Montag, 19. Januar 2015

Exkurs: 5jähriges Blogbestehen!

5jähriges Blogbestehen!

Heute vor genau 5 Jahren, nämlich am 19. Januar 2010, wurde dieser Blog mit der Absicht gegründet, dem Genre des 1st person-Adventures eine eigene Plattform zu schenken. Ich habe das anfangs bereits mit absoluter Hingabe betrieben, sodass noch am selben Tag drei Reviews entstanden: Dreamstate 1+2, Das Haus der Toten und Mission Supernova. Letzteres verweilt übrigens konkurrenzlos an oberster Stelle der User-Alltime-Hitliste, da es die meisten Aufrufe erzielte (ein Zusammenhang zu meiner ehemaligen Fanpage ist nicht auszuschließen!). Mit 12 Beiträgen (11 Reviews!) ist der Januar 2010 weiterhin der Monat mit der höchsten Anzahl an Postings. Nach wie vor bin ich bemüht, den Blog monatlich mit frischen Inhalten zu füllen. Das Genre selbst hat in diesen Jahren eine neue Blütezeit erfahren - nicht zuletzt durch die weit verbreitete Nutzung der Unreal-, oder Unity-Engine (kurz U&U!). Heute soll dieses Jubiläum jedenfalls gewürdigt werden! Ich weise hiermit auf den digitalen Champagner im Kommentarbereich hin und werde nachfolgend einige "welt"-bewegende Fakten niederschreiben.

Dreamstate 1 und 2: Mit einem Bericht zu diesem Freewarespiel habe ich am 19.1.2010 meine Arbeit begonnen.
Zahlen und Genres
Wer sich nicht nur in Myst-Welten, sondern ebenso in meiner "Welt" orientieren möchte, der wird hoffentlich nicht die neueste "Welt"-App benötigen, sondern lediglich die Tag-Cloud, welche sämtliche Genretypen beinhaltet. Stammleser wissen, dass ich meine Beiträge stets in drei Oberkategorien unterteile: Kommerziell (ganz vorne mit 121 Postings), Freeware (62 Postings) und Werbespiel (immerhin schon 20 Postings). Zur Abwechslung dienen jährliche Exkurs-Beiträge (ab sofort 4 Postings), die sich mit Spezialthemen befassen. Die eigentlichen "Genres" sollten natürlich nicht unerwähnt bleiben. Zwar versuche ich, grundsätzlich alles abzudecken, doch lässt sich mein Faible für zwei bestimmte Gattungen kaum ignorieren. So kämpft die Science Fiction (46 Postings) mit dem Horror (45 Postings) um die Vormachtstellung. Auf Platz 3 hat es sich hingegen das spannende Kriminaladventure (41 Postings) gemütlich gemacht. Insbesondere häuften sich die Reviews zu Werken des Massenproduzenten Sierra sowie des Independent-Künstlers Jonas Kyratzes. Man bemerke, dass sich diese Daten im Lauf der Monate ändern werden und sie nur den momentanen Strand widerspiegeln.

Die unvergleichbaren Adventures von Jonas Kyratzes genießen meine ganze Aufmerksamkeit. (The Museum of Broken Memories)
Spätankömmlinge: Text, Werbung und Exploration
In den Anfängen wurde eher das traditionelle Ego-Adventure (Shivers) sowie das Freeware-Feld abgedeckt (hierbei sind besonders die Adventure Maker-Spiele von Bedeutung!). Nicht allzu spät - im September 2010, folgten erste Postings aus der Rubrik des inzwischen ausgestorbenen Werbeadventures, mit dem ich in frühester Jugend Tage und Nächte zubringen durfte. Nach der Neugründung von Anchantias Werbespielarchiv war ich motiviert, parallel zu den Aktivitäten des Kollegen entsprechende Reviews zu verfassen. Erst Ende 2011 fand das Text- und Parser-Adventure Eingang in den Blog. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich mich kaum mit dem Großvater des heutigen 1st person-Adventures beschäftigt, sodass dringender Nachholbedarf bestand. Neben Fahrenheit 451 und Das Stundenglas widmete ich mich vorrangig den fantastischen Legend Entertainment-Klassikern (Eric The Unready). 2012 folgte das moderne Explorationgame, das längst den Independence-Sektor unsicher macht und die Autoren gameplaylastiger Spiele vielleicht sogar ein wenig verärgert. Ob Dear Esther oder The Stanley Parable, ich habe Gefallen an diesem Genre gefunden und erkannt, dass es ebenso einen Platz in der "Welt" verdient.

The Stanley Parable ist Exploration in Perfektion: Niveauvolle Unterhaltung ohne Rätseldesign.
Die "Welt" aus dem Gurkenglas
Wenn ich für meinen Blog einen Verriss schreibe, ist das die einmalige Gegelenheit, mich wieder einmal richtig auszutoben. Und das Genre bietet schließlich nicht nur "hochintellektuelle Materie", wie die Myst-Reihe, sondern zudem ganz exquisite Prachtstücke aus dem Gurkenglas. Wer sich über fünf Jahre mit der Gattung beschäftigt hat, entwickelt allmählich ein Gefühl dafür. Ganz oben auf meiner Gurken-Einkaufsliste standen übrigens Mystic House und Yucatan. Diese ehemals bei einem populären Discounter erhältlichen Machwerke haben mich tatsächlich fasziniert. Wie etwa bei Die schlechtesten Filme aller Zeiten handelt es sich unverkennbar um Low-Budget-Produktionen, bei denen ein einziger Full Motion Video-Hauptdarsteller mal schnell den alten Kleiderschrank auf dem Dachboden geplündert hat. Mit gespenstischem Bettlaken und gruseliger Plastikschlange wurden dann die wohl schlechtesten Cutscenes aller Zeiten gedreht. Kein Fall für den Sender Tele 5, aber zumindest doch für meinen Blog. Ich hoffe, dass mir in meinem Leben noch einige (Edel-)Gurken unterkommen werden.

Doch das Genre bietet auch Trash in Perfektion: Wer Kamingeist Alfi in Mystic House begegnet ist, der wird dem Job des Laienschauspielers eine ganz neue Bedeutung beimessen.
"Welt"-Statistiken
Nur ich alleine habe Zugriff auf die Statistiken der "Welt". Bei Gelegenheit gucke ich gerne einmal hinein und manchmal sorgt dieser Einblick sogar für Erheiterung. So führte das Stichwort "Frauenverführende Dämonen" einen User mit vermutlich äußerst interessanten Vorlieben nicht etwa zu einem dafür vorgesehenen Diskussionsforum, sondern vielmehr zu meinem Klassik-Review Faust – Die sieben Spiegel der Seele. ;-) Zumindest für meine Wenigkeit ist es darüber hinaus sehr spannend, die Seitenaufrufe zu beobachten. Der Alltime-Favorite "Mission Supernova" wurde bereits genannt. Auf Platz 2 steht hingegen Das Geheimnis der Burg, ein Lernadventure für jüngere Spieler - auch eine kleine Überraschung. Als Obergurke aus dem Werbespielbereich erlangte das Telekommando (Platz 3) "Welt"-weite Bekanntheit. (Vielleicht liegt es schlichtweg daran, dass der Bericht recht unterhaltsam zu lesen war. ;-) ) Mit Free Spirit und Dear Esther (langsam wird es echt anstrengend, Links einzufügen!) nimmt die Top 5 langsam Gestalt an. Ein Werbeadventure sowie ein Independence-Meilenstein - aber insgesamt ist es schwierig einzuschätzen, warum es ausgerechnet diese Titel auf das Siegerpodest geschafft haben.

Simple Grafik, aber Weltraumspannung ohne Ende: Mission Supernova war wohl eines DER Shareware-Adventures aus den 90ern. Heute ist es Freeware.
Gastbeiträge
Und dann waren da noch drei Gastbeiträge: Schon im Premiere-Monat konnte ich auf Problem zählen, der einen Artikel zur Agon-Trilogie einreichte. Problem erwies sich als Wiederholungstäter und auch JPS verewigte sich in der "Welt" mit einer ausführlichen Kritik. Myst und Riven - zwei Spiele, die mich hier besonders erfreut haben, da sie das Genre meines Blogs repräsentieren, wie kaum ein anderer Titel. Dennoch: Mein dunkles Geheimnis habe ich bereits gelüftet. Ich persönliche finde nur schwer Zugang zur Myst-Saga sowie zu Hardcore-Myst-Klonen. Deshalb ist Unterstützung von fremder Hand manchmal unverzichtbar.

Myst wurde zum Schrecken und Klischeebegriff des 1st person-Adventure-Genres, doch stehen auch Millionen oder Milliarden treuer Fans hinter diesem Erfolg.

Zum Abschluss wünsche ich allen Lesern ein erfolgreiches, harmonisches und wunderschönes Jahr 2015 und danke euch, dass ihr diesen Blog all die Zeit über oder vielleicht erst seit kurzem in Augenschein genommen habt!