Donnerstag, 24. Februar 2011

Kommerziell: Carol Reed 5 - Ein Mittsommernachtsmord

Carol Reed 5 - Ein Mittsommernachtsmord

Dass der Titel stark an den eines Romans von Henning Mankell erinnert, ist rein zufällig bzw. ein durch die Übersetzung entstandener „Fehler“. Im Original ist der fünfte Teil der Reihe als „The Colour of Murder“ bekannt. In Schweden ist das Mittsommerfest jedoch ein Stück Kultur, das nicht umsonst auch bei „Carol Reed“ zum Thema gemacht wird.

Und da bald Mittsommer ist, muss Carol Reed ihren aktuellen Fall in drei Tagen aufklären. Ihr Auftraggeber ist Willy, der Inhaber ihres Nachbargartens, der seinen erwachsenen Sohn Adrian seit geraumer Zeit vermisst. Außerdem gab es da noch einen Mord, der irgendwie mit der Sache in Verbindung stehen könnte. Um die Ermittlungen zu beginnen, erhält sie zunächst Adrians Wohnungsschlüssel. Im Laufe der Handlung erkunden wir zudem die Theaterwerkstatt, den Industriepark, den Kalksteinbruch und weitere hübsche, sowie schmutzige Plätze in Norköpping. Carols Freundin Stina steht derweil in ihrem Laden, der sich mittlerweile zu etwas Größerem gewandelt hat, für Fragen und Auskünfte bereit. Katarina ist übrigens in den letzten Episoden nicht dabei gewesen – warum dem so ist, kann ich nicht sagen, aber vermutlich ist das Fotomodell aus der Reihe „ausgestiegen“. Der hohe Lernfaktor über die Geschichte und Kultur von Norköpping ist wie üblich inklusive und gut in den Fall integriert.

Die Inszenierung verbessert sich mit jeder Folge. So haben wir inzwischen ein umfangreiches Intro und Outro, das uns den Tatort in 3D-Grafik vorführt, untermalt mit Regeneffekten. Diese werden dann schnell wieder durch die Fotohintergründe ausgewechselt, die in unzählige Perspektiven aufgefächert sind. Neben einer beträchtlichen Spiellänge ist der Schwierigkeitsgrad ziemlich hoch. Hier wird allerdings auf die herkömmlichen Inventar- und Maschinenrätsel gesetzt und gelegentlich kann man durch den ständigen Zuwachs an neuen Locations, mit denen die Stadtkarte regelrecht zugekleistert wird, den Überblick verlieren. Schließlich muss man alte Orte stets erneut aufsuchen. Zusätzlich sind Nebenquests zu bewältigen, z.B. müssen wir dem durchgeknallten Hausmeister eine Auswahl an Blumen bringen, die er sich unters Kopfkissen legen möchte um von der Frau zu träumen, die er mal heiraten wird. Und Stinas Ohrring ist ihr im Industriepark abhanden gekommen – doch für eine begabte Detektivin ist eine solche Aufgabe natürlich ein Klacks. Wie schon bei „Mord an einem Unbekannten“ kann man auch hier sterben, wenn man auf den Täter trifft.

Ein weiteres Mal bietet uns Mikael Nyqvist einen gelungenen Krimi, der dem bewährten Stil treu bleibt und dennoch neue Zeichen setzt, was Technik und Detail angeht. Eigentlich wäre es mal interessant einen Ausflug in andere Bereiche Schwedens zu unternehmen, also Missionen fernab von Norköpping, möglicherweise ein Urlaub, in dem Carol zufälligerweise einen Auftrag erhält, dem sie sich nicht verwehren kann. Aber sehen wir mal, was noch so auf uns zukommt, denn für die Adventureserie scheint ja kein Ende erkennbar zu sein.

Produzent: MDNA Games
Jahr: 2008/ 2009 (Übersetzung)

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