Freitag, 3. Mai 2013

Kommerziell: Die Zeitmaschine 3 - Die Außerirdischen

Die Zeitmaschine 3 - Die Außerirdischen

Unermüdlich reist unser Alter Ego, der die Zeitmaschine von H. G. Wells für sich entdeckt hat, durch die verschiedensten Epochen. Als besonders umfangreich und vielfältig hat sich dieses Finale der SF-Trilogie erwiesen.

In der letzten Episode haben wir ziemlichen Unfug mit der Vergangenheit getrieben. Wäre es da nicht langsam angebracht unsere gute alte Zeitmaschine für gemeinnützige Zwecke einzusetzen? Wir bewegen uns also weiterhin durch interessante Perioden der Menschheitsgeschichte und machen dabei eine erschreckende Feststellung: Bereits zu Beginn des 21. Jahrhunderts haben Außerirdische die Macht auf unserem Planeten an sich gerissen und eine neue Diktatur begründet. Vielleicht lässt sich dieses Unheil aufhalten, indem wir etwas die Historie manipulieren. Von unserer Heimat im Jahr 1990 dürfen wir nun die Zielpunkte 1200, 1876, 1878, 1947 und 2003 anpeilen. Somit wandern wir durch die Einöden des Wilden Westens, erledigen nebenbei Aufgaben in der Gegenwart und schließen die unerfreuliche Bekanntschaft mit der nicht sehr fernen Zukunft, die wir längst hinter uns haben. Dank der Tatsache, dass von Anfang an alle Zeiten "begehbar" sind, konnten die Autoren ihre Rätsel epochenübergreifend gestalten. Dieses Vorhaben ist ihnen optimal gelungen und verschärft den Schwierigkeitsgrad erheblich. Insgesamt ist "Die Zeitmaschine 3" stärker als seine Vorgänger, doch aus technischer Sicht lassen sich diverse Dinge kritisieren. Besonders der Parser ist noch immer eine Geduldsprobe. Idealer wäre es gewesen, wenn er ein größeres Maß an Formulierungen akzeptieren würde. Außerdem wurde leider an Szenenbildern gespart. Obwohl es ein Grafikadventure ist, wurden viele Räume ohne Illustration belassen. Das ist einerseits schade und andererseits zu verschmerzen, da die Spielumgebung für Atari-Verhältnisse jener Ära fast riesig ist und vermutlich trotzdem mehr zeichnerische Darstellungen beinhaltet als Teil 1 und 2. Darüber hinaus fiel mir ins Auge, dass der Stil der Hintergründe zwischen dunkel, bunt und tristem Grau wechselt. Diese farbliche Uneinigkeit verleiht dem Adventure schon einen künstlerischen Charme.

Unsere Freiheit mussten wir 2003 also nicht den Aliens opfern und das verdanken wir allein den fleißigen Atari-Freaks, die damals gebannt vor der "Zeitmaschine 3" gesessen haben. Komplexer im Storydesign und abenteuerlicher kommt der finale Part der Trilogie daher. Stefan Soelbrandt und Maik Weilert haben damit endgültig bewiesen, dass sie dem Zeitreise-Thema gewachsen sind. Einen zusätzlichen Pluspunkt verdient das Spiel für die verbesserte Atmosphäre und Grafikqualität.

Produzent: Antist
Jahr: 1990

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