Mittwoch, 7. August 2013

Kommerziell: Black Sect; Freeware: Black Sect-Remake

Black Sect by Lankhor; Black Sect-Remake by HandsFree

Nach Der Landsitz von Mortville beschäftige ich mich mit einem weiteren Werk der französischen Spieleschmiede Lankhor. Für dieses Adventure wurde inzwischen sogar ein Fan-Remake mit der Engine AGS realisiert, das sich nur geringfügig von seinem Vorbild unterscheidet, sich aber deutlich benutzerfreundlicher zeigt. Das folgende Review geht genauer auf die "Black Sect"-Neufassung ein.

Vor diesem Brunnen mit schwarzer Katze beginnt unser Abenteuer.
Das idyllisch wirkende Dorf Issegeac ist leider längst nicht mehr das, wonach es aussieht. Bereits seit 1016 treibt dort nämlich eine in schwarze Gewänder gehüllte Sekte ihr Unwesen. Damals verschwanden etliche Einwohner des malerischen Ortes spurlos. Glücklicherweise kam eines Tages ein begabter Magier daher, der den in der Region verbliebenen Menschen absolute Sicherheit versprach und ihnen ein schützendes Zauberbuch hinterließ, das seither streng bewacht wurde. Im Jahr 1993 wurde es zum ersten Mal gestohlen und nun liegt es an uns den Wälzer wieder in die Obhut des Volkes zu bringen. Unser Alter Ego stattet also Issegeac einen Besuch ab um in die Räume der sagenumwobenen Sekte einzudringen - ein gewagtes Unterfangen. Der Produzent des Remakes hat es sich zum Ziel gesetzt sämtliche Sackgassen aus dem Spiel zu entfernen und dazu auch das Echtzeit-System zu modernisieren. Somit verstreichen die Minuten und Stunden nicht bei jeder sinnlosen, sondern nur nach erforderlichen Aktionen. Das Original musste innerhalb von wenigen "Tagen" absolviert werden, da man ansonsten verloren hatte. In der AGS-Version hingegen wurde sich komplett von jeglicher Zeitbegrenzung verabschiedet. Zu allem Überfluss musste man in der Lankhor-Ära mit einer umständlichen Handhabung vorlieb nehmen, die mit einer schwer durchschaubaren Menge an Symbol-Befehlen verstörte. Zwar hat sich am Interface-Design kaum etwas verändert, doch die Steuerung wurde stark vereinfacht. Nun kann man mit einem simplem Rechtsklick zwischen lediglich zwei Interaktionsmöglichkeiten umherschalten. Als kleiner Bonus lockt HandsFree zudem mit einigen Zusatzpuzzles. Die Grafiken wurden scheinbar unverfälscht übernommen, was bei diesen bezaubernden, liebevollen Hintergründen ohnehin zu empfehlen gewesen wäre. Das von Lankhor gestaltete Isseageac ist eine Augenweide für den Spieler. Allerdings bleiben die Landschaften nicht allzu lange beschaulich, sondern wechseln mit der Tageszeit in andere Extreme. Der Himmel verdunkelt sich und wir bekommen ein düsteres Szenario geboten. Unregelmäßige, aber stets an die Situation angepasste Musikuntermalung sowie eine niemals verstummende Geräuschkulisse fügen sich darüber hinaus ideal in die Atmosphäre ein.

Auch spät am Abend wird es diesem Obdachlosen in den Dorfruinen nicht zu gruselig.

Die Rätsel sind knifflig und gut durchdacht. Wir interagieren mit Charakteren und suchen die Gegend nach Hilfsmitteln oder wertvollen Items ab. Häufig stoßen wir auch auf Schriftstücke, die meist verschlüsselte Hinweise auf Kombinationen preisgeben. Als störend empfand ich das gelegentliche Pixelhunting. Winzige Gegenstände sind oftmals zu gründlich im Bildschirm versteckt. Im Notfall lässt sich die Hint-Funktion konsultieren, die grobe Ratschläge liefert. Weiterhin sollte man sich vor Gefahren in Acht nehmen, weil manche Entscheidungen zum Tod führen. Diese Version schickt uns jedoch automatisch an die Stelle zurück, an der wir den verhängnisvollen Pfad eingeschlagen haben, sodass auf das Laden eines alten Spielstandes verzichtet werden kann.

In diesen ritterlichen Gemächern treibt die geheimnisvolle Sekte ihr Unwesen.
Der Abstecher in eine subtile, aber finstere Fantasywelt ist den Lankhor-Leuten gelungen, denn die Geschichte vermag zu fesseln und endet mit einer überraschenden Auflösung. Das AGS-Remake hält dem Original die Treue und versteht sich vor allem als technische Ausarbeitung - eine tolle Idee, zumal die Urfassung spielerisch noch sehr frustrierend war.

Download des Black Sect-Remakes

Produzent: Lankhor (Original), HandsFree (Remake)
Jahr: 1993 (Original), 2012 (Remake)

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