Montag, 8. August 2011

Freeware: Dead Cyborg - Episode 1

Dead Cyborg - Episode 1

Neuerdings sorgt im Internet ein 1st person-Adventure für Aufruhr, das dem originellen Pay if you like-Modell folgt. Prinzipiell ist es für jeden kostenlos, allerdings hängt das Erscheinen einer Fortsetzung von der Gesamtzahl der Spenden ab, die der Autor einnehmen wird.

Wir finden uns in einer postapolyptischen Welt wieder, in der die Roboter offenbar die Vorherrschaft haben. Wer wir sind und was wir hier genau machen, gilt es nach und nach aufzudecken. Dabei sollen uns die sogenannten "Holocubes" eine Stütze sein, da diese von uns selbst hinterlassene Nachrichten enthalten, die uns beim Erinnern behilflich sind und zahlreiche Philosophien zum Ausdruck bringen. "Dead Cyborg" ist in allen Belangen etwas eigenartig, gerade aber im technischen Bereich. So steuern wir dieses Adventure wie einen Egoshooter. Zwar existieren keinerlei Action-Elemente und der Spielcharakter kann sich nicht einmal den Tod holen, doch Point and Click darf man deswegen nicht erwarten. Vorwärts bewegt man sich mit der Tastenkombination WASD und die Pfeiltasten leiten praktisch die Augen des Spielers und dienen ihm dabei in alle Richtungen, sowie zum Boden oder zur Decke zu sehen. Mit Enter öffnet und durchstöbert man das Inventar und mit der Leertaste aktiviert man Objekte. Das Rätseldesign wird nicht jeden Adventurefreak überzeugen können. Es ist logisch und nicht ganz einfach, was aber häufig damit zu tun hat, dass in sämtlichen Ecken nach Items gesucht werden muss. Neben derartigen Pixelhunting-Features sind unsere Aufgaben recht solide. Es wird auf typische Inventarrätsel gesetzt, sowie auf wachsame Augen. Es muss viel geschraubt und es müssen Hebel gedrückt werden - zudem helfen uns mancherorts auch in die Wand eingravierte Codes weiter, die unser Gehirn unbewusst aufnimmt. Auf unserer Reise durchqueren wir insgesamt vier Level - ein Begriff, der ebenfalls eher an einen Shooter erinnert. Auf eine Speicherfunktion wurde verzichtet, allerdings erhält man zum Beginn eines neuen Abschnitts ein Passwort, das man später im Hauptmenü eingeben kann. In "Death Cyborg" wurde eine sehr düstere Steampunk-Atmosphäre in einer Maschinenlandschaft geschaffen. Alle menschlichen Lebewesen, auf die wir treffen, sind tot und mit Blut verziert. Unterhalten können wir uns lediglich mit Robotern, die zum Teil leicht niedlich wirken. Musik wird nur vereinzelt als einleitende Sequenz eingespielt, doch das kann nicht als Mangel gewertet werden. Schließlich wird die entsprechende Stimmung durch lebhafte und realistische Geräusche erzeugt, die von den Apparaturen in den Räumen ausgehen. Ein netter Effekt ist zudem, dass wir gelegentlich den Schatten unseres Alter Egos erkennen können.

Wer Bäume, Sträucher oder Wolken um sich haben möchte, weil ihn solche Maschinenwelten etwa deprimieren, wird hiermit nicht glücklich werden. Ansonsten ist das Pay if you like-Game durchaus zu empfehlen. Mir hat es viel Spaß bereitet. Ich hoffe auf eine gute Storyentwicklung und anhaltende Spannung bei den Nachfolgern, falls diese denn letztendlich in die Tat umgesetzt werden sollten.

Produzent: Endre Barath
Jahr: 2011

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