Freitag, 5. März 2010

Kommerziell: Die Spur der Erwachten

Sherlock Holmes 3: Die Spur der Erwachten

Machen wir weiter mit unserer Review-Serie zu Sherlock Holmes. Nachdem ich den ersten Teil, der die Qualität der späteren Teile nicht annähernd erreichen konnte, erstmal frustriert zur Seite legen musste, habe ich mich mit "Die Spur der Erwachten" beschäftigt, das die düsteren Elemente von "Jack The Ripper" und den Humor von "Arsene Lupin" geschickt miteinander verbindet.


Das kriminelle Geschehen in London scheint abzunehmen, weshalb Sherlock Holmes einer unerträglichen Langeweile verfällt. Glücklicherweise ereignen sich dann doch einige Entführungsfälle, denen er mit seinem Kollegen Dr. Watson nachgehen darf. Der Fall erweist sich als einer der verrücktesten Fälle überhaupt, so führt es die beiden Detektive vom Londoner Hafen schon bald in ein Sanatorium in der Schweiz, von dort in das schöne, aber nicht ungefährliche New Orleans und schließlich auf eine schottische Insel. Während ihrer Ermittlungen kommen sie der geheimnisvollen Cthulhu-Sekte auf die Schliche, die offensichtlich grausame Pläne verfolgt. Insgesamt wirkt das Adventure nicht unbedingt vorrangig wie ein Krimi-, sondern mindestens ebenso wie ein spannendes Abenteuerspiel, das zudem auf eine alte Idee des klassisches Horrorschriftstellers H. P. Lovecraft eingeht. Es handelt sich also - nicht anders als bei Lupin und Jack The Ripper - um einen Holmes-Crossover und erneut ist der Firma Frogwares dieses grundsätzlich eher schwierige Unterfangen durch und durch gelungen.


Die Rätsel kamen mir ausgewogener und teilweise etwas leichter vor als in den zuvor besprochenen Nachfolgern. Schön ist, dass diese Episode besonders vielfältig ist - man hält sich nicht ausschließlich in London auf, sondern darf mal an ganz anderen Orten dem Verbrechen nachgehen, was allerdings manchmal ziemlich gefährlich wird. Im Schweizer Sanatorium werden wir gefangen genommen und müssen nach unserem Ausbruch als Arzt verkleidet das Gebäude nach Hinweisen untersuchen. Hier kann das Spiel bei Unvorsichtigkeit sogar frühzeitig beendet werden, aber soweit ich es feststellen konnte, war das an anderen Orten nicht mehr der Fall. Trotzdem empfiehlt sich regelmäßiges Abspeichern natürlich immer. In New Orleans wird man anfangs Opfer eines Taschendiebes und darf dem Langfinger in einer längeren satirisch aufgemachten "Jagdsequenz" über sämtliche Hindernisse hinweg quer durch das ganze Viertel folgen, was ich persönlich als eine der witzigsten Stellen im Spiel betrachte. Grafisch ähnelt "Spur der Erwachten" bereits stark seinen Nachfolgern, deshalb erspare ich mir jetzt mal weitere Beschreibungen. Lange Laufwege kann man sich in der Regel dank der Karten-Funktion ersparen, denn wichtige Punkte werden dort eingespeichert und können schnell und bequem jederzeit über die Karte angesteuert werden, sobald man sie einmal besucht hat. Wer wie ich die neue Remastered Version besitzt, kann jederzeit von der Ego-Perspektive in die 3rd person-Perspektive wechseln. Zu kritisieren habe ich jedenfalls kaum etwas. Vielleicht hätte Holmes nicht bei jedem aufgenommenen Gegenstand "Das könnte sich vielleicht als nützlich erweisen" sagen müssen, doch das war schon fast wieder amüsant. ;-)


Sherlock Holmes mit Horrorelementen nach H. P. Lovecraft und einer absolut interessanten Story - die Umsetzung ist geglückt. Und durch seine Ausgewogenheit kann man dieses Adventure nicht nur Hobby-Detektiven ans Herz legen.

Produzent: Frogwares, Vertrieb: Frogster Interactive
Jahr: 2006

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