Mittwoch, 6. Juli 2011

Freeware: Wanderer of Absu

Wanderer of Absu

Wagen wir einen Blick in die Vergangenheit: Das noch im letzten Jahrtausend erschienene „Wanderer of Absu“ ist wohl eines der frühesten Fanadventures, wobei dieser Begriff für ein Genre, das heute aus allen Nähten platzt, meiner Meinung nach erst später geprägt worden ist.

Sobald wir eingesehen haben, dass der Start des Fantasy-Adventures auf neueren Systemen scheitert und wir es höchstens über ein altes Windows 98 bzw. über „Microsoft Virtual PC“ lauffähig machen können, kann das Vergnügen beginnen. Nach einer langen Wanderung durch fremde Länder kehrt unser Alter Ego in das magische Königreich Absu zurück und muss schockiert feststellen, dass dort die Dunkelheit Einzug gehalten hat. Unser Auftrag besteht nun darin die veränderte Heimat zu erkunden und herauszufinden, was hier geschehen ist. Viel komplexer wird die Handlung, die wir in etwa so in der Einleitung erzählt bekommen (allerdings in englischer Sprache und ergänzt durch eine ansprechende Synchronisation) zwar innerhalb des Spielverlaufs nicht mehr, dennoch wird ein insgesamt spannendes Szenario geboten. Hübsch anzusehen sind die simpel entworfenen, aber liebevoll wirkenden Hintergrundgrafiken. Die Präsentation überzeugt jedoch vor allem durch die gerenderten Zwischensequenzen, sowie auch durch eine schöne, vielseitige Musikuntermalung und eine lebhafte Geräuschkulisse.

Während die Atmosphäre ihren Zweck bestens erfüllt, lassen sich die Schwächen im Bereich des Gameplays erkennen. Die wenigen Rätsel, die man im Rahmen der Spielzeit von einer geschätzten halben Stunde, zu meistern hat, sind schlichtweg zu einfach. Es sind lediglich Inventarrätsel zu lösen, die aber durch die übersichtliche Anzahl an Items mehr als naheliegend sind. Zudem ist „Wanderer of Absu“ etwas im Stil eines Rollenspiels gehalten, so darf man einen Apfel essen um neue Kräfte zu erlangen oder mit einem Schwert auf ein lebendiges Hindernis klicken, allerdings ist es ein reines Adventure ohne Kampfsituationen und Sterben können wir ebenfalls nicht. Das wäre auch fatal, da es keine Speichermöglichkeit gibt. Man begegnet nur zwei Personen, mit denen bedauerlicherweise keine Konversationen eingegangen werden können und deren Auftritt eher als belanglos erscheint. Das überschauliche Abenteuer führt uns zu den Inseln Cargo Island und Paradicia, wobei wir unter Zuhilfenahme eines Kompasses durch die Szenenbilder navigieren und uns in einem Textfenster das aktuelle Geschehen, sowie die Aktionen und Betrachtungen des Hauptcharakters geschildert wird. Schließlich endet unsere Reise recht abrupt mit einem „The End?“, das schon bei Andromedas Erbe (Teil 1) nur eine andere Umschreibung für „Fortsetzung folgt!“ war.


Ob es wirklich dem Vorhaben des Autors entsprach einen Nachfolger zu erstellen, entzieht sich meiner Kenntnis. Wenn ja, dann hat er seine Pläne wohl inzwischen aufgegeben - nach all den Jahren war nämlich nichts mehr vom Königreich Absu zu hören. Schade eigentlich, denn dieses kurze, aber atmosphärische Machwerk hat trotz aller Mängel ein großes Potential, das man noch hätte ausschöpfen können.

Produzent: Absusoft
Jahr: irgendwann in den 1990er Jahren

Downloadmöglichkeit

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