Freitag, 1. Februar 2013

Werbespiel: Abenteuer Stahl

Abenteuer Stahl

Die Voestalpine ist ein Stahlunternehmen aus unserem schönen Nachbarland Österreich. 2001 wurde in deren Auftrag ein Werbespiel entwickelt, das uns einen Einblick in die Produktion des Schwermetalls gewährt.

Ein grauhaariger Mann mit weißem Kittel begrüßt uns. Sobald wir das Intro angesehen haben, ist uns bewusst, dass es sich dabei nicht um einen Doktor handelt, der uns zu therapieren gedenkt. Stattdessen hat der nette Herr etwas mit dem oben genannten Stahlkonzern zu tun und möchte uns fortan bei unserem "Abenteuer" begleiten. Von nun an klicken wir uns durch zahlreiche fotografisch dargestellte Settings außerhalb und vielmehr innerhalb der großen Stahl-Werkstätten, in welchen oftmals Schauspieler ihren Pflichten nachgehen. Na gut, als Schauspieler kann man diese kaum bezeichnen, da sie nicht in Video-Sequenzen agieren, sondern schlichtweg nachträglich animiert wurden. Gelegentliche Cutscenes sind nicht zuletzt dank der Mithilfe dieser Charaktere recht humorvoll. Sehr amüsant ist etwa das Zwischenspiel im Krankenwagen, nachdem uns ein Fehler bei der "Beschickung" unterlaufen ist. Man sollte sich solche Szenen nicht entgehen lassen, denn sterben können wir ohnehin nicht. In "Abenteuer Stahl" müssen mehrere Fortschrittsstufen (Hochofen, Stahlwerk...) absolviert werden. Als Ergebnis seiner Bemühungen erhält man jeweils ein bestimmtes Item sowie neue Punkte. In der Infozone kann man neben erläuternden Texten sogar Filme abrufen, die sich auf das aktuelle Level beziehen. Die Rätsel sind an einigen Stellen durchaus schwierig. Häufig wurden Minispiele verwendet um das Gameplay interessanter zu gestalten, doch diese sind nicht immer nur dämlich, sondern auch teilweise reizvoll. Kurz vor dem Finale gilt es einen Plan zu rekonstruieren, indem man einzelne Puzzleteile aufspürt und anschließend zusammensetzt. Jedenfalls ist eine beachtliche Bandbreite an Rätseln und freiwilligen Bonus-Games vorhanden. "Abenteuer Stahl" geizt weder an tollen Effekten, noch an einer reichhaltigen Soundkulisse. Außerdem gehört es zu den wenigen Werbeadventures mit integrierter Sprachausgabe. Diesbezüglich haben mir vor allem die Multiple Choice-Dialoge in der Telefonzentrale gefallen, da unsere Gesprächspartner stets mit einem äußerst sympathischen österreichischen Dialekt beeindrucken. Und dieser regionale Einfluss macht bei einem solchen Spiel schon einen gewissen Charme aus.

"Abenteuer Stahl" erweitert auf spielerische Art und Weise unseren Kenntnisstand über die Herstellung von Stahl und dürfte für Kinder ebenso spannend sein wie für Erwachsene. Trotz der ausbleibenden Hintergrundgeschichte empfand ich es als eines der besseren 1st person-Werbeadventures, nicht zuletzt auch, weil es sich selbst nicht allzu ernst nimmt. Und wer sich intensiver mit dem Thema beschäftigen möchte, kann im Hauptmenü die umfangreichen Arbeitsblätter aufrufen und ausdrucken.

Produzent: Immediate Interaktive Medien GmbH
Jahr: 2001

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