Freitag, 29. Oktober 2010

Freeware: The Dead City

The Dead City

Jetzt wird es aber mal höchste Zeit für ein kleines Halloween-Review. Entschieden habe ich mich hierbei für das schon etwas ältere Fanadventure "The Dead City" von NiHiLiS.

Der einsame Horrorschriftsteller, dessen Rolle wir übernehmen, wurde durch den Mord an seiner Freundin Tess komplett aus der Bahn geworfen und musste infolge dieses Unglücks einen längeren Aufenthalt in der Psychiatrie durchstehen. Wieder in der Außenwelt angekommen, macht sich der Drogenabhängige auf die Suche nach Tess' Mörder, der zu allem Übel noch den Tod weiterer junger Frauen zu verantworten hat. Diese explosive Mischung macht aus "The Dead City" eines der vielleicht depressivsten Adventures, die ich kenne. Die Richtung ist geradlinig, die Stimmung wird nicht optimistischer - dessen sollte man sich bewusst sein. Mit der Zeit geht es ins Übernatürliche und Surreale über, vor allem durch Träume, die als Folge des Drogenkonsums unseres Hauptcharakters hervorgerufen werden.

Die recht blassen und teils farblosen Szenenbilder sorgen für eine gelungene Atmosphäre, die durch Regen und andere Effekte noch verbessert wird. Weniger lebendig sind die Charaktere, mit denen man zwar umfangreiche Dialoge führen kann, die allerdings nie animiert sind und manchmal urplötzlich aus dem Raum verschwinden. Stattdessen werden z.B. Gewalttätigkeiten nicht sichtbar dargestellt, sondern mit Worten beschrieben. Die Textzeilen im Spiel sind ohnehin eine Bereicherung für jeden, der es gerne philosophisch hat. Im Intro, sowie im Outro gibt es zudem kurze Sequenzen, die wie Ausschnitte aus einem Comicheft gestaltet sind - vergleichbar mit dem, was einst schon in "Beneath a Steel Sky" zu sehen war. Etwas schwächer ist das Rätseldesign. Es ist logisch und lösbar, aber insgesamt werden dem Spieler nur wenige knifflige Aktionen abverlangt. Die größte Herausforderung ist es wohl alle Hotspots aufzufinden und wirklich alles zu betrachten, damit auf der Übersichtskarte möglicherweise ein neuer Ort freigeschaltet wird. Die Interaktion zwischen den Personen ist dagegen ein häufiges Unterfangen, das jedoch ohne anspruchsvolle Dialogrätsel keine Schwierigkeit darstellt.

"The Dead City" ist ein gruseliger und düsterer Thriller und meiner Ansicht nach einer der Fanadventureklassiker schlechthin. Wem dieses depressive Feeling eine Nummer zu heftig ist, der sollte die Finger davon lassen. Ansonsten ist es uneingeschränkt zu empfehlen.

Dienstag, 26. Oktober 2010

Freeware: Sabine im Internat

Sabine im Internat

Ohne große Worte gehen wir direkt weiter zum zweiten Fanadventure von V-oti. Dabei begeben wir uns vom Mittelalter geradewegs ins Internat.

Sabine wurde von ihrer Mutter aufs Internat geschickt - und das, wo sich ihre Schulnoten doch nur geringfügig verschlechtert haben. Das lässt unser Hauptcharakter natürlich nicht auf sich sitzen und so plant sie den Ausbruch aus dieser "Festung". Aber das ist erst der Anfang. Irgendwann entsteht ein Brand im Internat, Sabine wird bei Nacht von einem merkwürdigen Typen durch den Vorgarten verfolgt und schließlich landen wir in der Welt hinter dem Traumfänger bei Zauberern und Sumpfkobolden. Im Gegensatz zu "Der Gefangene" wird hier vor allem handlungstechnisch mehr geboten. Eingeteilt ist das Spiel in drei Kapitel, wobei anfangs alles recht heiter scheint, im Mittelteil dagegen leicht auf Grusel gesetzt wird und im letzten Part haben wir eher mit fantastischen Elementen zu tun - eine schöne Entwicklung und außerdem gut inszeniert. Die Charaktere haben stets etwas Skurriles, ob Fantasiewesen oder Mitschülerinnen. Unter diesen Gesichtspunkten machen die häufig vorkommenden Dialoge besonders viel Spaß.

Die gesamte Spielumgebung ist mit Liebe im Detail entworfen worden und die Grafiken können sich sehen lassen. Jedoch haben mich die "menschlichen" Charaktermodelle weniger überzeugt, sie hätten sich besser in die ansonsten hübschen Hintergründe einfügen können. Es lässt sich allerdings nicht verleugnen, dass ihr Aussehen etwas sehr Comichaftes und Witziges hat. Die Atmosphäre gefiel mir insgesamt gut, so wurde es sogar im dunklen Internatsvorgarten recht unheimlich. Nun muss ich aber nochmal auf etwas zu sprechen kommen, was mich bei "Der Gefangene" bereits gestört hat: Die Synchronisation. Erneut ist die Hauptfigur, also Sabine, die einzige Person, die mit Sprache unterlegt wurde, wobei sie keine mädchenhafte, sondern eher eine seltsame Koboldstimme bekam. Man gewöhnt sich daran, doch es klingt schlichtweg unnatürlich. Neben diesem Schwachpunkt ist noch das Rätseldesign zu erwähnen, welches sich kaum bemängeln lässt. Es ist anspruchsvoll und vielseitig. Ob mit gut durchdachten Technikrätseln oder anderen Spielereien, man wird fortlaufend gefordert. Das Inventar ist stets großzügig bepackt und Gesprächspartner müssen oftmals mit Worten umgestimmt werden. Gelegentlich ist Schnelligkeit gefragt und an einigen Stellen kann man mit dem Tod bestraft werden.

Mit einer humorvollen und abgedrehten Geschichte kommt "Sabine im Internat" daher. Trotz kleiner Schwächen wie der Sprachausgabe muss man dem Autor hier enorme Fortschritte zuschreiben. Ich bin überaus gespannt auf sein nächstes Werk.

Website (Download hier!)

Sonntag, 24. Oktober 2010

Freeware: Der Gefangene

Der Gefangene

Die Auswahl an 1st person-Fanadventures ist inzwischen schon beträchtlich. Erstmals bin ich nun auf die Spiele eines österreichischen Entwicklers aufmerksam geworden, der mit "Der Gefangene" 2005 sein frühestes Werk veröffentlicht hat.

Wir befinden uns im Mittelalter, in einer Hafenstadt. Ein Alchimist wurde verhaftet, da man vermutet, dass er mit dem Teufel im Bunde steht. Unser Auftrag ist es ihn zu befreien. Dabei soll keine Gewalt, sondern allein das Köpfchen angewandt werden. Das Intro zeigt uns einen kleinen Einblick in diese Epoche, wenn dieser auch recht kurz kommt. Grafisch ist "Der Gefangene" für ein Fanadventure und besonders als Erstlingswerk gut gemacht. In erster Linie können hierbei die von Zeit zu Zeit auftretenden Filmsequenzen überzeugen. Als Grundlage diente dem Hersteller das Grafikprogramm Cinema 6. Eine große Stärke, die in den Vordergrund der Präsentation gerückt wird, stellt das Rätseldesign dar. Die volle Bandbreite ist hier vorhanden: Technik-, Dialog-, sowie Inventarrätsel bereichern das Spiel und haben einen hohen Anspruch. Manchmal muss man Schnelligkeit beweisen, da man andernfalls mit dem Tod bestraft wird. Aber solche Szenen sind leicht zu bewältigen. Die Dialoge mit anderen Charakteren wirken teils etwas banal und sind nicht immer 100%ig jugendfrei. Als eher störend empfand ich die Sprachausgabe. Bei den zahlreichen Gesprächen konnte man von den Nebencharakteren das Gesagte lediglich ablesen, nur unser Alter Ego bekam eine Stimme (sowie der Erzähler im Intro). Diese zeugt allerdings kaum von Professionalität, sie klingt stets gelangweilt und unmotiviert. Vielleicht wäre es sinnvoller gewesen, wenn man ganz auf die Synchronisation verzichtet hätte. Technisch ist "Der Gefangene" stark ausgereift. So hat man zum Beispiel ein Inventar mit vielen freien Plätzen, auf die man die einzelnen Items beliebig verteilen kann.

Bei "Der Gefangene" ist aufgrund einiger Schwächen noch auffallend, dass es sich um ein Debütadventure handelt. Vor allem das gut durchdachte Rätseldesign muss dabei positiv hervorgehoben werden. Ich bin gespannt, was nachfolgende Spiele des Autors zu bieten haben.

Website (Download hier!)

Samstag, 23. Oktober 2010

Freeware: Sofia's Debt

Sofia's Debt

Santiago de Matos Lima hat mit "Sofia's Debt" ein künstlerisch anspruchsvolles "Mini-Adventure" geschaffen. Es ist ein typischer Vertreter des Independent-Genres, der nicht jedem zusagen wird. Alle Ausnahmen dürfen hier weiterlesen. ;-)

Nach der Arbeit kommt Ana zuhause an. Sie erwartet ein Kind, hat keinen Mann mehr, der es zusammen mit ihr aufziehen würde und insgesamt ist ihr Leben bisher nicht gerade erfreulich verlaufen. Wir erfahren, dass ihre Mutter, sowie ihre Großmutter nach der Geburt ihres jeweils ersten Kindes Selbstmord begangen hatten. Dementsprechend wird sie selbst nun von großen Ängsten geplagt. Was wird geschehen, wenn sie ihr Baby zur Welt bringt? "Sofia's Debt" ist Horror von der besten Sorte. Dies kommt hier leider nur begrenzt herüber, da das Adventure extrem kurz ist. Allerdings kann man nicht leugnen, wie gekonnt der Autor hier in diesem kleinen, grafisch nett gestalteten Raum eine erstaunliche Gruselatmosphäre auf die Beine gestellt hat. Wir nehmen verstörende Geräusche von draußen wahr, sowie eine tolle Musikuntermalung, die dynamisch ist und in bestimmten Situationen stark variiert. Ganz ungewöhnlich jedoch ist das Spiel mit den Schriftarten. So durchstöbern wir das recht ausführliche Tagebuch der Großmutter und wundern uns, dass sich auf manchen Seiten deren Handschrift ändert und teilweise aussieht, als wäre sie an diesen Tagen vollkommen verrückt geworden. Über die Rätsel brauchen wir dagegen nicht großartig zu sprechen. Sie sind mehr als einfach, man sammelt einige Gegenstände und setzt sie irgendwo ein. Langes Herumprobieren ist in den wenigen Szenenbildern kaum möglich. Und dann ist das Spiel in 10 bis wohl spätestens 15 Minuten auch schon vorüber. Die Zeit bis zum Finale kann man gut durch das Anhören von CDs an der Stereoanlage verlängern, z.B. mit einem Ausschnitt aus dem Musical "Les Misérables", auf das in "Sofia's Debt" häufiger angespielt wird.

Eigentlich versucht "Sofia's Debt" nichts Anderes zu sein als ein Kunstwerk, praktisch eine Kurzgeschichte in Adventure-Form. Dieses Vorhaben ist gelungen. Es ist kein vollwertiges Adventure und kann vor allem rätseltechnisch nicht genug bieten. Dennoch beeindruckt es und gruselt für zumindest einige gut verbrachte Minuten.

Produzent: Santiago de Matos Lima
Jahr: 2003

Downloadmöglichkeit

Freitag, 22. Oktober 2010

Freeware: In The Dead of Night

In The Dead of Night

Trecision ist heute z.B. als Produzent des außerordentlich gelungenen 3rd person-Klassikers Nightlong bekannt. Vor langer Zeit hat diese Firma das Detektivspiel "In The Dead of Night" als Shareware vertrieben. Besagtes Adventure ist inzwischen kostenlos verfügbar und ich habe es mir mal genauer angesehen.

In einem Chalet in den Bergen wird nachts eine Frau ermordet. Die Polizei kann so schnell nicht kommen, da um den Tatort herum ein Schneesturm sein Unwesen treibt. Andrea, der Freund des Mordopfers, wendet sich daher vorerst an Eric Wells, in dessen Rolle wir durch das Chalet spazieren und nach alter Krimimanier alle Bewohner des Hauses nach Fakten bezüglich des Geschehens und über zwischenmenschliche Verhältnisse befragen. Interessanterweise erfahren wir anfangs noch nichts über die wahre Identität des Hauptcharakters und warum dieser einen falschen Bart trägt. Die Handlung ist insgesamt nicht sonderlich spektakulär, verläuft allerdings recht spannend. Wer zudem ein Faible für 1st person-Adventures in einem richtig schönen klassischen Stil hat, der wird mit ITDON nicht schlecht bedient. So sind gerade die Hintergründe sehr nostalgisch gehalten und passen in ihrer Darstellung zur tristen, winterlichen Umgebung. Etwas negativ aufgefallen ist mir die Musik, die einerseits einprägsam ist, andererseits jedoch keine Nummer, die man sich durch und durch anhören möchte - und das ist die wohl größte Schwäche in ITDON: Es wurde sich nicht die Mühe gemacht auch mal andere Stücke einzuspielen, die in ausgewählten Zimmern hätten ablaufen können.

Die Steuerung funktioniert gut, solange man sie verstanden hat. Mit einem Rechtsklick werden über dem Inventar die Befehlsbuttons aufgerufen: USE, TAKE, OPEN und CLOSE. Der Befehl SPEAK wird bei einem Klick auf Charaktere (oder den Papagei) automatisch ausgeführt. Danach finden wir uns in einem detailierten Dialogscreen wieder, in dem wir die einzelnen Personen in der Regel über stets dieselben Dinge befragen können. Durch bestimmte Aussagen verlängert sich die Liste teilweise und so können wir zum Beispiel nicht nur nach "Monica" fragen, sondern zudem nach dem "alcoholism of Monica". Außerdem können in diesem Dialogmenü Items hergezeigt und auch - je nach Rechts- oder Linksklick - aus der Hand gegeben werden. Das Gameplay besteht aus Inventarrätseln und der ständigen Gesprächsführung. Lästig ist jedoch die Tatsache, dass man diverse Schränke oder Taschen nur durchsuchen kann, wenn gerade niemand im Raum ist. Denn hier verhält sich alles sehr linear und eine Person verlässt erst dann sein Zimmer, wenn man vorher eine entsprechende Aktion getätigt hat. Die Spiellänge ist stark überschaubar, aber ITDON dürfte einen schon eine gewisse Zeit beschäftigen.

"In The Dead of Night" hat einige Schwächen, die sich nicht so leicht übersehen lassen. Dennoch hat es seinen Charme und bietet mit einer spannenden Krimihandlung auf. Wer Detektivadventures nicht von vorneherein ablehnt, sollte sich dieses frühe Werk einer kommerziellen Produktionsfirma herunterladen.

Produzent: Trecision
Jahr: 1995

Downloadmöglichkeit

Samstag, 16. Oktober 2010

Kommerziell: Zork - Der Großinquisitor

Zork - Der Großinquisitor

Zork gibt es schon seit 1980. Aus den damaligen Textadventures haben sich in den späten 90ern grafisch aufwendige 1st person-Adventures entwickelt. Den letzten Teil dieser Serie möchte ich hiermit vorstellen.

In Quendor wurde die Magie verboten. Alles wird nun durch Technik geregelt und das Volk untersteht der Herrschaft des Großinquisitors. Dessen überaus geistreiches Motto ist nämlich: "Wer ist der Boss von euch? - Ich bin der Boss von euch!" Und wer sich diesen Gesetzen widersetzt und sich somit gegen den Großinquisitor stellt, wird gnadenlos "totemisiert". Als Abenteurer fassen wir den Entschluss das Königreich Quendor auf Zork von diesen Zuständen zu befreien. Anfangs begegnen wir dem Dungeonmaster, dessen Geist in eine Lampe gebannt wurde. Diese "Lampe" weiht uns in unsere Mission ein und steht uns als Begleiter, sowie als Kommentator des Geschehens zur Seite. Doch allein dabei wird es nicht bleiben: Wir finden weitere Freunde, die in sogenannte Totems gepackt wurden und deren Seelen dort gefangen sind, ein Drache und... na ja, ich sollte vielleicht nicht alles vorwegnehmen. Jedenfalls hängt das Schicksal von Quendor von drei magischen Gegenständen ab, die es im Laufe des Spiels aufzuspüren gilt.

Diese abgedrehte Geschichte ist das, was man erwarten muss, wenn man sich ein Zork-Adventure zulegt, besonders extrem wurde hier auf verrückte Ideen, durchgeknallte Charaktere und endlose Satire gesetzt. Dass die Grafik nicht mehr zeitgemäß ist, versteht sich von selbst. Dennoch finde ich das Spiel heute noch optisch ansprechend. Wir durchqueren schöne, fantasievoll gestaltete Szenarien und die Filmsequenzen sind in FMV (Full Motion Video) bereitgestellt, was damals ja noch modern war. Die beste Qualität erreichen diese Sequenzen nicht gerade, dafür kommt man in den Genuss von Schauspielern, die ihre skurrilen Rollen echt überzeugend verkörpern. Amüsant wird es dann aber auch, wenn diese Schauspieler auf Fabelwesen wie Drachen treffen. Die witzige Sprachausgabe kann ich ebenfalls nur lobend erwähnen. Lediglich die alles überschallenden Rufe des Großinquisitors im ersten Abschnitt können auf Dauer recht nervig werden. In den meisten Fällen ist es allerdings nett zu hören, wie sich im Hintergrund irgendwelche Leute unterhalten und zusätzlich zur Geräuschkulisse eine hervorragende Atmosphäre schaffen.

Das Gameplay besteht neben herkömmlichen Inventarrätseln vor allem in der verbotenen Zauberei. Wir erlernen stets neue Zaubersprüche, deren Funktion im Zauberbuch erläutert wird. Wählt man sie aus, wird der Name der entsprechenden Formel von einer schrillen Opernstimme gesungen und lässt sich von uns an einer Stelle im Bildschirm anwenden, wo sie evtl. etwas bewirken könnte. Die Rätsel bewegen sich relativ im Mittelmaß und werden besonders durch die vielen Möglichkeiten (Nutzung von Items, sowie von Zaubersprüchen) erschwert. Eine etwas lästige Ausnahme ist die Szene, in der man am Hades-Telefon die weibliche Stimme überzeugen muss, dass sie uns den Fährmann schickt. Aber so frustrierend diese Einlage auch sein mag, habe ich mich doch zur Genüge amüsiert. Sogar die häufig vorkommenden Tode sind zum Schreien komisch. Man sollte sie unbedingt alle auskosten, damit man keine der extra auf die jeweilige Sterbensart zugeschnittene Nachrichten verpasst. Allerdings gibt es hier kein "Try Again", weshalb ich großzügiges Abspeichern empfehle. Interessante Features sind zudem die Zeitreisen, wobei man einen Geist aus den Totems durch das Zeitportal befördern muss, da man selbst dabei vermutlich nicht mehr heil zurückkehren würde. Somit kann man in kurzen Szenen in die Rollen seiner drei totemisierten Freunde schlüpfen, zum Beispiel am "weißen Haus" (nein, nicht das Weiße Haus!), das in der Zork-Saga mittlerweile legendär ist. Außerdem werden lange Laufwege vermieden, indem an bestimmten Plätzen Teleportmaschinen aufgestellt sind, die uns den schnellen Wechsel in bereits besuchte Gegenden gewähren.

Als Fazit bleibt nur zu sagen, dass dieser Klassiker eine wahre Bereicherung für das 1st person-Adventure-Genre ist. Die ganze Story, die Zwischensequenzen und die Synchronisation - alles ist unglaublich lustig und spielerisch erfüllt "Zork - Der Großinquisitor" ebenso jegliche Wünsche.

Produzent: Activision
Jahr: 1997

Freitag, 15. Oktober 2010

Werbespiel: The Lost Island of Alanna

The Lost Island of Alanna

Ergänzen wir doch unsere neue Kategorie der Werbeadventures um einen weiteren, in diesem Fall internationalen Beitrag. Coca-Cola bewirbt mit "The lost Island of Alanna" die damals neue Cherry Coke im Myst-Stil.

Mit der Handlung brauche ich dieses Mal gar nicht anzufangen, denn diese ist praktisch nicht vorhanden. Das Ziel ist nicht mehr und nicht weniger als die Erkundung der im Titel erwähnten Insel, die offenbar reich an unentdeckten Schätzen ist. Dabei trifft man nicht auf Charaktere, sondern interagiert lediglich mit Pflanzen, Steinen, komplexen Gerätschaften und anderen Gegenständen.

Die Rätsel sind typisch für einen "Mystklon" und haben einen ordentlichen Schwierigkeitsgrad. Dieser ist natürlich noch lange nicht mit dem des Rätseldesigns aus besagter Kultreihe vergleichbar. Wir stoßen auf hölzerne oder steinerne Konstruktionen, bei denen wir bestimmte Zeichenfolgen einstellen müssen, auf Schiebepuzzles und im späteren Verlauf folgen noch härtere Knobeleien. Inventargegenstände gibt es ebenfalls zur Genüge, so müssen besonders häufig Items im Inventar miteinander kombiniert werden. Dafür, dass "The Lost Island of Alanna" relativ kurz ist, hat es einen hohen spielerischen Anspruch. Aber nicht nur ins Gameplay wurde hier viel Liebe gesteckt, sondern auch in die Grafiken, die sehr hübsch und detailliert sind, ebenso wie das interessant gestaltete Interface. Zudem werden gelegentlich kleine Animationen (wie zum Beispiel fallende Bienenstöcke) geboten, die der Statik, die sich für gewöhnlich durch die Szenenbilder zieht, entgegenkommt. Musik bekommen wir bedauerlicherweise nicht zu hören, stattdessen gibt es teilweise eine recht lebhafte Geräuschkulisse.

Ein absolutes Unding ist allerdings das Ende. Wo ein richtiges Outro sein könnte, stehen nur Erläuterungen zu diversen Symbolen auf Cherry Coke-Flaschen. Damit wird also die Werbung nachgeholt, auf die praktisch während des Spielverlaufs verzichtet wurde. Das ist ja auch gut und schön, aber hätte man das nicht etwas vorteilhafter lösen können? Der abrupte Abschluss beeinträchtigt den Gesamteindruck leider enorm. Das Fazit ist gar nicht so leicht. Die Schwächen sind ebenso vorhanden wie die Stärken. Spielenswert ist es meiner Meinung nach auf jeden Fall.

Produzent: The Coca Cola Company
Jahr: 1998

Download (nicht die einzige Bezugsquelle)

Dienstag, 12. Oktober 2010

Werbespiel: Abenteuer Saline

Abenteuer Saline

Heute machen wir einen weiteren Ausflug in die Kategorie der Werbespiele. "Abenteuer Saline" repräsentiert den "Solepark" und ist einer der jüngeren Vertreter dieses Genres.

Erst einmal sieht das Adventure sehr hübsch aus und es scheint auch technisch gut umgesetzt. Wir bewegen uns durch eine 3D-Umsetzung des Soleparks und gesteuert wird mit den Pfeiltasten. Diverse Drehungen nach rechts, links oder um 360° müssen aber mit der Maus durchgeführt werden. Eigentlich ist es nichts Anderes als ein Lernspiel - das ist ja an sich nicht schlecht, nur leider wurde dabei komplett auf eine Geschichte verzichtet. Wir werden einfach in eine längst vergangene Zeit zurückversetzt, wo wir uns etwas mit der historischen Salzproduktion beschäftigen. Dabei bekommen wir nachfolgend fünf Aufgaben zugeteilt, die in einer festgesetzten Zeit bewältigt werden müssen (z.B. ein Zahnrad austauschen, das Feuer löschen...). Wird das jeweilige Problem nicht rechtzeitig aus der Welt geschafft, muss man "Abenteuer Saline" neu beginnen. Hat man ein Problem gelöst, kann man Salzsäcke verkaufen, was letztendlich auch das Ziel des Spiels ist. Besagtes Ziel ist jedoch bereits innerhalb von 15 Minuten erreicht, wenn man alles richtig gemacht hat. Ein Tutorial-Modus, der im Hauptmenü ausgewählt werden kann, erleichtert etwas die Orientierung und gibt Auskunft darüber, was diese vielen Gebäude und Gegenstände darstellen.

Zugegeben, es hat schon Spaß gemacht - allerdings nicht unbedingt als Adventure, sondern eher als eine Art Geschicklichkeitsspiel, wo man Schnelligkeit beweisen muss, während die zu erledigenden Tätigkeiten (um das Wort "Rätsel" zu vermeiden) eigentlich recht klar beschrieben sind. Nur am Anfang wusste ich gar nicht, was ich eigentlich tun sollte. Da hilft dann aber das Manual auf der Website weiter, das eine äußerst genaue Lösungshilfe beinhaltet. Was bleibt ist jedenfalls ein sehr kurzes und unspektakuläres Vergnügen, das vor allem mit einer gescheiten Handlung etwas deutlich Besseres hätte werden können.

Produzent: ITnB Development
Jahr: 2004

Website