Dienstag, 23. April 2013

Kommerziell: Die Zeitmaschine

Die Zeitmaschine

Bei dem vorliegenden Atari-Textadventure handelt es sich um eine von zahlreichen Adaptionen des gleichnamigen Romans von H.G. Wells und damit von einem wichtigen Zeugnis der Weltliteratur. Der deutsche Produzent Antist entwickelte nach diesem Vorbild sein Werk, das zum Beispiel auf der 2006 erschienenen Retro Classix-Compilation erhalten ist.

Als vom Alltag gequälter Erfinder wollten wir uns eigentlich in einem Hotel zur Ruhe setzen. Da wir unsere Nase aber prinzipiell gerne in historische Angelegenheiten stecken, ändern sich diese Pläne schlagartig. Ein gewisser George soll hier einst gelebt und um 1899 eine Zeitmaschine konstruiert haben. Das Objekt der Begierde bleibt somit nicht lange unentdeckt und unser Tüftler kann es problemlos wieder auf Vordermann bringen. Kurz darauf folgt eine wilde Zeitreise, in deren Verlauf wir verschiedene Stationen abklappern und schließlich in der postapokalyptischen Ära der Zeloiz und Muluks Fuß fassen. Jeder eingefleischte Wells-Leser wird nun bemerken, dass die Bezeichnungen dieser Wesen leicht abgewandelt wurden. Das 8-Bit-Adventure lässt in Sachen Spannung und Atmosphäre nicht zu wünschen übrig. Ausführliche Zwischensequenzen berichten über das Geschehen in den einzelnen Epochen, die wir durchqueren und die Hintergrundbilder erweisen sich als wirkungsvolle Illustration. Die notwendigen Befehle, die bis zum Abschluss einzutippen sind, halten sich in Grenzen, können allerdings je nach Parser-Erfahrung einige Stunden füllen. Ein verfrühtes Ende ereilt uns eher selten, etwa weil die Treppe im Hotel frisch geputzt ist. Manchmal waren die Autoren/ der Autor eben zu Scherzen aufgelegt, was dem Gameplay gut tut.

Dennoch bleibt die ursprüngliche Aussage des britischen Science Fiction-Schriftstellers nahezu unberührt, auch wenn sie mindestens einmal angedeutet wurde. Und hierbei spreche ich von dem Verhältnis zwischen den Eloi und den Morlock, wie sie im Original genannt werden. Die Umsetzung in ein Atari-Adventure ist also insgesamt gelungen, nur das Finale leider enttäuschend. Mehr Tiefe wäre unterm Strich angemessen gewesen.

Produzent: Antist
Jahr: Unbekannt

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