Freitag, 19. März 2010

Kommerziell: Das Geheimnis der Mumie

Das Geheimnis der Mumie

Vervollständigen wir unsere Review-Serie zur Sherlock-Holmes-Reihe von Frogwares. Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass die qualitativ hochwertigen späteren Spiele mal so einen Anfang genommen haben.

Eine Bekannte bittet den berühmten Detektiv um Hilfe. Er soll die Todesursache ihres Vaters herausfinden und dazu muss er sich in dessen Anwesen und privates Museum begeben, in dem wir an jeder Ecke auf altägyptische Kunstwerke stoßen. Erneut dürfen wir in eine 3D-Welt mit 360°-Rundumsicht abtauchen, wobei uns das dieses Mal dank einem sehr hässlichen Grafikstil kein besonders tolles Spielerlebnis beschert. Zudem bewegen wir uns die ganze Zeit über durch das Gebäude, treffen selten mal auf Personen, die keine lebendigen Mumien sind und werden lediglich durch Briefe in die mittelprächtige Handlung hineingezogen. Leider reicht das alles nicht aus um uns eine gewisse Abwechslung zu bieten, wenn man schon Museums-Adventures macht sollte man es vor allem spannender angehen, da ist meiner Meinung nach "Shivers" stets ein gutes Beispiel.


Die Rätsel sind anfangs zufriedenstellend, teilweise einfach gestrickt, aber auch mal anspruchsvoller. Doch nach und nach wird es immer frustrierender. Besonders nervtötend ist allerdings die Tatsache, dass man dauernd in Situationen gerät, in denen Schnelligkeit gefragt ist. So muss man also in einer bestimmten Zeit einen großen Haufen an Aufgaben lösen, z.B. läuft das ganze 3. Kapitel mit "Sanduhr" und wenn diese abgelaufen ist, stirbt man - wobei ich nach wie vor nicht verstanden habe warum. Befindet sich unter meinen Lesern jemand, der mir das erklären kann? Oftmals hilft einem lediglich ein Savegame aus dem Internet weiter. Musikalisch wird nichts geboten und Atmosphäre kommt überhaupt nicht auf. Die Sprecher sorgen für weitere Katastrophen, denn die Synchronisierung ist lieblos und miserabel. Wenn ich an Holmes Stimme in den neueren Teilen denke, muss ich mir natürlich eingestehen, dass ich davon etwas verwöhnt bin. Das bezieht sich übrigens ebenfalls auf die Darstellung unseres Meisterdetektivs, denn optisch sieht er schlichtweg bescheuert aus - natürlich ist das jetzt eine schlicht subjektive Wertung. Vor allem fand ich ihn definitiv zu alt gezeichnet. Auf Watson, der traurigerweise erst im Outro auftauchte und einfach im vorherigen Spielverlauf komplett gefehlt hat, trifft dies genauso zu.


Für mich persönlich gehört diese Episode nicht zur Sherlock Holmes-Reihe, denn sie hat nichts mit seinen Nachfolgern gemeinsam. Vor allem hatte ich das Gefühl, dass hier sehr wenig Liebe reingesteckt wurde, was zu einem guten Adventure dazu gehören sollte. Aber bitte lasst euch davon nicht abschrecken, denn wie gesagt haben die Produzenten in den nachfolgenden Jahren noch lobenswerte Holmes-Krimis wie "Sherlock Holmes jagt Arsene Lupin" oder "Sherlock Holmes jagt Jack The Ripper" hervorgebracht. Ebenso ist "Sherlock Holmes 2: Der silberne Ohrring" zu empfehlen, auch wenn er aufgrund des 3rd person-Views in diesem Blog nicht thematisiert wird.

Produzent: Frogwares, Vertrieb: Wanadoo
Jahr: 2003

Website
Savegames

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