Donnerstag, 25. August 2011

Werbespiel: Free Spirit 2

Free Spirit 2: The Other Dimension

Nicht häufig versucht ein Werbeadventure mit speziellen Features wie Spracherkennung und der Möglichkeit der Cyberhelmnutzung die Gunst der Spieler zu erlangen. Letztendlich ist mir das aber ziemlich egal. Getestet habe ich nur den eigentlich relevanten Inhalt dieses Machwerks und habe dabei auch Vergleiche zum Vorgänger gezogen.

Philipp Marlau ist zurück. Inzwischen ist er ein paar Jahre gealtert und die Detektivarbeit scheint ihm noch nicht langweilig geworden zu sein. So beginnt "Free Spirit 2" direkt mit einem spektakulären Eröffnungsfilm, in der uns eine Frau namens Anne von ihren nächtlichen Erlebnissen der übernatürlichen Art berichtet. Schließlich sehen wir sogar die Schatten von Außerirdischen auf uns zukommen. Danach finden wir uns an Annes Krankenbett wieder. Sie ist in einem üblen Zustand und ihr Gesicht ist mit gelben Flecken übersät. An den Vorfall kann sie sich nur beschränkt erinnern, weshalb wir wohl nach intergalaktischen Besuchern ermitteln müssen. Später erfahren wir dabei allerdings etwas über die nicht ganz lupenreinen Machenschaften der VirEX AG. Hat der Pharmakonzern vielleicht mehr mit der Geschichte zu tun, als wir dachten?

Technisch hat sich einiges getan. Die 3D-Charaktere passen sich besser den Hintergründe an und die Szenenbilder sind flüssiger animiert. Außerdem wurde viel Mühe in die Filmsequenzen gesteckt. Wie gehabt können wir uns um 360° drehen um die Gegend zu erkunden und sprechen uns regelmäßig mit dem guten Herrn Liesen aus den Volksbanken-Raiffeisenbanken ab, der uns gelegentlich hilfreiche Tipps gibt. Unseren Weg kreuzen eine mysteriöse Geheimagentin, die das Interesse unserer Hauptfigur nicht nur auf beruflicher Ebene weckt, und manch andere Charaktere, die meist eine größere Rolle im Geschehen einnehmen. Allerdings bleibt das Verhältnis zu den jeweiligen Personen oberflächlich, ähnlich wie die Story an sich. Eine stärkere Ausarbeitung der Dialoge hätte in dieser Hinsicht schon etwas bewirken können. Zudem empfand ich den Plot als vorhersehbar. Und der Fakt, dass ein gewisses Unternehmen seine schmutzigen Finger im Spiel hat, erinnert leicht an Free Spirit 1. Die Rätsel sind überwiegend einfach, aber stets logisch. Erfreulich ist die Tatsache, dass es sich nicht so arg in die Länge zieht, sondern sich als weitaus kurzweiliger erweist als der Vorgänger. Spaß macht es Marlaus Kommentaren und Beschreibungen zu lauschen, da die Texte mit einem ordentlichen Wortwitz ausgestattet sind. Die eine oder andere schöne Anspielung war ebenso vorhanden. So entdeckt man in einem Schrank im Labor von VirEX neben der Akte Y auch eine Akte X, die sich mit ungewöhnlichen Begebenheiten befasst. Die Qualität der Sprachausgabe schwankt etwas, dennoch konnte ich zumindest Philipps Stimme Sympathie abgewinnen.

Vom Hocker gehauen hat mich "Free Spirit: The Other Dimension" nicht. Es war unterhaltsam, hätte aber erzählerisch anspruchsvoller sein können. Trotz aller Parallelen und "Wiederholungen" ist es deutlich ausgereifter als der letzte Part und kann mit Abstrichen weiterempfohlen werden.

Produzent: Rauser Advertainment
Jahr: 1996

Kommentare:

  1. wo bekommt man das spiel denn?

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  2. Das kann ich dir hierbei leider auch nicht sagen, wie man es heute noch bekommt. Evtl. gibt es das noch irgendwo bei Amazon-Privathändlern, Ebay, whatever zu erwerben, da müsstest du mal die Augen aufmachen. Ansonsten gibt es den Adventure-Treff-Flohmarkt im Forum auf adventure-treff.de, vielleicht ist da auch etwas zu finden. Im Werbespiel-Archiv findet man es jedenfalls nicht.

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