Sonntag, 16. August 2015

Kommerziell: The Music Machine

Allgemeine Grundlagen: Was ist "The Music Machine"?
Genre: Exploration, Interactive Storytelling
Technische Grundlage: Moderne 3D-Umgebung mit 360 Grad-Bewegungsfreiheit
Urheber: David Szymanski (The Moon Sliver)
Sprache: Englisch
Jahr: 2015
Download: Steam --- itch.io
Warum so besorgt um Haley, Quintin?

Story und Schauplatz
Haley ist 13 Jahre alt und von dem Geist eines älteren Mannes namens Quintin besessen. Dieser möchte das junge Mädchen töten, wie er schon zu Anfang gesteht. Zwischen den beiden Protagonisten besteht also ein äußerst bizarres und fragwürdiges Verhältnis, das dem Spieler durch eingeblendete Dialogzeilen nahegebracht wird. Tatsächlich bilden diese Konversationen in meinen Augen das Herzstück der Erzählung. Mit Humor und Tiefgang bieten sie uns einen überzeugenden Einblick in die Psyche dieser zentralen Charaktere. Als Schauplatz der Geschichte fungiert wieder einmal eine geheimnisvolle Insel, die wir in üblicher Exploration-Manier erforschen dürfen.

Diese schier endlose Straße ist mit gespenstischen Hochhäusern gesäumt.

Puzzles und Gameplay
Sofern wir uns nicht verirren, werden wir schon bald auf die titelgebende Music Machine stoßen, welche uns den Weg in andere Dimensionen ebnet. Innerhalb einer Spielzeit von maximal zwei Stunden werden wir also mehrere winzige Level durchforsten, in denen nur wenige Aufgaben zu erledigen sind. Stattdessen treiben diese kleinen Etappen die Handlung voran, welche zudem mit zwei verschiedenen Endsequenzen aufwartet. Das Gameplay mag zwar vorrangig in der Erkundung sowie im Lesen der Dialoge bestehen, doch wird für einige Abwechslung gesorgt. Vordergründig gilt es Codes zu sammeln, mit denen wir die Music Machine  umprogrammieren können, um Zugang zu neuen Leveln zu erhalten. In einem finalen Showdown müssen wir sogar Schnelligkeit beweisen und dämonische Gegner aus dem Weg räumen. Dieser Part ist jedoch einfach zu bewältigen und rasch überstanden.

Ein Schlüsselmoment in der Geschichte - gleich wird ein umfangreicher Dialog erfolgen.

Musik, Grafik, Atmosphäre
Grafisches Erkennungsmerkmal des Explorationgames ist die gewollt minimalistische Darstellung sämtlicher Räume und Außenbereiche. Besonders bei der Kolorierung wollte der Autor auf jegliche Details verzichten. So kommt es, dass wir durch eine schwarz-orangene Umgebung spazieren, wobei die bunten Einfärbungen in späteren Abschnitten variieren. Allerdings wurde auch die Sprachausgabe ausgespart. Eine beachtliche Atmosphäre entsteht durch die außerordentlich lebhafte Geräuschkulisse sowie durch subtile, stimmungsvolle Musikeinlagen.

In diesem Wald müssen wir uns vor saurem Regen schützen.

Fazit
"The Music Machine" entpuppt sich als ein psychologisches Horrorerlebnis, das in allen Belangen unverbraucht scheint und sich positiv von der Menge der Independent Games abhebt. In meinen Augen zählt es zu den interessantesten 1st person-"Adventures" des bisherigen Jahres. Dementsprechend steigt auch die Spannung in Bezug auf Szymanskis nächstes Werk, "A Wolf in Autumn".

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