Montag, 19. November 2012

Kommerziell: Blackstar - Agent of Justice

Blackstar - Agent of Justice

Wir erinnern uns: In den 90ern hatten die Shareware-Spiele noch ihre Blütezeit. Dazu gehörte auch das in zwei Episoden gespaltene "Blackstar - Agent of Justice". Die Fortsetzung, die man sich bestellen konnte, galt als "Rated R" und war somit erst ab einem bestimmten Alter zugelassen.

Wir befinden uns in einer Metropole voller Ungerechtigkeit und Grausamkeiten. Wie gut, dass es an solch einem unseligen Ort engagierte Menschen gibt, wie etwa den Privatdetektiv Blackstar. Wie der Name schon vermuten lässt, stammt er von einem Indianervolk ab. Nun aber lebt er inmitten der modernen Zivilisation, in der Frieden und Harmonie leider keinen ganz so großen Stellenwert einnehmen. In diesem Abenteuer wird Blackstar mit seinen Wurzeln konfrontiert. Er gelangt an Informationen über den brutalen Mord an seiner Mutter. Die Zeit ist gekommen den Täter ausfindig zu machen und Rache zu verüben. Der aufwühlende Krimi enthält neben einer gesunden Dosis indianischer Spiritualität besonders in seiner zweiten Hälfte ein entsprechendes Maß an "Bad Language" und sexuellen Darstellungen. Außerdem wird nicht an erschreckenden Bildern gespart und wer kein (Pixel-)Blut sehen kann, der wird "Blackstar" vielleicht nicht unbedingt zu seinen Favoriten zählen.

Die Steuerung ist anfangs gewöhnungsbedürftig. Die Hotspot-Beschreibungen werden in einer Textbox angezeigt. Hat man eine Aktion getätigt, muss der folgende Schriftzug zunächst mit der rechten Maustaste abgebrochen werden. Das Inventar wird geöffnet, sobald man auf die Kleidung unseres Helden geklickt hat. Dessen Gestalt schmückt das Interface, während man natürlich aus seiner Sicht und somit aus der ersten Person das Geschehen begutachtet. Wurde ein Item ausgewählt, kann dieses auf Objekte auf dem Bildschirm gezogen werden. Die Menge der gesammelten Gegenstände bleibt stets übersichtlich. Dennoch erfordern die Rätsel, dass man bei der Ermittlung seine grauen Zellen bemüht, wenn man die verschiedenen Orte nach Hinweisen absucht. Die Stadt erkundet man über eine Orientierungskarte, die leider nicht von jedem Screen aus aufgerufen werden kann, sondern unpraktischerweise nur von der ersten Szene eines Kartenpunktes.
Spricht man mit Personen, öffnet sich ein spezielles Dialog-Menü, auf dem die an der Konversation beteiligten Köpfe eingeblendet werden. Dort stehen mehrere Optionen zur Auswahl, nach denen Blackstar fragen kann. Mit der Grafik war ich sehr zufrieden. Die farbenfrohen Locations überzeugen trotz aller Schlichtheit und sind reich an Details. Das gilt ebenso für die Charaktere, die mit strengen oder traurigen Gesichtszügen und eigenwilligen Frisuren gezeichnet wurden. Von Musik kann man dagegen kaum reden. Nach dem Wechseln eines Szenenbildes werden ein paar Sounds abgespielt, auf die man eigentlich auch hätte verzichten können. Hohe Qualität sieht anders aus.

Diverse Schwachpunkte sind mir durchaus aufgefallen. Besonders das Outro habe ich mal wieder zu bemängeln, da es viel zu dürftig präsentiert wurde. Allerdings kommt "Blackstar" mit einer spannenden und schockierenden Geschichte daher, die einen begeisterten Adventurespieler einige Stunden zu fesseln vermag.

Episoden:
Part 1: The Discovery
Part 2: The Sacrificial Life

Produzent: Worwyk Software (Thomas Vitacco)
Jahr: 1995

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