Sonntag, 10. November 2013

Freeware: Missing

Missing

Das 2006 veröffentlichte 1st person-Adventure "Missing" wurde auf Basis der Official Hamster Republic Role Playing Game Creation Engine (OHRRPGCE) realisiert. Als Vorbild für die Spielmechanik diente die Technik der bekannten ICOM-Klassiker.

Das Spiel beginnt im Privatgemach unseres Helden.
Als Melvin Young im Juni 1990 in einem englischen Gasthaus einkehrt, handelt es sich kaum um einen Erholungsurlaub. Seine Frau Ellen nämlich hat hier vor einer Weile ein Zimmer gemietet um ihre Ehekrise zu verarbeiten - den gemeinsamen Sohn nahm sie mit sich. Nach einigen Wochen verfiel der ehemalige Polizist jedoch zunehmend in Besorgnis, sodass er sich persönlich zu jenem unscheinbaren Hotel begab. Tatsächlich hat er die Situation nicht unterschätzt, denn von den beiden Familienmitgliedern fehlt dort jede Spur. Also lässt er seine beruflichen Qualitäten wieder aufleben und beginnt in dieser privaten Angelegenheit zu ermitteln. Schon bald wird Melvin mit äußerst merkwürdigen Zwischenfällen konfrontiert. Bei "Missing" wurde bewusst auf ein Intro verzichtet. Stattdessen starten wir unvermittelt im Quartier des Hauptcharakters, wo wir durch dessen emotionale Schilderungen in die Handlung eingeführt werden. Das erleichtert es uns eine Bindung zu unserem Alter Ego aufzubauen, dem wir von nun an bei seinen Recherchen behilflich sein dürfen. Somit erkunden wir die Räumlichkeiten und plaudern mit sämtlichen Menschen in unserer Gegenwart. Um zusätzliche Informationen können wir einen alten Polizeikollegen bitten, zu dem wir telefonischen Kontakt halten. Als spannend erwiesen sich besonders die nächtlichen Begebenheiten, die sich nicht immer von Alpträumen unterscheiden ließen. Durch Gewitter- und Soundeffekte ist es den Machern gelungen eine sensationelle Atmosphäre zu erzeugen - blutige und schaurige Momente bleiben nicht aus. Die liebevolle Präsentation hat mir in allen Belangen zugesagt, nicht zuletzt durch die exzellente Musik und Geräuschkulisse sowie die bezaubernden Hintergründe, die keine Details vermissen lassen und schlichtweg schön anzusehen sind.

In der Hotel-Lobby müssen wir Leute nach Hinweisen befragen.
Trotz des Gebrauchs einer RPG-Engine erwartet uns ein reines Adventure ohne Action-Elemente oder Gesundheitsleiste. Wir können nicht einmal sterben, sodass es sich sogar verzeihen lässt, dass wir mit nur einem Speicherstand ins Abenteuer geschickt werden. Um diesen mit Klick auf das Diskettensymbol zu sichern, müssen wir uns allerdings stets zuvor auf unser Zimmer begeben - wohl eine technische Maßnahme, die mit der Engine zusammenhängt. Die Navigation zwischen den Szenenbildern erfolgt durch die Orientierungsbox, welche die verfügbaren Richtungen anzeigt. Allein mittels dieser Pfeile ist ein Ortswechsel möglich, da man im Interaktionsfenster ausschließlich betrachten und benutzen kann. Das Inventar fungiert einzig als Überblick über die Items, die niemals direkt ausgewählt werden müssen. Besitzt man etwa den korrekten Schlüssel, so wird dieser an der entsprechenden Tür automatisch angewandt. Zudem sollte man sich hier keine harten Knobeleien erhoffen. An wenigen Stellen wird man zum Nachdenken angeregt, wobei die Lösungswege grundsätzlich recht offensichtlich sind. Daher lässt sich "Missing" durchaus als anfängerfreundlich einstufen.

Im Obergeschoss verbirgt sich so manches Geheimnis.
Es sollte nicht verschwiegen werden, dass "Missing" eher minimalistisch angelegt ist: Die Zahl der Personen ist winzig, das Setting ebenso überschaubar und die Spielzeit erstreckt sich auf lediglich drei Stunden. Aber genau darin erkenne ich die Stärke des Adventures: Den Produzenten ist es geglückt in einem derart kleinen Rahmen eine wundervolle Geschichte mit beachtlichem Gruselfaktor zu erzählen.

Website

Produzent: RPG Creations
Jahr: 2006

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