Donnerstag, 13. Januar 2011

Freeware: Mystilinchen

Mystilinchen

1st person-Adventures, die mit dem Point and Click Development Kit geschaffen wurden, sind Seltenheiten. Eine davon ist "Mystilinchen", dessen Titel ganz deutlich an den Klassiker "Myst" angelehnt ist.

Das Intro besteht aus einigen Schriftzügen und einer netten Musikuntermalung. Wir bekommen einen Brief von unserem Professor, der von seinem Experiment berichtet, das zu unvorhersehbaren Ereignissen geführt haben soll. Da er großes Vertrauen in uns setzt, bittet er uns sein Privatdomizil aufzusuchen und in seine Fußstapfen zu treten, falls ihm etwas zugestoßen sein sollte. Kurz darauf finden wir uns auf einer Wiese direkt vor dem Landhaus des Wissenschaftlers wieder. Hinter uns steht ein Schuppen und irgendwo zwischen den Bäumen liegt der Eingang zu einem geheimnisvollen Labyrinth, zu dem wir erst später Zutritt erhalten. Die Grafiken sind teils aus simplen 3D-Konstruktionen und Fotos zusammengesetzt, störend wirkt diese Kombination meiner Ansicht nach nicht, sondern sieht für ein Fanadventure recht ordentlich aus. Am meisten hat mir die Optik jedoch im letzten Spielabschnitt, auf dem Planeten, gefallen. Melodien sind nur an ausgewählten Orten zu vernehmen und Geräusche, wie das anfängliche Vogelgezwitscher, wurden überzeugend in die Szenen integriert. "Mystilinchen" weist eine befriedigende Länge auf, was zudem dadurch unterstützt wird, dass die Rätsel den Spieler für eine gewisse Zeit beschäftigen. Besonders der Schwierigkeitsgrad wurde nach Myst-Vorbild gestaltet. So muss man beispielsweise bestimmte Tonfrequenzen an Radiogeräten einstellen um Diamanten zum Tanzen zu bewegen. Vorher gilt es noch ein Labyrinth zu durchqueren, über das man geteilter Meinung sein kann. Es ist äußerst komplex und führt uns zu unterschiedlichen Räumen, in denen sich spezielle Mechanismen befinden, die zu betätigen sind. Dieses grenzenlose Umherirren kann schnell frustrierend werden, wenn es auch mit ausreichender Geduld zu bewältigen ist. Genretechnisch geht "Mystilinchen" letztendlich eher in die Science Fiction-Richtung.

Im Endeffekt lässt sich wenig kritisieren. Ob es den Maßstäben eines eingefleischten Myst-Fans entspricht, kann ich nicht beurteilen, aber ich halte es für ein insgesamt sehr gelungenes Freeware-Adventure. Die geringfügig entwickelte Handlung wird in der zweiten Hälfte wesentlich interessanter und könnte mit der geplanten Fortsetzung besser vertieft werden - vorausgesetzt der Autor, Dr. hc. Oz, arbeitet wirklich noch an dem angekündigten "Mystilinchen 2". Schließlich war das Ende wieder einmal zu abrupt, da war lediglich der Hinweis auf den möglichen Nachfolger ein guter Trost.

Website (Download hier!)

Kommentare:

  1. Der Autor hat weitergearbeitet. Hat zwar lange gebraucht, aber Mystilinchen 2 steht nun zum Download bereit.
    http://kioz.de/setup_mystilinchen2.exe

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  2. Schön zu hören! :) Danke für die Info!

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