Sonntag, 4. November 2012

Kommerziell: Mission: Astroid

Mission: Astroid

Roberta Williams' Science Fiction-Textadventure "Mission: Astroid" ist eine weitere Episode der "Urklassiker" aus dem Hause Sierra. Ich habe mich nach Jahren wieder mit diesem Machwerk beschäftigt. Außerdem habe ich einen Blick auf das Freeware-Remake von Ralf Sesseler geworfen.

Eigentlich ist das Spiel nur von geringer Dauer, doch unser Auftrag ist von großer Wichtigkeit. Wir schlüpfen in die Rolle eines Astronauten, der schleunigst seinen Fuß auf den Asteroiden setzen muss, welcher die Erde bedroht. Auf diesem gilt es Sprengstoff zu positionieren, bevor es zu spät ist. Kurz gesagt: Wir sind immer in Eile, wenn wir das Spiel erfolgreich absolvieren möchten. Alles beginnt auf unserem Heimatplaneten, wo wir uns auf die intergalaktische Reise vorbereiten müssen und einigen charakterlich belanglosen Personen begegnen. Ansonsten haben wir ein paar knifflige Rätsel zu lösen. So müssen wir zum Beispiel die bunten Knöpfe in der Rakete in der korrekten Reihenfolge betätigen, damit wir unser Ziel im Weltraum erreichen. Unüberlegte Aktionen können schnell zum Tod führen. Aber die fieseste Art zu sterben, ist jene, die uns unter Zeitdruck setzt. Agieren wir zu langsam, wird die Erde zerstört, bevor wir unsere Mission erfüllen können. Und tatsächlich ist es mir trotz endloser Versuche nicht gelungen einen solchen "Speedrun" hinzulegen. Grafisch kann "Mission: Astroid" nicht gerade begeistern, jedoch wirkt es durchaus hübscher als das legendäre Mystery House. Bei diesem Nachfolger bekommen wir mehr Detail geboten und insbesondere wurde auf eine deutlich höhere Anzahl von Farben Wert gelegt.

"Mission: Astroid" hat mich eher frustriert als erfreut. Wer Herausforderungen auf Zeit zu schätzen weiß, wird es ohne Zweifel als Klassiker empfinden und seinen Spaß damit haben. Abgesehen davon hätte auch hier eine spektakulärere Handlung zu einem ausgereifteren Gesamtbild beigetragen. "Mission Astroid" sollte übrigens innerhalb von 10 Minuten zu bewältigen sein, ansonsten hat man sowieso verloren.

Jahr: 1980
Produzent: Sierra On-Line (Sierra) 

Freeware: Mission: Astroid (Remake)

Es ist immer schön zu sehen, wenn Fans von Adventurespielen ihre eigene Version von Klassikern entwickeln, wie etwa den Episoden der Sierra-Hi-Res-Serie, zu der "Mystery House" und "Mission: Astroid" gezählt werden. Ralf Sesseler, der für das weitaus umfangreichere Voodoo verantwortlich zeichnet, hat das in diesem Fall übernommen. Mit seiner ADePT-Engine hat er das wohl erste Fan-Remake zu "Mission: Astroid" realisiert. Die Grafik ist auch in der Neufassung schlicht gehalten. Die Figuren sind recht hässlich, die Hintergründe gelungener. Im Vergleich zu den Original-Schauplätzen hat natürlich eine klare Verbesserung stattgefunden. Die Texteingabe wurde abgeschafft und gegen Symbol-Befehle ausgetauscht, deren Bedeutung zunächst erkundet werden sollte. Zudem wurden kleine Multiple Choice-Dialoge integriert. Ich persönlich vermisse die musikalische Untermalung, die bei heutigen Adventures zum Standard gehören sollte. Insgesamt ist die Umsetzung geglückt, allerdings macht sie es dem Spieler nicht wirklich leichter. Hier wird ebenfalls eine entsprechende Geschwindigkeit des Handelns gefordert.

Download

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen