Freitag, 31. Dezember 2010

Kommerziell: Rhiannon

Rhiannon – Geister der Vergangenheit

Unter dem Motto „The Story is the Game“ tritt 2008 die unabhängige Entwicklerschmiede Arberth Studios an die Öffentlichkeit. Der Titel des Erstlingswerks lautet „Rhiannon – Fluch der vier Zweige“. Ein Vorgänger? Irrtum, „Geister der Vergangenheit“ ist lediglich die überarbeitete Fassung bzw. Premium-Edition hiervon (den ursprünglichen Titel empfand ich persönlich als deutlich innovativer!). Und um diese Version von 2010 dreht sich mein Review.

Chris begibt sich zum Hof Ty Pryderi um diesen in der Abwesenheit einer befreundeten Familie zu pflegen. Rhiannon, die Tochter seiner Bekannten, benötigt nämlich dringend Abstand von diesem Ort, weshalb sie mit ihren Eltern verreist ist. Doch wir bleiben nicht tatenlos und suchen nach Anhaltspunkten, was das Mädchen ängstigen könnte. Wir erfahren von ihren Alpträumen und erhalten Einblicke in ihre Eigenrecherchen. Offenbar gab es da noch weitere Frauen, die den Namen Rhiannon trugen, und denen etwas Schreckliches zugestoßen sein muss. Die auf uralten Mythen basierende Handlung wird in erster Linie durch Buchtexte erzählt. Ob Legenden, Sachbücher, Tagebücher, E-Mails oder sonstige Texte, man wird stets mit interessantem Lesestoff versorgt. In das Rätseldesign fließen Aspekte wie die historische Ogam-Schrift ein, die unter anderem dazu beiträgt, dass „Rhiannon“ teilweise ziemlich schwierig ist. Weniger anspruchsvoll ist dagegen das dauerhafte Einsammeln von Gegenständen, denn man muss in späteren Kapiteln immer wieder alte Räumlichkeiten aufsuchen um dort Dinge einzustecken, die man zuvor nur betrachten konnte. Natürlich gibt es Hinweise darauf, warum die Items inzwischen benötigt werden. Andere Menschen, mit denen man interagieren kann, kommen nicht vor. Ein gewisser Komfort ist zudem lobend zu erwähnen: Man kann sich durch eine Übersichtskarte lange Laufwege durch Ty Pryderi ersparen und der Notizblock gibt kontinuierlich neue Tipps, was zu tun ist.

„Rhiannon“ weiß zu überraschen. Schließlich rechnet man schon alleine durch die Verpackung mit einem Horrorspiel - doch weit gefehlt, so handelt es sich eher um ein mystisches Fantasy-Adventure mit Gruseleinlagen. Trotz des ständig präsenten Sonnenlichts gibt es hin und wieder recht unheimliche Szenen. Musik hört man selten, allerdings wartet jedes Kapitel mit seiner eigenen Einführungsmelodie auf, die stets auf einem bestimmten Element basiert. Neben diesen gelungenen Klängen kann aber vor allem die Geräuschkulisse überzeugen. Ob es die schaurigen „Rhiannon!“-Geisterrufe sind oder die Schritte der Hauskatze, die man leider nicht persönlich zu Gesicht bekommt, die Geräusche fügen sich ausgezeichnet ins Geschehen ein. Die Grafik sorgt dabei ebenso wenig für einen Bruch, wenn diese auch nicht dem heutigen Standard entspricht. Besonders hervorzuheben sind jedoch die Spezialeffekte, wenn man z.B. eine „Elementenkugel“ zusammengestellt hat.

„The Story ist the Game“? Nun, das kann man so stehen lassen. Denn die Handlung ist die größte Stärke von „Rhiannon“ und wird durch massenhaft informative Texte fachgerecht untermalt. Das durch und durch spannende Erstlingswerk von „Arberth Studios“ kann sich mit anderen kommerziellen 1st person-Adventures messen. Vielleicht gibt es von den Machern schon bald etwas Neues zu erwarten, z.B. im Jahr 2011? Ach ja, wo wir gerade davon sprechen: Ich wünsche allen Lesern meines Blogs einen guten Rutsch und ein glückliches Jahr 2011!

Produzent: Arberth Studios
Jahr: 2008/ 2010

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