Dienstag, 18. Januar 2011

Kommerziell: Uninvited

Uninvited

Die von ICOM Simulations produzierte Adventure-Kultreihe setzt sich zusammen aus "Deja Vu 1+2", dem hier bereits in der Game Boy-Version besprochenen Shadowgate, sowie dem ähnlich gruseligen "Uninvited". Auch dieses ist für verschiedene Systeme erschienen, z.B. 1986 für Mac (Erstfassung), 1987 für DOS und 1993 für Windows. Aus letztgenannter Variante stammen die abgebildeten Screenshots und hierauf nehme ich Bezug in dem folgenden Review.

Als unser Hauptcharakter nach einem Autounfall wieder das Bewusstsein erlangt, sitzt er in seinem Wagen und stellt fest, dass sein Bruder verschwunden ist. Nun gilt es für den Spieler direkt zu Beginn Schnelligkeit zu zeigen, da wir anderenfalls mitsamt dem Fahrzeug in die Luft fliegen werden. Haben wir das geschafft, stehen wir zunächst vor einer für das Genre typischen viktorianischen Villa. Schon bald wird klar, dass unser Bruder in dieses Gebäude verschleppt worden sein muss und so machen wir uns auf die Suche. Doch Dämonen und andere düstere Kreaturen kreuzen unseren Weg und lauern hinter jeder Ecke. Sonderlich komplex ist die Handlung nicht, dennoch können die unheimlichen Beschreibungen, die Bilder und die lebendige Geräuschkulisse beeindrucken. Bedauerlicherweise wurde fast an keiner Stelle Musik eingesetzt, diese ertönt vor allem, sobald man verstorben ist - und somit im Durchschnitt gar nicht so selten. Schließlich wartet der Tod in etlichen Räumen des alten Gemäuers und wie oben schon erwähnt kann man bereits in den ersten Spielminuten sein Lebenslicht verlieren. Das Sterben in ICOM-Adventures ist ein Kultfaktor, der einfach nicht wegzudenken ist, der jedoch großzügiges Speichern voraussetzt. Einzig negativ aufgefallen ist die Tatsache, dass uns die Dämonen nach einer gewissen Gnadenfrist ganz überraschend aufsuchen, weshalb man sich nicht allzu lange in der Villa aufhalten darf und "Uninvited" in einer bestimmten Zeitspanne beenden sollte. Zumindest habe ich außer einem Neustart oder dem Laden eines älteren Savegames keine Alternative gefunden dieses Problem zu umgehen.

Die Grafik erreicht in der Windows-Version sicherlich die beste Qualität. Sie ist nach heutigen Maßstäben natürlich nicht mehr umwerfend, sorgt aber für Atmosphäre und für so manches Gruseln - insbesondere dann, wenn die Monster uns in der Nahansicht gegenüberstehen (und uns im Normalfall direkt umbringen, wie der Hund im zweiten Screenshot!). Die genutzte Engine sollte jedem ICOM-Kenner vertraut sein. So sind folgende Befehle vorhanden: Examine, Open, Close, Speak, Operate, Go, Hit, Consume. Die "Speak"-Funktion wird über Texteingabe gesteuert. Damit kann man einigen Gegnern Zaubersprüche ins Ohr flüstern, die im Haus versteckten Schriftrollen zu entnehmen sind. Ein praktisches Drag- and Drop-Verfahren ermöglicht es Objekte zwischen verschiedenen Fenstern umherzuschieben, z.B. zwischen Szenenbild und Inventar oder zwischen Inventar und einer offenen Schublade. Allerdings kann man nur eine begrenzte Anzahl an Items gleichzeitig aufbewahren und muss zur Not einen größeren Gegenstand in einem beliebigen Raum ablegen (und später ggf. wiederfinden!) um neuen Platz im Inventar zu schaffen. Dass man eine Menge nicht lösungsrelevanter Dinge einstecken kann, ist meiner Meinung nach etwas irreführend und fördert den Spielfluss nicht gerade. Die Rätsel sind nicht ganz so überzeugend wie bei "Shadowgate", aber keineswegs zu leicht. Als Vorwarnung sollte ich vielleicht noch darauf hinweisen, dass uns das obligatorische Labyrinth ebenfalls nicht erspart bleibt.

"Uninvited" ist ein spannendes Horrorspiel nach gewohnter ICOM-Manier. Trotz einiger Frustmomente kann man mit diesem Klassiker gut einsame Nächte verbringen (am Tag würde wohl viel Reiz verloren gehen!). Da ich die Game Boy-Umsetzungen der sogenannten MacVenture-Adventures sehr mochte, finde ich es jedoch schade, dass wir auf "Uninvited" auf dem Minibildschirm verzichten mussten.

System/ Konsole: Mac, Amiga, Atari, DOS, C64, Apple IIGS, NES (Quelle: Wikipedia)
Produzent: ICOM Simulations
Jahr: 1986 (Urfassung), 1993 (hier besprochene Windows-Fassung)

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