Sonntag, 16. Januar 2011

Kommerziell: Sirius-Trilogie

Sirius-Trilogie: Auf den Spuren der Dogon

Manchmal sollte man einem Adventure eine zweite, dritte oder vierte Chance geben. Das habe ich inzwischen gelernt. Bei der "Sirius-Trilogie" habe ich das getan und es endlich durchgespielt.

Bei ihrer Begegnung mit dem Halleychen Kometen wurde die Erde durch dessen Anziehungskraft komplett aus der Bahn geworfen und bewegt sich seitdem auf die Sonne zu. Das Leben auf unserem Planeten konnte der starken Erhitzung nicht standhalten - nur wenige Menschen konnten sich in einem Bunkersystem in Sicherheit bringen. Dazu gehörte auch Professor Oman Tempel, der diesen Augenblick nutzte um mit seiner Zeitmaschine die Vergangenheit zu durchforsten. An uns liegt es nun seine Bemühungen zur Rettung des Heimatplaneten im Jahr 2499 fortzusetzen. Informationen zur Mission gibt es bei den Dogon, dem einstigen afrikanischen Stamm, die offenbar Kontakte zu Außerirdischen pflegten und über das Sternensystem Sirius Bescheid wussten. Nach dieser gründlichen, aber knapp bemessenen Eingangserzählung finden wir uns dort wieder, wo man ein Adventure des guten Ersteindrucks wegen besser nicht beginnen lassen sollte: In einem Labyrinth. Dieses führt zu unterschiedlichen Räumen und zu Zeitmaschinen, die uns jeweils in zwei bestimmte Epochen befördern. Ohne Hinweise werden wir allerdings nicht durch die Erdzeitalter geschickt, denn die ersten Briefe und Aufzeichnungen von Oman Tempel sind im Bunker versteckt.

Etwas lästig ist, dass das Bunkerlabyrinth weit umfangreicher ist als jede zu besuchende Ära. Aber ein ausgeklügeltes Rätseldesign findet man vor allem in anderen Zeiten vor - der Spieler wird mit schwierigen Aufgaben konfrontiert, wobei man fast nie Items und Hotspots miteinander kombiniert, sondern eher technische Hebelrätsel löst oder solche, bei denen man in der korrekten Reihenfolge Symbole eindrücken muss. Übrigens kann man bis zu 150 Millionen Jahre vor Christus zurückreisen und erforscht bekannte Orte wie Stonehenge oder Nepal, sowie außerirdische Gefilde, denn gerade im späteren Verlauf gilt es das Sirius-System zu erkunden. Die meisten Tiere, auf die man trifft, wie z.B. die Dinosaurier, wirken absolut statisch und haben zudem keine Lösungsrelevanz. Auf der Hülle wird die "Sirius-Trilogie" als "ein fantastisches, mystisches und surrealistisches Science-Fiction-Abenteuer" angepriesen. Und das ist es tatsächlich. Besonders die Sirius-Gegenden bescheren uns surreale Erlebnisse. An manchen Stellen weist die "Sirius-Trilogie" Sprachausgabe auf, so z.B. im Intro, wenn der Professor seinen Monolog hält, oder in bestimmten Epochen, wenn wir mit den Orakeln kommunizieren, die sich jedoch leider so undeutlich und leise im Kontrast zur Musik artikulieren, dass man sich zumindest Untertitel wünschen würde. Da sind die Briefe eine größere Hilfe. Zu erwähnen ist noch, dass man die "Sirius-Trilogie" direkt von der CD starten kann und keine Installation notwendig ist. Eine Speicheroption gibt es ohnehin nicht. Stattdessen präsentiert man uns ein einzigartiges Passwortsystem, bei dem man jeweils ein Kartensymbol (Pik, As, Kreuz, Herz), eine Schachfigur und eine Zahl von 0-99 eingeben muss (das Kartensymbol steht hier z.B. für den Spielfortschritt!), die den Code für die letzte Position darstellen. Diese Kombination erhält man, wenn man das Adventure über den grünen Button auf der linken, unteren Seite beendet. Doch Vorsicht ist geboten: Drückt man auf die Escape-Taste, so wird die ganze Anwendung sofort abgebrochen und man hat keine Möglichkeit mehr das Passwort zu notieren - ein frustrierender Faktor. Insgesamt funktioniert die Codeeingabe gut, sobald man sie verstanden und sich damit vertraut hat.

Die "Sirius-Trilogie" ist in fast allen Bereichen "seltsam". Je nach dem Interesse, das man bei PC-Spielen verfolgt, kann man das auf positive oder negative Weise sehen. Auch die Tatsache, dass es weder ein richtiges Ende (im Sinne eines Outros oder einer Endsequenz), noch Cutscenes gibt, ist natürlich eher ungewohnt. Ich persönlich habe durchaus meine Freude damit gehabt und Gefallen daran gefunden, wenngleich einige Punkte gestört haben. Allerdings darf man nicht den Fehler machen und schon zu Anfang denken: "Meine Güte, was habe ich da nur gekauft?" ;-)

Produzent: Modern Games
Jahr: 1997

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