Sonntag, 26. Januar 2014

Kommerziell: Shannara

Shannara

Mit "Shannara" widmete sich Legend Entertainment der gleichnamigen Buchreihe des Fantasy-Autors Terry Brooks. Das Adventure erzählt jedoch eine eigenständige Geschichte, die zwischen den Romanen angesiedelt ist und diese somit ergänzen soll.

Wer anfangs mit Befehlen experimentiert, wird schon mal mit unfreiwillig komischen Sätzen konfrontiert.
Nach einem Streit mit seinem Vater begibt sich Jak Ohmsford zu seinem bevorzugten Angelplatz im Heimatort Shady Vale um seine Gedanken in Worte zu fassen. Zum Grübeln bleibt ihm allerdings nicht viel Zeit, denn plötzlich überschlagen sich die Ereignisse. Jak wird von einem Monster angegriffen und schließlich vom Druiden Allanon gerettet, der ihn über die nahende Gefahr in Kenntnis setzt. Das gesamte Land wird bereits von diesen böswilligen Geschöpfen terrorisiert, die im Auftrag des berüchtigten Dämonenlords Brona unterwegs sind. Letzterer wurde schon lange zuvor von Jaks Vater Shea im Kampf besiegt und laut Allanons Aussage ist nur ein Nachkomme des Shannara-Geschlechts dazu befähigt dieser Bestie die Stirn zu bieten. Um sich aber ernsthaft gegen seinen mächtigen Widersacher behaupten zu können, muss der angehende Held zunächst in den Besitz des legendären Shannara-Schwertes gelangen. Und damit beginnt eine abenteuerliche Reise durch sämtliche Königreiche, in denen Elfen, Zwerge oder Gnome unseren Pfad kreuzen. Im Vorfeld helfen wir zudem Jaks Sandkastenfreundin Shella aus der Klemme, die ihm von nun an als treueste Begleiterin zur Seite stehen wird.

Der Elf Davio unterstützt uns mit seinem Fachwissen bei der Suche nach den Elfensteinen.
Das Spiel ist in verschiedene Abschnitte unterteilt, die sich mit kurzen oder langen Wanderungen durch die Wildnis abwechseln. Innerhalb dieser Orientierungskarte steuern wir den Hauptcharakter und seine Gefährten aus der dritten Person durch die riesige Landschaft. Hier stoßen wir andauernd auf bedrohliche Kreaturen, die im Allgemeinen getrost ignoriert werden können. Wer trotzdem in eine ungewollte Kampfsituation gerät, der kann sich mit der Rückzug-Funktion verabschieden. Früher oder später müssen wir uns aber in unregelmäßigen Abständen der Konfrontation stellen und werden dabei meist von einem ganzen Rudel attackiert. Da sich uns jedoch zunehmend neue Freunde anschließen, die stets über spezielle Kompetenzen und Ausrüstung verfügen, müssen wir uns nicht vor Ungerechtigkeiten fürchten. Besagte Gefechte finden in bekannter Rollenspielmanier statt, sodass unser Sieg von der Auswahl korrekter Entscheidungen abhängig ist. Wichtig ist es unseren Gruppenmitgliedern taktisch kluge Befehle zu erteilen, damit die Gegner geschwächt und erledigt sind, bevor die Energie unserer Leute komplett aufgebraucht ist. Glücklicherweise dürfen wir nach jedem Misserfolg einen weiteren Versuch wagen, da die Produzenten einen Try Again-Button integriert haben. Die Kampfeinlagen sind grundsätzlich fair und stellen keine zu harte Herausforderung dar.

Hier liefern sich Telsek, Panamon, Jak, Shella und Davio einen harten Kampf mit blutrünstigen Monstern.
In den einzelnen Städten müssen überwiegend klassische Rätsel absolviert und umfangreiche Dialoge mit Nebencharakteren geführt werden. Das Interface bietet Zugriff auf die Inventare aller Begleiter und mit einem Klick auf das jeweilige Gesicht lässt sich eine Lagebesprechung einleiten, wodurch wir manchmal den einen oder anderen Hinweis erhalten. Außerdem ist es möglich seine Kameraden wie Items anzuwenden, indem man sie etwa einen schweren Stein heben lässt, weil Jaks Körperkraft dazu nicht ausreicht. Figuren oder Objekte im Szenenbild sowie in der Inventarleiste müssen zuerst aktiviert werden, damit eine sinnvolle Auswahl von Befehlen aufgelistet wird, die exakt auf den entsprechenden Gegenstand zugeschnitten sind. Es handelt sich also um ein höchst intelligent aufgebautes und ebenso praktisches Interface, das sich größtenteils der Technik des Legend-Vorgängers Death Gate bedient. Und auch in Punkto Präsentation wandelt "Shannara" eindeutig auf den Spuren des zuvor erschienenen Fantasy-Epos. Die märchenhaften und absolut bezaubenden 2D-Hintergründe wurden mit 3D-Animationen gepaart, wobei letztere vorwiegend in Filmsequenzen auftauchen. Zur perfekten Stimmung tragen zudem die Musikstücke bei, die sich ideal der Fantasy-Atmosphäre anpassen und mich von Anfang bis Ende fasziniert haben. Darüber hinaus lässt sich die Qualität der deutschen Synchronisation nicht verachten.

Haben wir einen Abschnitt unseres Abenteuers erfolgreich abgeschlossen, folgt ein weiteres Zwischenspiel auf der Orientierungskarte.
Einmal mehr erzählt uns Legend Entertainment eine fesselnde Geschichte, die zum Finale hin immer düsterer wird und uns mit interessanten Wendungen überrascht. Trotz gut ausgeprägter Actionelemente fokussierten sich die Macher auf relativ schwierige Rätselkost und starke Textlastigkeit, sodass die aufmerksame Lektüre informativer Bücher ebenso in unser Aufgabenspektrum fällt wie die fleißige Dialogführung. "Shannara" ist eines jener Spiele, die uns einfach schnell in ihren Bann ziehen.

Produzent: Legend Entertainment
Jahr: 1995

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