Freitag, 28. Mai 2010

Freeware: Empty Rooms

Empty Rooms

Mit Empty Rooms von Hainisoft bekommen wir zur Abwechslung mal ein Werk der Adventure Maker-Community in deutscher Sprache zu fassen. Ich werde kurz darüber berichten, ob es die deutsche Fanadventure-Szene bereichert.

Vom Namen her könnte man meinen, es handelt sich um ein simples Room-Escape-Game, allerdings erweist sich das als ein klarer Irrtum. "Empty Rooms" ist ein psychedelisches Horroradventure, dem ein Gruseln auf hohem Niveau gelingt. Alles beginnt in einem recht leeren Raum und wir haben keine Ahnung, wie wir dort hingekommen sind. Zunehmend gelangen wir auf unterschiedliche Ebenen und müssen uns vor Zombiegesichtern, die plötzlich auf dem Bildschirm auftauchen, oder anderen unheimlichen Begegnungen in Acht nehmen. Effektvoll werden wir von einer ungemütlichen Gegend in die andere versetzt und unser Hauptcharakter bekommt es immer mehr mit der Angst zu tun, die durchaus auf den Spieler abfärben kann. Man sollte "Empty Rooms" definitiv im Dunkeln angehen.


In die Grafik wurde viel hineingesteckt. Die kreativen Hintergründe werden bemerkenswert in Szene gesetzt und auch mit Filmsequenzen wurde ordentlich gearbeitet. So haben wir zwar keine 360°-Drehungen, aber nach bestimmten Abschnitten bewegt sich der Charakter automatisch aus dem Zimmer heraus oder zur Seite, was gerade für ein Fanadventure sehr gut gemacht ist. Das relativ kurze Spiel ist voller fantastischer Effekte und Schockmomenten, was jedoch etwas auf Kosten der Rätsel geht. Teilweise wird man schon mal zum Nachdenken bewegt, weniger optimal ist z.B. der erste Raum, in dem man vergeblich einige Sachen ausprobieren muss um letztendlich auf die naheliegendste Weise die Tür zu öffnen. Insgesamt sind die Rätsel-Ideen zwar gut, wer allerdings ein gutes Verhältnis zwischen der Präsentation der Geschichte und den Knobeleien sucht, wird hier weniger gut bedient. Ich persönlich kann über solche Aspekte gerne mal hinwegsehen, sofern mich ein Adventure überzeugt. Eher ein Mangel ist die am Schluss vorkommende Sprachausgabe des Dialogpartners, der den Sachverhalt aufklärt. Sie wurde leider nicht allzu professionell aufgenommen und kann mich ganz und gar nicht überzeugen. Hier hätte ich es als sinnvoller empfunden, wenn der Autor komplett auf Synchronisationen verzichtet hätte, was ja auch nicht unbedingt notwendig ist.


Ansonsten bleibt nicht viel zu sagen. Vielleicht hätte man das Ende (oder zumindest einen der beiden Spielausgänge) noch spannender gestalten können, mit einem zusätzlichen kleinen Film nach dem Schlussdialog. Doch "Empty Rooms" hält, was es verspricht und bietet insgesamt ein schönes Horrorvergnügen für zwischendurch.

Website (Download hier!)

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