Dienstag, 26. Oktober 2010

Freeware: Sabine im Internat

Sabine im Internat

Ohne große Worte gehen wir direkt weiter zum zweiten Fanadventure von V-oti. Dabei begeben wir uns vom Mittelalter geradewegs ins Internat.

Sabine wurde von ihrer Mutter aufs Internat geschickt - und das, wo sich ihre Schulnoten doch nur geringfügig verschlechtert haben. Das lässt unser Hauptcharakter natürlich nicht auf sich sitzen und so plant sie den Ausbruch aus dieser "Festung". Aber das ist erst der Anfang. Irgendwann entsteht ein Brand im Internat, Sabine wird bei Nacht von einem merkwürdigen Typen durch den Vorgarten verfolgt und schließlich landen wir in der Welt hinter dem Traumfänger bei Zauberern und Sumpfkobolden. Im Gegensatz zu "Der Gefangene" wird hier vor allem handlungstechnisch mehr geboten. Eingeteilt ist das Spiel in drei Kapitel, wobei anfangs alles recht heiter scheint, im Mittelteil dagegen leicht auf Grusel gesetzt wird und im letzten Part haben wir eher mit fantastischen Elementen zu tun - eine schöne Entwicklung und außerdem gut inszeniert. Die Charaktere haben stets etwas Skurriles, ob Fantasiewesen oder Mitschülerinnen. Unter diesen Gesichtspunkten machen die häufig vorkommenden Dialoge besonders viel Spaß.

Die gesamte Spielumgebung ist mit Liebe im Detail entworfen worden und die Grafiken können sich sehen lassen. Jedoch haben mich die "menschlichen" Charaktermodelle weniger überzeugt, sie hätten sich besser in die ansonsten hübschen Hintergründe einfügen können. Es lässt sich allerdings nicht verleugnen, dass ihr Aussehen etwas sehr Comichaftes und Witziges hat. Die Atmosphäre gefiel mir insgesamt gut, so wurde es sogar im dunklen Internatsvorgarten recht unheimlich. Nun muss ich aber nochmal auf etwas zu sprechen kommen, was mich bei "Der Gefangene" bereits gestört hat: Die Synchronisation. Erneut ist die Hauptfigur, also Sabine, die einzige Person, die mit Sprache unterlegt wurde, wobei sie keine mädchenhafte, sondern eher eine seltsame Koboldstimme bekam. Man gewöhnt sich daran, doch es klingt schlichtweg unnatürlich. Neben diesem Schwachpunkt ist noch das Rätseldesign zu erwähnen, welches sich kaum bemängeln lässt. Es ist anspruchsvoll und vielseitig. Ob mit gut durchdachten Technikrätseln oder anderen Spielereien, man wird fortlaufend gefordert. Das Inventar ist stets großzügig bepackt und Gesprächspartner müssen oftmals mit Worten umgestimmt werden. Gelegentlich ist Schnelligkeit gefragt und an einigen Stellen kann man mit dem Tod bestraft werden.

Mit einer humorvollen und abgedrehten Geschichte kommt "Sabine im Internat" daher. Trotz kleiner Schwächen wie der Sprachausgabe muss man dem Autor hier enorme Fortschritte zuschreiben. Ich bin überaus gespannt auf sein nächstes Werk.

Website (Download hier!)

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