Freitag, 15. Oktober 2010

Werbespiel: The Lost Island of Alanna

The Lost Island of Alanna

Ergänzen wir doch unsere neue Kategorie der Werbeadventures um einen weiteren, in diesem Fall internationalen Beitrag. Coca-Cola bewirbt mit "The lost Island of Alanna" die damals neue Cherry Coke im Myst-Stil.

Mit der Handlung brauche ich dieses Mal gar nicht anzufangen, denn diese ist praktisch nicht vorhanden. Das Ziel ist nicht mehr und nicht weniger als die Erkundung der im Titel erwähnten Insel, die offenbar reich an unentdeckten Schätzen ist. Dabei trifft man nicht auf Charaktere, sondern interagiert lediglich mit Pflanzen, Steinen, komplexen Gerätschaften und anderen Gegenständen.

Die Rätsel sind typisch für einen "Mystklon" und haben einen ordentlichen Schwierigkeitsgrad. Dieser ist natürlich noch lange nicht mit dem des Rätseldesigns aus besagter Kultreihe vergleichbar. Wir stoßen auf hölzerne oder steinerne Konstruktionen, bei denen wir bestimmte Zeichenfolgen einstellen müssen, auf Schiebepuzzles und im späteren Verlauf folgen noch härtere Knobeleien. Inventargegenstände gibt es ebenfalls zur Genüge, so müssen besonders häufig Items im Inventar miteinander kombiniert werden. Dafür, dass "The Lost Island of Alanna" relativ kurz ist, hat es einen hohen spielerischen Anspruch. Aber nicht nur ins Gameplay wurde hier viel Liebe gesteckt, sondern auch in die Grafiken, die sehr hübsch und detailliert sind, ebenso wie das interessant gestaltete Interface. Zudem werden gelegentlich kleine Animationen (wie zum Beispiel fallende Bienenstöcke) geboten, die der Statik, die sich für gewöhnlich durch die Szenenbilder zieht, entgegenkommt. Musik bekommen wir bedauerlicherweise nicht zu hören, stattdessen gibt es teilweise eine recht lebhafte Geräuschkulisse.

Ein absolutes Unding ist allerdings das Ende. Wo ein richtiges Outro sein könnte, stehen nur Erläuterungen zu diversen Symbolen auf Cherry Coke-Flaschen. Damit wird also die Werbung nachgeholt, auf die praktisch während des Spielverlaufs verzichtet wurde. Das ist ja auch gut und schön, aber hätte man das nicht etwas vorteilhafter lösen können? Der abrupte Abschluss beeinträchtigt den Gesamteindruck leider enorm. Das Fazit ist gar nicht so leicht. Die Schwächen sind ebenso vorhanden wie die Stärken. Spielenswert ist es meiner Meinung nach auf jeden Fall.

Produzent: The Coca Cola Company
Jahr: 1998

Download (nicht die einzige Bezugsquelle)

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