Montag, 8. November 2010

Kommerziell: Crime Time

Crime Time

Momentan mangelt es hier an Nostalgie? Das lässt sich ändern. "Crime Time" von der Firma Byteriders erschien 1990 und ich habe es mal unter die Lupe genommen.

Wir waren einfach zur falschen Zeit am falschen Ort - und dazu noch ziemlich betrunken. Dadurch haben wir uns des Mordes verdächtig gemacht, der in dem Hotel geschehen ist, in dem wir mit unserem Freund Rainer für ein paar Tage untergekommen sind. Bevor die Polizei eintrifft, müssen wir also unsere Unschuld beweisen. All das klingt nicht sonderlich ernsthaft und tatsächlich schafft es das Spiel in keiner Sekunde einen Funken Seriosität zu versprühen, was einem Krimi selten zuträglich ist. Die Dialoge mit Nebencharakteren und sonstige Kommentare, z.B. beim Betreten eines jeden Raumes, zeugen also von einer Menge Humor, der immerhin eine Stärke von "Crime Time" darstellt. Gelegentlich wird es etwas anzüglich - so lässt der Hauptcharakter sich auch nicht davon abhalten, in den Duschraum zu gehen, wenn dieser von einer Dame besetzt ist. Spannung kam bei mir überhaupt nicht auf, was wohl nicht zuletzt durch die banale Handlung bedingt ist. Blöderweise gibt es nicht einmal ein richtiges Intro, das in die Geschichte einführt, wodurch der Spieler noch zusätzlich verwirrt werden dürfte.

Das Interface ist aus heutiger Sicht nicht mehr allzu komfortabel. Wir können den Mauscursor nicht innerhalb des Bildschirms bewegen, sondern nur im unteren Bereich, der aus verschiedenen Feldern besteht. Links können wir über einen Kompass eine bestimmte Richtung einschlagen und somit den Raum wechseln. Im mittleren Feld sind acht Befehle gelistet, die man auf Charaktere oder Gegenstände anwenden kann, welche wiederum im rechten Segment stehen. Dieses ist unterteilt in das Fenster des jeweiligen Raums, in dem alles zu sehen ist, was sich dort befindet, sowie in das Inventar. Nicht schlecht gibt sich das Rätseldesign, das von einem mittleren Schwierigkeitsgrad zeugt. Oftmals muss man mit einem Dietrich in Zimmer einbrechen und diese inspizieren, was bei einem Detektivspiel unverzichtbar ist. Zwischendurch gibt es dennoch einige durchaus logische Inventarrätsel, durch die unsere grauen Zellen angestrengt werden. Allerdings muss ebenso beim Knobeln der Humor bewahrt werden. Abspeichern ist stets sinnvoll, denn größere Fehler führen zum Tod oder ins Gefängnis. Die Grafik ist für damalige Verhältnisse mehr als in Ordnung.

Viel einfallsreicher als der Titel ist auch das Adventure dahinter nicht. Tja, ein Klassiker ist nicht gleich automatisch gut und dieser nicht zu Unrecht eher unbekannt. Er konnte mich in keiner Minute fesseln und ich war froh, dass ich nur wenige Stunden dafür einplanen musste. Wer es gerne einmal anspruchslos mag, der könnte aber seine Freude an dem Byteriders-Produkt finden.

Produzent: Byteriders, Vertrieb: Starbyte
Jahr: 1990

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