Donnerstag, 15. Juli 2010

Freeware: An Untitled Nightmare (Teil 1)

An Untitled Nightmare (Teil 1)

Bereits vor zwei Jahren fertiggestellt, aber nun offiziell veröffentlicht wurde mit „An Untitled Nightmare“ ein humorvolles Horroradventure mit außergewöhnlicher Optik, das in deutscher Sprache vorliegt.

In der Rolle eines Pizza-Austrägers gelangen wir zu einem Haus, in dem unheimliche Dinge passieren: In der Küche sitzt eine undefinierbare Kreatur, die uns von „anderen Tieren“ erzählt, die offenbar auf dem Gelände ihr Unwesen treiben, obwohl sie eigentlich auf dem Tierfriedhof ruhen sollten. Doch das ist längst nicht alles, denn im Verlauf der Handlung treffen wir auf Geister, die sich in bestimmten Gegenständen aufhalten, z.B. den Hockergeist, den Telefongeist oder den Autogeist. In überaus unterhaltsamen Dialogen bekommen wir von den Geistern und Tieren immer mehr Aufschluss über unsere Situation. Wir erfahren von einem Portal, mit dessen Hilfe wir auf die Party der Tiere gelangen können und lernen eine Menge über die traurige Existenz eines Pizza-Boten.


Wie meinem kleinen Einblick zu entnehmen sein sollte handelt es sich um eine abgedrehte, aber auch intelligente Story, die großes Potential mitbringt und dieses ebenso nutzt. An manchen Stellen wird es schön gruselig und das trotz einfachen Paint-Hintergründen. Das mag jetzt einige Vorurteile mit sich bringen, doch diese Zeichnungen sind wirklich gelungen, sie sind sehr detailiert und zeigen, dass das Malen in Paint durchaus eine Kunst sein kann. Es wurden zudem interessante „Stilmittel“ verwendet, so erscheint der Hauptcharakter, der gelegentlich in Zwischensequenzen oder mal in einem Spiegel zu sehen ist, komplett in grüner Farbe, was der Angelegenheit einen surrealen Touch gibt. Besonders überzeugend ist allerdings die Tatsache, dass nicht nur Standbilder in Paint entworfen wurden, sondern auch vollständige Animationen, die auf ganzer Linie begeistern. "An Untitled Nightmare" verleiht einem das Gefühl an einem alten Klassiker zu sitzen.


Die Hintergrundmusik ist ebenso gelungen und fördert die Spannung optimal. Auf der Party der Tiere werden sogar die Songs einer Berliner Band eingespielt, was die Szene lebendiger macht. Die Steuerung funktioniert wie in jedem Adventure Maker-Spiel, von denen ich inzwischen eine Menge in meinem Blog besprochen habe. Items, die sich im Inventar ansammeln, können betrachtet werden, indem man sie mit dem Auge anklickt. Leider trifft das jedoch nur auf eine geringe Anzahl an Gegenständen zu, wobei es wünschenswert gewesen wäre, dass bei jedem Item ein Kommentar folgt. Die Rätsel sind insgesamt anspruchsvoll und kreativ.


Ich habe von „An Untitled Nightmare“ jede Minute genossen und halte es für eines der besseren und kreativeren Vertreter der mit Adventure Maker erschaffenen Adventures. Außerdem liebe ich Dialoge, die hier zahlreich vorkommen und nie langweilig werden. Etwas unklar war für mich das Outro, aus dem nur schwer hervorgeht, dass es eine Fortsetzung geben soll, die das ziemlich abrupt geendete Spiel fortführen soll. Da ich es mittlerweile weiß, freue ich mich natürlich sehr darauf.

Diskussionsthread (Download hier!)

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