Montag, 15. März 2010

Kommerziell: Drawn - der Turm

Drawn - der Turm

Das als "Cineastisches Puzzle-Abenteuer" angepriesene Low Buget-Adventure sieht auf den ersten Blick interessant aus, doch was steckt wirklich hinter dieser Produktion aus dem Hause Big Fish Games?

Die kleine Iris wird in einem verzauberten Turm gefangen gehalten. Es handelt sich bei ihr um ein außergewöhnliches Mädchen, denn sie hat die Fähigkeit sämtliche Gemälde zum Leben zu erwecken, sodass man in Welten eintauchen kann, die sich hinter dem jeweiligen Motiv verstecken. Unser Ziel ist es nun Iris aufzuspüren, wozu wir den Turm durchqueren und jeweils den Eingang in diverse Gemälde finden müssen, die uns fantasievolle Szenarien offenbaren, in denen uns weitere Rätsel gestellt werden. In den Bildern treffen wir auf Medizinmänner und Vogelscheuchen, sowie auf bekannte Fabelwesen wie Drachen und Greifen. Die Dialoge halten sich in Grenzen, doch die wenigen Erzählphasen wirken sehr mystisch und poetisch.


Gleich zu Beginn werden wir vor allem musikalisch überrascht. Mit einem "packenden Soundtrack" wird das Spiel auf der Verpackung angeworben und diese Beschreibung kann ich absolut unterstreichen. Die beinahe epische Musikuntermalung passt zu dem Fantasy-Schema und unterstützt die märchenhafte Atmosphäre. In Punkto Synchronisation kann man ebenfalls nicht meckern, sie fügt sich stimmig ins ohnehin makellose Gesamtbild ein. Allerdings ist die Sprachausgabe komplett auf Englisch und wird von Untertiteln ins Deutsche übersetzt. Die Grafik hat einen einzigartigen Charme, sie kommt insgesamt farbenfroh daher, an manchen Stellen erscheint sie eher düster. Besonders erwähnenswert ist die Tatsache, dass die Szenenbilder "ständig in Bewegung" sind. Alles ist liebevoll animiert und nach kleineren wie größeren Aktionen kann sich der Screen entsprechend verändern bzw. die schönsten Spezialeffekte hervorbringen, aber das muss man vermutlich selbst gesehen haben. Jedenfalls ist das Spiel alles andere als statisch, was man bei einer Low Budget-Produktion vielleicht nicht unbedingt erwarten würde.


Die Rätsel beginnen recht einfach, der Schwierigkeitsgrad wächst allerdings, je tiefer man ins Spiel vordringt. Trotz einiger durchaus anspruchsvollen Knobeleinlagen kann man "Drawn" als anfängertauglich einstufen. Zudem hat man die Möglichkeit die jeweiligen Puzzle-Einlagen, durch welche die üblichen Inventar-Rätsel regelmäßig unterbrochen werden, zu überspringen, falls man total festhängt (der Überspringen-Button taucht erst nach einigen Minuten auf, in denen man es erstmal selbst versuchen soll!). An allen anderen Stellen hilft ein treuer Helfer, dessen Abbild neben dem Inventar angeklickt werden kann, sobald es blau aufleuchtet. Er gibt keine kompletten Lösungswege vor, dafür aber nützliche Hinweise in mehreren Schritten.

Die Spiellänge hält sich zwar in Grenzen, dennoch habe ich für "Drawn" deutlich mehr Zeit gebraucht, als ich es nach anfänglichen Kommentaren aus der Adventure-Community erwartet hatte. Es war an keiner Stelle langweilig und von Anfang bis zum Ende ein Erlebnis, das der geringen Preisklasse von 15 € voll und ganz gerecht wird.

Produzent: Big Fish Games

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