Donnerstag, 3. Februar 2011

Kommerziell: Deja Vu 1+2

Deja Vu 1+2

Mit „Deja Vu“ kommen wir nun zu einem weiteren MacVenture-Klassiker, der sich nicht mit Horror, sondern mit Kriminalität beschäftigt – ein Detektivspiel. Ursprünglich wurden die Teile unabhängig voneinander in den Handel gebracht. Spätere Versionen aber, wie das Game Boy Color- oder Windows-Remake, umfassen beide Adventures in einem Paket. Bei diesem Review lag mir die Windows-Variante vor.

Deja Vu 1: A Nightmare Comes True
Wir sind im Chicago des Jahres 1941. Ace Harding, ist der Name des Privatdetektivs, den wir verkörpern, doch das gilt es erst zu ergründen. Anfangs finden wir uns auf der Toilette einer Bar wieder und unser Gedächtnis scheint nicht mehr zu funktionieren. Nach und nach erhalten wir Anzeichen darauf, wer wir sind und was geschehen ist. Es hat offenbar mit der Entführung einer Dame zu tun. Vor allem sollten wir schleunigst ein Gegenmittel für die Amnesie in die Finger bekommen, denn wenn wir zu langsam vorgehen, haben wir irgendwann den Intelligenzquotienten eines Gemüses und müssen notgedrungen ein neues Spiel starten oder einen Spielstand laden. Damit wären wir schon bei einem üblen Frustfaktor, da ein Adventure, in dem man stets unter Zeitdruck zu agieren hat, nur begrenzt Spaß bereitet. Unterwegs werden uns einige Hürden gestellt, die uns das Leben kosten können, z.B. brutale Verbrecher oder Krokodile in der Kanalisation. „Deja Vu“ hantiert mit diversen amerikanischen Gangster-Klischees. Eine überragende Geschichte ist hier nicht zu erwarten, sondern eher typischer Mainstream. Sobald wir das Medikament geschluckt haben, werden wir schrittweise mit textlichen Erinnerungsbildern von Ace konfrontiert, die recht interessant und amüsant sind, die sich allerdings durchaus hätten vertiefen lassen können.

Das Inventar wird bei „Deja Vu“ unübersichtlich, nachdem sich im Laufe der Ermittlungen etliche Items angesammelt haben. Das ist nicht zuletzt dadurch bedingt, dass es große und kleine Gegenstände gibt. So belegt zum Beispiel der Mantel viel Platz und verdeckt den sonstigen Kram im Inventarfenster, auf den man gerne nochmal zugreifen würde. Darüber hinaus folgt alles dem Prinzip „Öffnen und Herausnehmen“. Demnach kann man das Kleidungsstück "öffnen" und ein zusätzliches Fenster springt auf, in dem eine Brieftasche liegt, deren Inhalt man ebenfalls in einem untergeordneten Fenster inspizieren kann. Es stehen eine Handvoll Befehle zur Verwendung bereit, darunter „Speak“, worüber man per Tastatureingabe dem Taxifahrer den Zielort zuflüstern kann oder „Hit“ um so manchem Ganoven, der sich uns in den Weg stellt, einen ordentlichen Fausthieb zu verpassen. Der hässlichen CGA-Grafik ist es zu verdanken, dass man der Dos-Version wohl jede andere Fassung vorziehen würde. Besonders auf dem NES, Game Boy oder Amiga zeichnet sich „Deja Vu“ durch altmodische, gut entworfene Szenenbilder aus und die Optik des Windows-Remakes ist auch nicht zu verachten.

Deja Vu 2: Lost in Las Vegas
Die Fortsetzung unterscheidet sich im Aufbau kaum von ihrem Vorgänger. Der Witz, die Gefahrensituationen und die Storyqualität halten dem Original die Treue. Ebenso bleibt die technische und grafische Ausführung praktisch identisch. In diesem Part wurden wir vom Oberschurken Tony Malone in die Zockermetropole Las Vegas verschleppt. Lustigerweise kommen wir dort ausgerechnet wieder in einem Badezimmer zu Bewusstsein und müssen erneut herausfinden, was in dieser verruchten Umgebung vor sich geht. Verraten sei an dieser Stelle zumindest, dass es mit einer gewissen Summe Geld zu tun hat. Um Licht ins Dunkel zu bringen pokern wir im Casino und pendeln mit dem Zug zwischen Las Vegas und Chicago. Für Strecken innerhalb Chicagos wird das Taxi genutzt. Wir brechen in die Räumlichkeiten von Kriminellen ein und wer Lust hat, kann sich einen Abstecher in die Wüste genehmigen. Fans der Debüt-Episode werden vermutlich auch an "Lost in Las Vegas" ihre Freude haben.

"Deja Vu“ ist ein geschätzter Klassiker, doch ich persönlich konnte der Handlung und Atmosphäre der beiden Episoden wenig abgewinnen, obwohl ich Shadowgate und Uninvited sehr mochte. Wer traditionelle Gangster- und Detektiv-Stories liebt, sollte hingegen voll auf seine Kosten kommen.

Anmerkung: Der Game Boy Color-Release erschien unter dem Titel "Deja Vu I+II: The Casebooks of Ace Harding".

System/ Konsole: Mac, Amiga, Atari, DOS, C64, Apple IIGS, NES (Quelle: Wikipedia), außerdem Game Boy Color-Version erschienen.
Produzent: ICOM Simulations
Jahr: 1985 (Deja Vu 1), 1988 (Deja Vu 2), hier besprochene Windows-Version: 1993

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