Samstag, 17. Dezember 2011

Freeware: The Firstborn

The Firstborn

Einmal mehr kommt ein Freeware-Hochgenuss aus der Adventure Maker-Ecke. Mit "The Firstborn" dringt Luminy Studios in religiöse Gefilde vor.

Die Handlung beruht auf biblischen Motiven. Demnach soll vor Adam und Eva der "Firstborn", also der Erstgeborene auf der Erde gelebt haben, der so mächtig war, dass Gott sich nicht weiter damit beschäftigt und diese Kreation unvollendet gelassen hat. Erst später entwurf der Schöpfer die Menschen, wie wir sie kennen, mit zwei Geschlechtern, einer Seele und einem Herzen. Unser Abenteuer ereignet sich in Jerusalem, wo wir uns als Mitglied einer militärischen Einheit von unserer Gruppe entfernen, da wir von der Magie eines alten Tempels verleitet wurden. In den antiken Gemäuern werden wir schon bald Zeuge seltsamer und gleichermaßen unheimlicher Vorkommnisse. Zu Beginn und im weiteren Verlauf werden wir durch erzählende Texte über das Geschehen informiert. Das Gameplay besteht vorrangig im Lösen intelligenter Rätsel, die oftmals über das herkömmliche Hantieren mit Inventargegenständen hinausgehen. In regelmäßigen Abständen müssen korrekte Symbole eingestellt werden um neue Türen zu öffnen. Leider kann es manchmal passieren, dass man mal einen Hotspot nicht sofort findet, aber das Pixelhunting hält sich noch in Grenzen. Die Knobeleien nehmen mit der Zeit an Schwierigkeit zu, allerdings ist das kurze Spielvergnügen insgesamt gut zu bewältigen. Die Geschichte wurde überzeugend und mit einem intensiven Horrorflair umsetzt. Auf unserem Ausflug werden wir von Schockmomenten genauso wenig verschont, wie von schrillen, verstörenden Klängen und erschreckenden Stimmen, deren Herkunft uns unklar ist. Die dazwischen ablaufende Musik lässt uns durch ihre variierende Lautstärke hin und wieder eine Bedrohung vermuten. Hier ist dem Autor eine akustische und atmosphärische Meisterleistung gelungen. Die Grafiken bewegen sich ebenfalls auf einem hohen Niveau und bilden eine derart düstere Welt ab, dass man sie als Adventurespieler einfach erkunden muss.

Es dürfte zu schaffen sein "The Firstborn" innerhalb von einer Stunde abzuschließen, wobei es vielleicht auch erst der Anfang einer großen Geschichte sein könnte. Das Ende lässt sich nämlich durchaus als Cliffhanger interpretieren. Ansonsten wäre es schade, wenn dieser vielversprechende Stoff nicht weiterhin ausgebaut werden würde.

Produzent: Luminy Studios
Jahr: 2011

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