Mittwoch, 9. Februar 2011

Kommerziell: Dracula Resurrection

Dracula Resurrection

Die Adventureschmiede Microids, die ich vor etwa einem Jahr bereits im Bezug auf Amerzone unter die Lupe genommen habe, setzt sich in diesem Machwerk mit dem Bram Stoker-Original auseinander.
Ein durchaus beeindruckendes Intro weiht uns in die Vorgeschichte ein. Es handelt von Jonathan Harker, dem vor vielen Jahren der Mord an Dracula gelungen war. Mit der Zeit stellt er jedoch fest, dass seine Ehefrau Mina noch an den Einflüssen des Vampirfürsten krankt und eines Tages begibt sie sich unerwartet nach Transsylvanien. Natürlich liegt es nun an uns ihr zu folgen und sie letztendlich aus den Klauen der wiederauferstandenen Bestie zu befreien. Wie Amerzone zeichnet sich das Spiel durch volle Beweglichkeit in einer 360°-Umgebung aus. Eine ansehnliche 3D-Grafik und gelegentliche Filmsequenzen, die sich durch spannende Inszenierung gut ins Gesamtbild integrieren, sorgen neben der lebhaften Geräuschkulisse und der düsteren Atmosphäre für ein schauriges Gameplay. Richtige Schockmomente bleiben selten, doch die Handlung und die Spielwelt bereiten uns ein stets fesselndes, wenn auch teilweise eher subtiles Gruselvergnügen. Ansprechende Dialoge gehören ebenfalls dazu, ob mit gewöhnlichen Menschen oder mit sonstigen Kreaturen. Wir erforschen das Umfeld eines Wirtshauses, ein Bergwerk, sowie das Schloss des Fürsten der Dunkelheit. In „Dracula Resurrection“ gilt es zwar Mina zu retten, das eigentliche Zusammentreffen mit Dracula jedoch bleibt aus. Stattdessen wird im Outro auf die einige Jahre später erschienene Fortsetzung hingewiesen, ein deutlicher Cliffhanger also. Die Monster sind überzeugend gestaltet und synchronisiert – es macht Spaß ihnen zu begegnen. Hierbei kann man sich übrigens immer Zeit lassen, denn unser Hauptdarsteller kann in diesem Adventure nicht sterben.

Das Rätseldesign macht es uns nicht gerade schwer, ich fand „Dracula Resurrection“ ausgesprochen einfach. Anfangs besteht die größte Schwierigkeit noch darin sich in der Nähe des Wirtshauses zu orientieren. Es ist notwendig Dinge einzusammeln und die schon bekannten Nebencharaktere über besonders interessante Funde zu informieren bzw. sie darüber zu befragen. Ansonsten ist meist klar, was mit den Items zu tun ist. Die Hotspots, mit denen man interagieren muss, werden durch den intelligenten Mauscursor entsprechend mit Zahnrädern gekennzeichnet und die verfügbaren Gegenstände halten sich fast durchgängig in Grenzen. Es würde nicht einmal lange dauern alles auszuprobieren. Etwas anspruchsvoller wird es im Schloss, wobei man auch hier schnell auf die Lösungen kommen wird. Da man im Spiel häufig auf Personen trifft und somit Gespräche eine entscheidende Rolle einnehmen, liegt der Fokus allerdings nicht allzu sehr auf den Rätseln. Anfängertauglichkeit ist auf jeden Fall vorhanden.

Es mag zu leicht sein, aber die Geschichte wird bis zum Ende wunderbar präsentiert und die Atmosphäre rundet das Werk ab. Ich hatte leider bisher nicht die Gelegenheit den Nachfolger zu konsumieren (ich werde es natürlich nachholen!), doch Teil 1 kann ich Fans von gruseligen 1st person-Adventures ans Herz legen.

Produzent: Microids
Jahr: 1999

Kommentare:

  1. Hi!
    Wunderbarer blog! First-Person-Adventures sind m.E. zu Unrecht so unbeliebt. Schön, dass sich da jemand ihrer annimmt. :)
    Ich habe "Dracula 1" vor Jahren gespielt und wollte den zweiten nachholen, aber nachdem ich zwischendrin "Dracula 3: Path of the Dragon" gespielt hatte, brachte ich es nicht mehr fertig: Der Dritte hat ausser dem Namen nichts mehr mit den beiden vorherigen zu tun - und das im positivsten Sinne: Er behandelt den Dracula-Mythos mit so subtiler, raffinierter Vielschichtigkeit, dass mir schlicht die Luft wegblieb und die beiden anderen Teile mir jetzt wie Kindereien vorkommen. Anspruchsvoll und überraschend originell geht es da nicht um den öden Schwerenöter-Vampir des elend langweiligen Stoker-Romans, sondern um die historischen Wurzeln, bei denen sich Stoker bedient hat (aber den einen oder anderen Seitenhieb auf Stoker hat es). Hochspannende, ausgezeichnet recherchierte Story mit wirklich glaubwürdigen Charakteren und eine Atmosphäre, die zum Schneiden ist.

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  2. Danke für das Lob und den Kommentar. :)

    Leider habe ich bei diesen ganzen Dracula-Spielen noch gar keinen Durchblick, bis auf "Dracula Resurrection" habe ich noch keines davon gespielt. Ich werde das aber bei Gelegenheit nachholen. ;)

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  3. Bitte :)
    Ja, da gibts wenigstens vier Spiele, die sich Dracula schimpfen, aus jüngerer Zeit. Ich hab allerdings auch nur das hier und "Pfad des Drachen" gespielt.

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