Donnerstag, 16. Januar 2014

Kommerziell: Star Trek: Borg

Star Trek: Borg

Dieser Blog braucht definitiv mehr Star Trek. Deshalb habe ich nun "Star Trek: Borg" ausgegraben. Aus technischer Sicht ist dieses Adventure ein Sorgenkind, denn bereits die Installation lässt sich nur unter Windows 95 ausführen. Mit einem im Internet kursierenden Patch gelangt man dann vielleicht sogar auf neueren Systemen in den Genuss des interaktiven Films.

Q (John de Lancie) macht uns ein Angebot, das wir nicht abschlagen können.
Auch nach 10 Jahren leidet Kadett Furlong noch an den Folgen der unglücklichen Begegnung zwischen der U.S.S. Righteous und den Borg. Jedes einzelne Crewmitglied des Föderationsraumschiffes musste damals sein Leben lassen, einschließlich Ralph Furlong, dem Vater unseres Helden. Doch genau heute wird sich dem jungen Furlong eine Gelegenheit eröffnen, die er niemals für möglich gehalten hätte: In seinem Quartier erscheint ein Eindringling, der sich als omnipotentes Wesen aus dem Q-Kontinuum vorstellt. Besagter Q unterbreitet ihm das verlockende Angebot in die Geschichte einzugreifen um seinen Erzeuger nachträglich vor der Misere zu bewahren. Falls wir uns dazu entschließen, reisen wir ohne Umschweife zurück zu jenem historischen Ereignis, der Schlacht von Wolf 359. Unter dem Kommando von Captain Andropov (Barry Lynch) übernimmt Q vorübergehend die Gestalt des Dr. Quint und verleiht uns die Tarnung des an Bord befindlichen Lt. Sprint. Der ältere Furlong (Jeff Allin) hat somit keine Ahnung, dass sein eigener Sohn stets präsent ist um ihn und seine Mannschaftskollegen vor der riesigen Katastrophe zu schützen.

Unsere Kollegen aus der Vergangenheit: Ensign Targus (Marnie McPhail) und Papa Furlong (Jeff Allin).
"Star Trek: Borg" ist, wie die Screenshots vermuten lassen, ein reines Interactive Movie im Stil traditioneller "The Next Generation"-Episoden. Es tauchen überwiegend unbekannte Charaktere auf, die von begabten Schauspielern verkörpert werden und in der Regel schon Gastauftritte in Star Trek-Serien absolviert haben. Die Prominenz wird letztlich durch John de Lancie repräsentiert, der in seiner Paraderolle als Q einmal mehr für Begeisterung sorgt. Als Trekkie weiß man natürlich, dass Qs Gegenwart nicht selten mit humorvoller Unterhaltung verbunden ist. Und den Produzenten von Simon & Schuster gelang es mit Bravour dieses Adventure ideal auf die Eigenheiten jener Figur zuzuschneiden, die im Streit mit dem nicht ganz zu Unrecht entnervten Captain Picard frühe Popularität erlangte. Im Prinzip haben wir bei "Star Trek: Borg" einen Film mit Interaktionspausen vor Augen, in denen wir rasche Entscheidungen treffen müssen. Mit dem Cursor in Form eines Borg-Kubus klicken wir also auf ein Objekt, das uns an Ort und Stelle weiterzuhelfen vermag. Häufiges Speichern lohnt sich alleine deswegen, weil uns bei falschen Entschlüssen ebenso zusätzliches Filmmaterial erwartet. Unsere Taten haben im Allgemeinen Auswirkungen auf die Geschichte, sodass im Extremfall das Raumschiff explodieren, unsere Kollegen sterben oder wir selbst von den Borg assimiliert werden können. Meist gibt uns Q die Chance unser Handeln zu überdenken und die Situation zu wiederholen, manchmal endet das Spiel dagegen mit einem Game Over. Mit der S-Taste kann man jederzeit Spielstände ablegen - und zwar mitten in der laufenden Cutscene, wobei man hier wohl ohnehin von einer einzigen Cutscene mit Interaktionsphasen sprechen muss. Gewöhnungsbedürftig war lediglich die Steuerung, da man sich ab und zu die Finger wund klicken musste um etwa den richtigen Knopf auf einem Phaser oder eine sich bewegende Person zu erwischen.

Hier stehen wir nicht nur vor einem waschechten Borg, sondern auch vor einer Entscheidung, die gut durchdacht werden sollte - aber nicht zu lange.
"Star Trek: Borg" ist ein herausragender Klassiker, der zumindest für Trekkies bedingungslos zu empfehlen ist. Mode, Technik und Ausstattung erinnern absolut an die längst vergangene TNG-Ära und auch die Spezialeffekte müssen sich vor dem TV-Vorbild nicht verstecken. John de Lancie erweist sich ohne Zweifel als ein großer Gewinn für dieses Projekt und ergänzt die dramatische Erzählstruktur um eine gesunde Portion Komik. Als besonders interessant empfand ich zudem die Erfahrung einmal eine Star Trek-Folge aus der Ego-Perspektive zu erleben. Echte Sternenflottenoffiziere beziehen uns in die Kommunikation mit ein und reichen uns persönlich die Hand - wenn da für Fans des Franchises nicht ein kleiner Traum in Erfüllung geht...

Produzent: Simon & Schuster
Jahr: 1996

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