Mittwoch, 16. Januar 2013

Kommerziell: Frederik Pohl's Gateway

Frederik Pohl's Gateway

In den 90er Jahren wurde eine populäre Reihe der Science Fiction-Literatur als Vorlage für Textadventures genutzt. Bei der Gateway-Trilogie handelt es sich um Romane von Frederik Pohl, dessen Name im oben genannten Spiel gezielt in den Titel eingebaut wurde.

Da die Erde um 2077 unter Ressourcenknappheit leidet, setzen deren Bewohner ihre gesamte Hoffnung in die Technik einer geheimnisvollen und verschollenen Rasse, der Heechee. Das Schicksal unseres Helden, den wir bald auf seiner aufregenden Reise durch das von Pohl erschaffene Universum begleiten werden, beruht auf einem Lotterie-Gewinn. Als Preis darf dieser den weiten Weg von der Erde zur Gateway-Raumstation antreten, wo er den Rang eines "Prospectors" erlangt und auf fernen Welten nach Heechee-Technologie Ausschau halten darf. Zu Beginn des Abenteuers werden wir detailiert mit der Vorgeschichte rund um die Heechee und die "Gateway Corporation" konfrontiert, für die wir ab sofort arbeiten dürfen. Dieses Intro wird uns mit schönen Bildern und Animationen repräsentiert. Anschließend finden wir uns in unserem Nachtquartier auf der Station wieder, die wir zunächst erkunden werden. Später wird uns die wendungsreiche Erzählung zu diversen Planeten entführen, auf denen wir Bekanntschaft mit interessanten und gefährlichen Aliens schließen werden. Ein Highlight sind außerdem die Virtual Reality-Szenen, in denen teilweise sogar Ausflüge ins Horrorgenre unternommen werden.

Wer etwa Eric The Unready gespielt hat, wird mit dem ausgetüftelten Legend-Baukastensystem vertraut sein. Dieses lässt uns in Punkto Maus oder Tastatur freie Wahl. Die beiden Spalten, die vorgegebene Verben und Substantive enthalten, ermöglichen es mit zwei Klicks die korrekten Befehle zu bilden. Allerdings ist die Liste der Tätigkeitswörter äußerst umfangreich, weshalb der Keyboard-Einsatz häufig schneller und praktischer scheint. Trotz dieser Hilfestellungen bleiben knifflige Rätsel nicht aus - der Schwierigkeitsgrad wurde hoch angesetzt. Man sollte zudem niemals vergessen regelmäßig abzuspeichern, da nicht selten ein bedrohliches Wesen unseren Weg kreuzt. Dass "Gateway" mehr zu bieten hat, als ein "0815-Textadventure" zeigt sich nicht zuletzt durch die vollständige Musikuntermalung. Die Melodien zeugen von guter Qualität und fügen sich wunderbar in das Weltraumabenteuer ein. Inbesondere aber faszinieren die Hintergründe. Den Grafikern ist es mit ihren Illustrationen einwandfrei geglückt ein SF-Feeling einzufangen, was nicht nur auf die Flora und Fauna der Planeten, sondern ebenso auf die Menschen und Außerirdischen zutrifft. Cutscenes sowie längere Dialoge werden sogar im Vollbild dargestellt, sodass für diesen Zweck das Interface abgeschaltet und sozusagen die "Kinoleinwand" ausgerollt wird.

"Frederik Pohl's Gateway" ist eine beachtenswerte PC-Adaption einer beliebten Science Fiction-Buchserie. Für Freunde dieser literarischen Gattung, welche bestenfalls noch Adventures mögen, ist es geradezu ein Muss. Da ich mich zu diesen Leuten zählen kann, weiß ich, wovon ich rede. Die spannenden und durchdachten Weltraum-Missionen als "Gateway Prospector" machen Spaß und wurden durch die gelungene grafische und technische Standard-Ausstattung der Legend-Spiele in ein überaus ansprechendes Format gebracht.

Produzent: Legend Entertainment
Jahr: 1992

Deutsche Titel der Gateway-Romantrilogie von Frederik Pohl:
- Gateway
- Jenseits des blauen Horizonts
- Rückkehr nach Gateway

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