Dienstag, 9. Oktober 2012

Freeware: Wages of Darkness

Wages of Darkness

Eigentlich ist das mit dem Adventure Game Studio (AGS) produzierte Spiel zunächst kaum einzuordnen: Handelt es sich wirklich um ein Ego-Adventure? Tatsächlich ist es in erster Linie ein Erlebnis, in dem wir blind agieren müssen, denn es gilt sich hierbei im Dunkeln zurechtzufinden. Letztendlich entpuppt es sich aber durchaus als 1st person-Adventure, nur dass wir in den meisten Screens eben gewissermaßen die Augen verschlossen halten. "Wages of Darkness" war übrigens Teilnehmer am MAGS-Wettbewerb und hat diesen im vergangenen April sogar gewonnen. Das bezeichnende Motto der Ausschreibung war "distorted senses".

Die eigentliche Ursache für diese Finsternis ist ein nicht ganz so harmloser Stromausfall auf einem Militärgelände. Wir schlüpfen in die Rolle der Soldatin Marina, die herausfinden muss, was geschehen ist und sich dabei plötzlich gefährlichen Monstern ausgesetzt fühlt. Unser Abenteuer führt uns durch einige komplett dunkle Räume, in denen lediglich schlichte Inventarrätsel zu bewältigen sind. Diese sind im Grunde nicht allzu knifflig, laufen aber oftmals auf ein eher verstörendes Pixelhunting hinaus, dass bald frustriert und uns möglicherweise den Spielspaß raubt. Die verschiedenen Schwierigkeitsstufen, die ausgewählt werden können, sorgen offenbar nur für zusätzliche Hektik, da man sich vor unvermittelt auftauchenden Wesen noch schneller in Sicherheit bringen muss. Ansonsten werden wir brutal aus dem Weg geräumt. Mehrere Speicherplätze können hier Erleichterung verschaffen. Die geringe Zahl an grafischen Erzeugnissen kann sich sehen lassen. Dazu gehört auch ein stimmiges und vollkommen gelungenes Intro, das die Hauptfigur auf Fotografien an einem Schließfach einblendet. Große Sorgfalt wurde in die düstere Musikuntermalung und die belebte Geräuschkulisse gesteckt. Letztere ist eher Geschmackssache. Teilweise empfand ich diese Sounds als zu aggressiv, vielleicht ein bisschen übertrieben.

Der Mini-Horror "Wages of Darkness" bemüht sich in all seiner Kürze eine sonderbare Erfahrung zu sein. Aber das etwas unspektakuläre und teils frustrierende Rätseldesign trägt dazu wenig bei und die Handlung macht es nicht viel besser. Für mich bleibt es ein beschränktes Vergnügen, das immerhin gut in Szene gesetzt ist.

Produzent: Baron
Jahr: 2012

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