Sonntag, 24. Februar 2013

Freeware: Perelman

Perelman

Heute beschäftigen wir uns mit einer Fanadventure-Ver
öffentlichung, die bisher keine Woche alt ist. Der deutschsprachige Autor DavidMcNamara präsentiert sein mit dem Adventure Game Studio (AGS) erstelltes Werk als Hommage an Grigori Jakowlewitsch Perelman, einen russischen Mathematiker der Gegenwart.

Es ist ein einsamer Tag, den wir leider an unserem trostlosen Arbeitsplatz verbringen müssen. Von Langeweile geplagt lässt sich unser Alter Ego von einer Chatpartnerin aufmuntern. Doch kaum haben wir uns in das virtuelle Gespräch vertieft, hackt sich ungefragt ein gewisser George in unsere Verbindung ein. Und als wäre das nicht schon dreist genug, bittet er uns auch noch um Hilfe. Tatsächlich handelt es sich um den 2012 inhaftierten Perelman, den wir nun beim Ausbruch aus dem Gefängnis unterstützen dürfen. Darüber hinaus hat er ein geheimnisvolles Projekt begonnen, dem wir mit etwas Mühe beiwohnen können. Die folgenden Knobeleien und Fluchtsequenzen werden komplett vom PC des Hauptcharakters gesteuert. Die Rätsel laufen linear ab und sind eigentlich nicht so schwierig, wie sie zunächst auf uns wirken. Jedenfalls wurde ein ausgeklügeltes Hinweis-System integriert, das auf der Basis des ständig aktiven Chatfensters in Anspruch genommen werden kann. Hier müssen keine ganzen Sätze oder Befehle eingetippt werden, vielmehr reicht ein sinnvoller Begriff, sodass uns George weitere Informationen verrät. Diese Art von Ingame-Recherchen haben mir gut gefallen. In der Regel gilt es Zahlencodes und Passwörter ausfindig zu machen. Das Interface konnte durch den Parser punkten, der in der Form eines Chat-Dialogs genutzt wird. Was die Grafik betrifft, hat sich der Autor nur auf das Nötigste beschränkt. Bei der Gestaltung der Räume kamen Programme wie Google Sketchup zum Einsatz, was bei dem in einer Computerumgebung angesiedelten "Perelman" vollkommen genügt.

Kaum befindet man sich mitten im Geschehen, ist der Spaß fast schon vorüber. Allerdings kann man dem kurzen Vergnügen von etwa einer halben Stunde nachsagen, dass es über ein interessantes Spielprinzip sowie eine spannende Hintergrundgeschichte verfügt. Hier zählt nämlich letztendlich eher die Botschaft, als ein intensives Gameplay, wobei es sich in einer Reihe mit den meisten in AGS produzierten 1st person-Adventures einpendelt. Für diesen minimalistischen Cyber-Thriller sollte man sich unbedingt Zeit nehmen.

Produzent: DavidMcNamara
Jahr: 2013

Samstag, 23. Februar 2013

Werbespiel: Die goldene Mähne des Samson

Die goldene Mähne des Samson

Werbung für eine Tabakmarke? Ja, ist das denn die Möglichkeit? Nun, heute funktioniert das sicher nicht mehr so gut. Damals entstand mit "Die goldene Mähne des Samson" sogar ein 1st person-Adventure im Auftrag der im Titel erwähnten Firma. Allerdings wird an keiner Stelle dieses Machwerks über Zigaretten gesprochen. Als Entschädigung wird der legendäre Löwenkopf in den düsteren Katakomben regelmäßig zu bewundern sein.
Petra ist keineswegs der Name unseres Hauptcharakters, sondern der Startpunkt des Abenteuers. Es ist ein mystischer Ort in Jordanien, an dem wir einen Flugzeugabsturz erlitten haben. Grund hierfür ist ein Pilot mit einer Schwäche für Alkohol, die er auf der Erde nur heimlich befriedigt, in der Luft dafür aber hemmungslos. Ach, Moment, das stammte jetzt aus einer anderen Serie. Wie auch immer: Unser Held, dessen Geschlecht von uns frei festgelegt werden kann, muss die ratternde Maschine einigermaßen sanft im Wüstensand zum Stehen bringen. Nach der fantastischen Selbstrettungsaktion sind wir so verzweifelt, dass wir uns in der Gesellschaft eines Archäologen oder einer Archäologin wortwörtlich in die "Höhle des Löwen" begeben. Ab sofort führen wir mit unserem Begleiter oder Begleiterin dämliche Dialoge, die sich irgendwo zwischen Flirt- und Antiheld-Sprüchen bewegen. Ähnlich trocken und oberflächlich laufen die Gespräche mit den Einheimischen ab. Je nach persönlichem Humor kann man eventuell mal darüber lachen. Die Story sieht jedenfalls folgendermaßen aus: Wir müssen uns durch unzählige Gänge quälen um in den Besitz der goldenen Mähne des Samson (TM) zu gelangen. Der Rest ist Zierwerk.

Das Durchhaltevermögen der Autoren war unerschöpflich: Tatsächlich liegen drei nicht gerade kurze Kapitel vor uns, die von Puzzles, Minigames und Irrwegen nur so wimmeln. Nun lasst mich noch mit einem alten Gerücht aufzuräumen: "Die goldene Mähne des Samson" ist KEIN Actionadventure. Manchmal gilt es lediglich aus den Wänden schießenden Pfeilen oder Bowlingkugeln in Übergröße auszuweichen. In solchen Gefahrenmomenten kann sich unsere Energieleiste verringern, die sich mit Obst oder Fleisch ausgleichen lässt. Glücklicherweise ist unsere Umgebung mit diversen Speisen gepflastert. Natürlich haben uns unsere Eltern eingetrichtert, dass wir nicht vom schmutzigen Boden essen sollen, aber in Notsituationen hat man eben seinen eigenen Kopf. Ein "Game Over" ist nicht zu befürchten, denn sobald wir komplett an Kraft verloren haben, finden wir uns zu Beginn des jeweiligen Abschnitts wieder. Aufgestöberte Items oder gelöste Rätsel bleiben dabei gespeichert. Trotz handfester Rollenspiel-Elemente und 360°-Drehbarkeit müssen in diesem Adventure also keine Gegner bekämpft werden. Umso härter sind die Knobeleien, die uns bevorstehen. Ob Porzellanflipper, Indianerprüfung oder Mahjongg - es durfte keine Herausforderung zu hoch sein. Grafisch macht "Die goldene Mähne des Samson" den Eindruck eines zu seiner Zeit äußerst professionellen 1st person-Labyrinthspiels. Für die besagten drei Episoden wurden umfangreiche und imposante Dungeon-Welten geschaffen. Zwar entpuppen sich die Charaktere, auf die man in den einzelnen Levels stößt, als reiner Pixelbrei, doch wenn man mit dem Sprechblasen-Icon auf sie klickt, kann man seinen Konversationspartner als im Vordergrund eingeblendete 2D-Figur betrachten, wie es meist eher in Comic-Adventures realisiert wurde.
Ich möchte gerecht sein: "Die goldene Mähne des Samson" ist nicht unbedingt mein Lieblingsspiel, wie man dem Review anmerken sollte. Das liegt nicht zuletzt daran, dass sich die Katakomben gezogen haben wie Kaugummi - und das, obwohl man hier für Zigaretten wirbt. Die Rätsel sind wirklich gut durchdacht, entsprachen aber nicht meinem Geschmack. Trotzdem hat das 3D-Dungeon-Game seine Fans gefunden.

Produzent: Ad Games
Jahr: 1994


Komplettlösung und Unmengen von Savegames

Dienstag, 12. Februar 2013

Freeware: Oo-Topos

Oo-Topos

Der vorliegende Science Fiction-Klassiker wurde 1981 ursprünglich als reines Textadventure veröffentlicht. Sechs Jahre später wurde das von Michael und Muffy Berlyn geschriebene Werk erstmals mit Illustrationen realisiert. Inzwischen steht "Oo-Topos" in zwei Versionen (Apple, 16 Farben sowie PC, 4-Farben in CGA) im Internet als Freeware zur Verfügung.

Eigentlich war unser Alter Ego nur mit seinem Raumschiff unterwegs um seine wertvolle Fracht behutsam zur Erde zu befördern. Doch bei diesem Lieferprozess lief nicht alles wie erwartet, sodass sich unser Held bald darauf in einer außerirdischen Gefängniszelle wiederfand. Jene Kidnapper haben uns auf den Planeten Oo-Topos verschleppt, auf dem wir nicht unnötig lange verweilen möchten. Zunächst müssen wir unsere Konzentration allerdings auf die fremdartige Welt sowie die von den Aliens genutzten Technologien richten. Ohne einen ausgeklügelten Plan wird uns die Flucht nämlich nicht gelingen. Übrigens bedeutet der griechische Begriff "ou topos" so viel wie "Utopie", was für die SF-Fans unter uns von Interesse sein dürfte. Das Gameplay ist geprägt von komplexer Rätselkost. Sobald der Weg zu unserem Schiff geebnet ist, müssen diverse Ausrüstungsteile dorthin getragen werden, die wir zur Instandsetzung der Bordmechanik benötigen. Eine entscheidende Schwierigkeit hierbei ist das begrenzt aufnahmefähige Inventar, sodass wir Items gelegentlich irgendwo zwischenlagern sollten. Während wir die kniffligen Herausforderungen bewältigen, lassen wir uns vom Charme jener unbekannten Umgebung beeindrucken. In "Oo-Topos" durchqueren wir einige sonderbare Räume, wie etwa den Spiegelsaal, der in einem äußerst surrealen Stil visualisiert wurde. Eine unheimliche Begegnung mit dem gigantischen Grix verstärkt unser Wissen in Bezug auf faszinierende Lebewesen, wohingegen der Snarl mit seinen Haustierqualitäten überzeugt. Regelmäßig gilt es sich vor todbringenden Gefahren in Acht zu nehmen. Schon anfangs lässt sich erahnen, dass es sich bei "Oo-Topos" um ein originelles und gut durchdachtes Abenteuer handelt, welches den Forschungsdrang des Genre-Freundes antreibt. Sogar die Hintergrundzeichnungen fügen sich mit hohem Detailreichtum ideal in die spacige Atmosphäre ein.

Mit "Oo-Topos" wurde durch kreative Science Fiction-Ideen eine bemerkenswerte Welt erschaffen, in die es sich abzutauchen lohnt. Es hebt sich positiv von der gewöhnlichen Masse an Adventures mit intergalaktischem Setting ab und erweist sich als packende Interactive Fiction-Erfahrung.

System: Apple II, Commodore 64, Amiga, Atari ST, Macintosh, DOS (PC)
Produzent: Polarware
Jahr: 1981 (Urfassung), 1987 (1st person-Grafikadventure)

Download

Mittwoch, 6. Februar 2013

Freeware: Das Drachental

Das Drachental

1985 produzierte Happy Software ein unscheinbares deutsches Textadventure mit dem Titel "Das Drachental". Dieses wurde in den 90er Jahren schließlich als Point- and Click-Remake für den PC wieder zum Leben erweckt. Besagte Freeware-Fassung habe ich als Voraussetzung für mein Review beäugt.

Wir schlüpfen in die Rolle eines Ritters, der stets zur Verfügung steht, wenn irgendwo Unheil lauert. Da ist dem kleinen Zwerg, der soeben noch als Sklave unserer Majestät fungierte, unsere Anwesenheit von großem Nutzen. Dieser erzählt uns, dass sich sein Volk in der Gewalt des Drachen Eusebius befindet.
Der mitleidige König möchte natürlich sein gutes Image bewahren und gibt daraufhin bekannt, dass seine attraktive Tochter in den Händen desjenigen landet, der dem grünen Ungetüm den Kampf ansagt. Tja, und wann hat ein Mann schon mal die Möglichkeit eine echte Prinzessin abzugreifen? Unser Held braucht nicht lange darüber nachzudenken und trifft die ersten Vorbereitungen für seine weite Reise ins Drachental, die im Spiel höchstens fünf Minuten unserer wertvollen Zeit beanspruchen dürfte. Bevor wir uns dem genannten Feind stellen können, gilt es diverse Gegner, wie den schwarzen Ritter oder einen gigantischen Zyklopen, zu überlisten. Begeht man bei diesen Wagnissen einen Fehler, muss die Königstochter wohl auf einen weniger unfähigen Edelmann hoffen. Während das Originalspiel auf dem C64 noch Befehle wie KAUFE oder SCHWIMM duldete, ist die Freeware-Version von Allan T. auf acht zentrale Verben reduziert, die mit einem Klick in der Aktionsleiste erscheinen. Das Textfenster erhält die Beschreibungen der Urfassung und zwei blaue Boxen zeigen die relevanten Objekte sowie Personen im jeweiligen Szenenbild und im Inventar des Ritters an. Leider ist nie mehr als eine Gegenstand-"Zeile" aufgefächert, was den Bedienkomfort erschwert. Insgesamt wirkt es moderner als das Textadventure und erleichtert das Gameplay. Zu bemängeln habe ich jedoch die vergessene Speicherfunktion. Zumindest konnte ich eine solche absolut nicht ausfindig machen und durch die häufigen Tode muss man somit so einige frustrierende Neustarts in Kauf nehmen. Die kindlichen Hintergrundgrafiken unterscheiden sich kaum von den Illustrationen des C64-"Drachentals", sind allerdings weitaus farbenfroher gezeichnet. Geräusche sind zahlreich vorhanden, wohingegen mit Musikeinlagen eher gegeizt wurde.

"Das Drachental" ist im Grunde ein einfach gestricktes Märchen, das sich nicht vor Fantasy-Klischees verschließt. Eine ausführlichere Spiellänge wäre hier produktiv gewesen um die Handlung komplexer zu gestalten. Allan T. befolgte mit seiner Dos-Variante aber eindeutig dem Bestreben das Vorbild 1:1 in einer Point and Click-Umgebung zu rekonstruieren.

Jahr: 1985, 1996
Produzent: Happy Software, Allan T. (Remake)

Download der Freeware-Version Informationen zur C64-Version

Samstag, 2. Februar 2013

Freeware: Mystilinchen 2

Mystilinchen 2

Es ist schon eine Weile vergangen, seit das erste Mystilinchen entstanden ist. Als ich vor einem Jahr ein Review zu dieser Freeware-Veröffentlichung verfasste, äußerte ich meine Skepsis in Bezug auf die versprochene Fortsetzung. Doch vor einigen Wochen wurde ich glücklicherweise eines Besseren belehrt: Die deutsche "Point and Click Development Kit"-Community wurde um "Mystilinchen 2" bereichert.

Nach wie vor befindet sich unser Alter Ego auf seiner abenteuerlichen Reise durch unbekannte Welten. Dabei folgen wir stets den Spuren jenes verschollenen Professors, indem wir dessen Portale aufstöbern und durchschreiten. Im neuen Teil des liebevoll gestalteten Myst-Klons dürfen wir uns mit zwei Dimensionen vertraut machen. Geprägt von unermesslicher Entdeckerfreude wandern wir durch hübsche Landschaften, erkunden winzige Hütten sowie prächtigere Steingebäude. In erster Linie aber werden wir mit dem Lösen äußerst schwieriger Rätsel beschäftigt sein. Besonders die Puzzles und Minispiele entpuppen sich häufig als ziemlich harte Kopfnüsse. An den Rösselsprüngen, dem Harmonizer oder einer komplexeren Variante des "Lichter-Löschens" kann man schon mal leicht verzweifeln. Andererseits sind manche Gegenstände teilweise zu gut versteckt, sodass deren Auffinden an Pixelhunting grenzt. Insgesamt sind die Knobeleien in "Mystilinchen 2" jedoch kreativ und ich kenne kaum ein Fanadventure mit einem höheren Anspruch im Rätseldesign. Auch die Orientierung ist nicht immer einfach, da das 1st person-Prinzip hier geradezu leidenschaftlich angewandt wurde. Eine beachtliche Anzahl von Perspektiven fordert große Aufmerksamkeit beim Befolgen der grünen Pfade, damit keine wichtigen Plätze übersehen werden.

"Mystilinchen 2" setzt nicht nur direkt am Ausgangspunkt seines Vorgängers an, sondern bleibt ebenso dem Stil und den technischen Mitteln des Originals treu. Die Mauscursor scheinen unverändert und das Inventar lässt sich weiterhin aufrufen, indem wir den Rucksack in der rechten, oberen Bildschirmecke anklicken. Neben den fleißig eingesammelten Items ist dort ein riesiges Tagebuch positioniert, das jeweils mit den einzeln in der Gegend verstreuten Seiten des Professors ergänzt wird. Diese beinhalten Informationen über seinen Forschungsstand und geben Auskunft über die Errungenschaften der Kulturen, in deren Ruinen wir uns bewegen. Da grundsätzlich keine lebendigen Wesen unseren Weg kreuzen, können wir uns lediglich an besagten Aufzeichnungen orientieren. Anleitungen zu den Puzzles erhalten wir nur, falls wir zu Beginn den Anfängermodus aktiviert haben. Die schönen und stimmungsvollen Szenenbilder haben eine geradezu paradiesische Wirkung auf den Spieler, die aber nicht zuletzt auch durch die rege Soundkulisse erzeugt wird. Offenbar sind nicht alle Vogelarten in diesen verlassenen Welten ausgestorben, denn diese können wir zumindest im Hintergrund vernehmen.

Am Ende des jüngsten "Mystilinchen"-Ablegers wird wiederholt auf eine Fortsetzung verwiesen. Und tatsächlich hat der Autor bereits Screenshots zur dritten Episode im Ärmel. Auf den ersten Blick scheint dieser noch stärker auf Science Fiction-Elemente ausgerichtet zu sein, was ich persönlich sehr befürworte. Bis es soweit ist, sollte man seine freie Zeit unbedingt "Mystilinchen 2" widmen.

Produzent: Dr. hc. Oz
Jahr: 2013

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Freitag, 1. Februar 2013

Werbespiel: Abenteuer Stahl

Abenteuer Stahl

Die Voestalpine ist ein Stahlunternehmen aus unserem schönen Nachbarland Österreich. 2001 wurde in deren Auftrag ein Werbespiel entwickelt, das uns einen Einblick in die Produktion des Schwermetalls gewährt.

Ein grauhaariger Mann mit weißem Kittel begrüßt uns. Sobald wir das Intro angesehen haben, ist uns bewusst, dass es sich dabei nicht um einen Doktor handelt, der uns zu therapieren gedenkt. Stattdessen hat der nette Herr etwas mit dem oben genannten Stahlkonzern zu tun und möchte uns fortan bei unserem "Abenteuer" begleiten. Von nun an klicken wir uns durch zahlreiche fotografisch dargestellte Settings außerhalb und vielmehr innerhalb der großen Stahl-Werkstätten, in welchen oftmals Schauspieler ihren Pflichten nachgehen. Na gut, als Schauspieler kann man diese kaum bezeichnen, da sie nicht in Video-Sequenzen agieren, sondern schlichtweg nachträglich animiert wurden. Gelegentliche Cutscenes sind nicht zuletzt dank der Mithilfe dieser Charaktere recht humorvoll. Sehr amüsant ist etwa das Zwischenspiel im Krankenwagen, nachdem uns ein Fehler bei der "Beschickung" unterlaufen ist. Man sollte sich solche Szenen nicht entgehen lassen, denn sterben können wir ohnehin nicht. In "Abenteuer Stahl" müssen mehrere Fortschrittsstufen (Hochofen, Stahlwerk...) absolviert werden. Als Ergebnis seiner Bemühungen erhält man jeweils ein bestimmtes Item sowie neue Punkte. In der Infozone kann man neben erläuternden Texten sogar Filme abrufen, die sich auf das aktuelle Level beziehen. Die Rätsel sind an einigen Stellen durchaus schwierig. Häufig wurden Minispiele verwendet um das Gameplay interessanter zu gestalten, doch diese sind nicht immer nur dämlich, sondern auch teilweise reizvoll. Kurz vor dem Finale gilt es einen Plan zu rekonstruieren, indem man einzelne Puzzleteile aufspürt und anschließend zusammensetzt. Jedenfalls ist eine beachtliche Bandbreite an Rätseln und freiwilligen Bonus-Games vorhanden. "Abenteuer Stahl" geizt weder an tollen Effekten, noch an einer reichhaltigen Soundkulisse. Außerdem gehört es zu den wenigen Werbeadventures mit integrierter Sprachausgabe. Diesbezüglich haben mir vor allem die Multiple Choice-Dialoge in der Telefonzentrale gefallen, da unsere Gesprächspartner stets mit einem äußerst sympathischen österreichischen Dialekt beeindrucken. Und dieser regionale Einfluss macht bei einem solchen Spiel schon einen gewissen Charme aus.

"Abenteuer Stahl" erweitert auf spielerische Art und Weise unseren Kenntnisstand über die Herstellung von Stahl und dürfte für Kinder ebenso spannend sein wie für Erwachsene. Trotz der ausbleibenden Hintergrundgeschichte empfand ich es als eines der besseren 1st person-Werbeadventures, nicht zuletzt auch, weil es sich selbst nicht allzu ernst nimmt. Und wer sich intensiver mit dem Thema beschäftigen möchte, kann im Hauptmenü die umfangreichen Arbeitsblätter aufrufen und ausdrucken.

Produzent: Immediate Interaktive Medien GmbH
Jahr: 2001