Montag, 31. März 2014

Freeware: Flucht aus dem Altersheim

Flucht aus dem Altersheim

Der Name Rayman dürfte in der deutschen Fanadventureszene inzwischen recht geläufig sein. Im Jahr 2006 startete dieser seine Karriere als Autor verschiedener Episoden der Serie "Maniac Mansion Mania" und beteiligte sich als Grafiker an diversen Projekten. Bei "Flucht aus dem Altersheim" handelt es sich um sein erstes 1st person-Adventure. Rayman hat dieses Machwerk gemeinsam mit seiner Schwester produziert und als Beitrag zum Nachwuchswettbewerb Virtuelle Welten eingereicht. Als Betatester bin ich bereits vor der Veröffentlichung in den Genuss des Spiels gekommen, weshalb ich sehr kurzfristig nach dem Release meine Meinung verkünden kann.

Der Titelscreen scheint an Maniac Mansion und Day of the Tentacle angelehnt zu sein.
Um ihren Durst nach Abenteuern zu stillen, schlagen ein paar Freunde am späten Samstagabend ihre Zelte am Waldrand auf. Leider hat sich bislang kein Gruppenmitglied um das dringend benötigte Feuerholz gesorgt und nun mangelt es an freiwilligen Einsatzkräften. Die Wahl fällt schließlich auf den zwölfjährigen Ritchie, da dieser beim Stäbchenziehen als Verlierer ausgelost wurde. Somit begibt sich unser Held in tiefschwarzer Nacht auf eine riskante Mission und schon bald wird ihm ein ungünstig am Boden positionierter Ast zum Verhängnis. Als er aus seiner Ohnmacht erwacht, wird ihm seine missliche Lage bewusst: Ein leicht durchgeknallter Doktor hält ihn in einem scheinbar illegalen Altersheim gefangen. Für solche Stationen im Leben sieht Ritchie die Zeit jedoch noch nicht gekommen, sodass er alles in die Wege leitet um dieser Misere zu entrinnen. Tatsächlich ist "Flucht aus dem Altersheim" ein ziemlich unüblicher Vertreter des Ego-Adventure-Genres. Rayman verpflichtet sich ganz offensichtlich eher der Tradition klassicher 3rd person-Cartoonadventures, wie "Maniac Mansion", "Day of the Tentacle", "Sixth Sense Investigations" oder "Madhouse - Indian Spirit". Zwar wurden die grundsätzlich statischen Szenenbilder in einem schlichten Zeichenstil realisiert, aber besonders in das Charakterdesign wurde viel Liebe gesteckt. Die betagten Damen und Herren weisen enorme karikaturistische Merkmale auf und könnten kommerziellen Comicbüchern entsprungen sein. Zumindest hatten diese Figuren bereits eine erheiternde Wirkung auf mich, bevor ich mit ihnen gesprochen habe. Insgesamt zeichnet sich "Flucht aus dem Altersheim" durch einen tollen und häufig schwarzen Humor aus, worin sich auch dessen große Stärke offenbart. Der Unterhaltungswert ist allerdings etwas ausgeprägter als die spielerische Herausforderung, da wir im Verlauf des Abenteuers nur einige überaus einfache Inventarrätsel absolvieren müssen. Außerdem sind mir die lebhafte Geräuschkulisse sowie die passende Musikuntermalung positiv aufgefallen.

Mit ihrem strahlend weißen Lächeln erzeugt Oma Felicitas stets Neid und Missgunst.
In gewissen Punkten erinnert der skurrile Seniorenkäfig sogar an das Tollhaus der Edisons, wobei hier eindeutig die Komik im Vordergrund steht. Der Gruselfaktor bleibt aus und zudem sollte kein Tiefgang erwartet werden. Es bleibt ein relativ kurzer Spaß, der sich gezielt an Freunde von Cartoonadventures richtet, die sich gerne mit treffenden Gags belustigen lassen. 

Anmerkung: "Flucht aus dem Altersheim" wurde mit der kostenlosen Versiondes Adventure Makers entwickelt. Diese muss demnach unbedingt auf dem Rechner installiert sein, damit das Spiel gestartet werden kann.

Produzent: Ramón Wilhelm und Isabelle Wilhelm
Jahr: 2014

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