz" über sämtliche Hindernisse hinweg quer durch das ganze Viertel folgen, was ich persönlich als eine der witzigsten Stellen im Spiel betrachte. Grafisch ähnelt "Spur der Erwachten" bereits stark seinen Nachfolgern, deshalb erspare ich mir jetzt mal weitere Beschreibungen. Lange Laufwege kann man sich in der Regel dank der Karten-Funktion ersparen, denn wichtige Punkte werden dort eingespeichert und können schnell und bequem jederzeit über die Karte angesteuert werden, sobald man sie einmal besucht hat. Wer wie ich die neue Remastered Version besitzt, kann jederzeit von der Ego-Perspektive in die 3rd person-Perspektive wechseln. Zu kritisieren habe ich jedenfalls kaum etwas. Vielleicht hätte Holmes nicht bei jedem aufgenommenen Gegenstand "Das könnte sich vielleicht als nützlich erweisen" sagen müssen, doch das war schon fast wieder amüsant. ;-)


Sherlock Holmes mit Horrorelementen nach H. P. Lovecraft und einer absolut interessanten Story - die Umsetzung ist geglückt. Und durch seine Ausgewogenheit kann man dieses Adventure nicht nur Hobby-Detektiven ans Herz legen.

Produzent: Frogwares, Vertrieb: Frogster Interactive
Jahr: 2006

Website

Montag, 1. März 2010

Kommerziell: Sherlock Holmes jagt Jack The Ripper

Sherlock Holmes 5: Sherlock Holmes jagt Jack The Ripper

„Sherlock Holmes jagt Jack The Ripper“ gehört zu den wenigen Adventures, bei denen sowohl die 1st person- wie auch die 3rd person-Perspektive genutzt werden kann. Bezogen auf das Thema des Blogs wird hier aber nur das Spiel aus der Egoperspektive beurteilt.
In Whitechapel, einem armseligen Teil Londons, wurde eine Prostituierte auf grausame Art und Weise ermordet. Sherlock Holmes und Dr. Watson begeben sich an diesen finsteren Ort um Licht ins Dunkel zu bringen, doch der Fall erweist sich als äußerst schwierig. Nach und nach werden in den entsprechenden Vierteln von London immer mehr Frauen regelrecht verstümmelt – und die Gemeinsamkeiten der Opfer liegen auf der Hand: Sie sind mittellos und verkaufen ihren Körper. Auf der Suche nach dem Whitechapel-Mörder geraten unsere Detektive in ein Netz von Verwicklungen, die Spur führt bis zum Organhandel. Aber die Motive von „Jack The Ripper“ lassen sich kaum nachvollziehen. Die antisemitische Bürgerschaft verdächtigt zunächst einen Juden. Oder ist vielmehr ein Arzt der Täter, der genau weiß, wie er einer Frau bestimmte „Organe entnimmt“? Die Morde werden schlimmer und die Polizei ist ratlos. Im Gegensatz zu seinem direkten Vorgänger „Sherlock Holmes jagt Arsene Lupin“ haben wir es hier mit einem besonders düsteren Adventure zu tun, das aus gutem Grund erst ab 16 Jahren freigegeben ist. Die Geschichte ist tiefgründig und beinhaltet alles, was ein guter Krimi braucht.
Sehr sympathisch ist erneut das Verhältnis von Holmes und Watson, zwischen denen eben öfters mal gewisse Meinungsverschiedenheiten herrschen. Watson macht der Fall besonders schwer zu schaffen, doch auch Holmes lässt dieses Mal nicht alles kalt, wir dürfen ihn sogar mal verstört erleben. Was das Charakterdesign angeht, bekommt „Sherlock Holmes 5“ wieder einmal einen Pluspunkt und das bezieht sich ebenso auf die Nebenpersonen und die Verdächtigen. Die Dialoge können teilweise recht langatmig sein, was in erster Linie daran liegt, dass Holmes wieder alle Details beleuchtet um hinter die Identität des Whitechapel-Mörders zu kommen. Das Rätseldesign behält in etwa den Anspruch von „Sherlock Holmes jagt Arsene Lupin“, unterscheidet sich jedoch in vielen Dingen. Es gibt eine ausgewogene Menge an Inventarrätseln und technischen bzw. Coderätseln und auf der anderen Seite müssen wir die Morde auf allen erdenklichen Wegen rekonstruieren, an einer Stelle gilt es die Stichwaffe von Jack The Ripper zu ermitteln, indem wir in einem Schlachthof verschiedene Messertypen an Schweinsköpfen vom Metzger anwenden. Und um die Zeugenaussagen auf einen Punkt zu bringen, müssen wir zusammen mit Watson Puppen ankleiden. Neben solchen verrückten Ideen des Meisterdetektivs ist es notwendig nach jedem neuen Mordfall die Fakten über das Geschehen aufzustellen und daraus Schlussfolgerungen zu ziehen, wobei wir jeweils kleine Kästchen haben, aus denen wir eine von drei Thesen auswählen können. Haben wir die richtigen Vermutungen aufgestellt, leuchtet die zusammenfassende Box mit der finalen These grün. Grafisch gibt das Adventure einiges her, da kann ich absolut nichts kritisieren. Ich empfehle allerdings mit einer möglichst hellen Bildschirmeinstellung zu spielen, da die Screens oftmals enorm dunkel sind, wir bekommen nämlich so gut wie nie Tageslicht zu sehen. Die Welt wirkt realistisch, zumal sie sehr belebt ist, so laufen einem zum Beispiel in Whitechapel überall Leute entgegen, manche liegen schlafend in den Straßenecken oder trinken Alkohol. Die Londoner Unterschicht des 17. Jahrhunderts wird glaubhaft dargestellt. Die Steuerung kann nach wie vor über Maus und Tastatur erfolgen und ist im Großen und Ganzen identisch mit der des Vorgängers.
Die jüngste Episode der Sherlock-Holmes-Reihe kann mit einer spannenden Handlung, die auf historischen Ereignissen beruht, vollauf überzeugen. Die Rätsel sind erneut ziemlich schwierig, wobei es sich hier vor allem um typische Ermittler-Aufgaben handelt. Das Outro präsentiert einen absolut großartigen Abschluss dieses empfehlenswerten 1st-and-3rd-person-Adventures.

Produzent: Frogwares, Vertrieb: Focus Home Interactive
Jahr: 2009

Website
Informationsportal zu Jack The Ripper (Fakten und Hintergründe)