Samstag, 17. Oktober 2015

Freeware: Fingerbones

Allgemeine Grundlagen: Was ist "Fingerbones"?
Genre: Klassisches Adventure, Interactive Storytelling
Vergleichbare Spiele: The Music Machine
Technische Grundlage: Moderne 3D-Umgebung mit 360 Grad-Bewegungsfreiheit
Urheber: David Szymanski
Sprache: Englisch
Jahr: 2014
Download: Steam --- Gamejolt

Die zugenagelten Fenster schotten uns vollends von der Außenwelt ab.

Story und Schauplatz

Manchen Spielen raubt man den Geist, indem man ihre Handlung vorwegnimmt. Dazu zählt zweifellos David Szymanskis Debütwerk "Fingerbones". Dort finden wir uns in einem verlassenen Gebäude wieder, dessen verborgenste Ecken wir fortan erforschen dürfen. Es handelt sich also um einen jener Schauplätze, welche leidenschaftliche Urban Explorer anziehen und natürlich ebenso gerne als Szenario schauriger Horrorgeschichten beansprucht werden. Immerhin ist solchen Bauwerken stets gemeinsam, dass sie über die Geheimnisse der Vergangenheit wachen. In dieser vermeintlichen Lagerhalle, die wir im vorliegenden Adventure tüchtig nach Fragmenten des Geschehenen durchsuchen müssen, werden wir letztlich auf besonders düstere Fakten stoßen.

Die erste Notiz wird gelesen und lässt uns zunächst ratlos zurück.

Puzzles und Gameplay

Zumindest in Punkto Rätseldesign verweilt "Fingerbones" nicht im Schatten seiner Nachfolger. Hier muss wesentlich mehr mitgedacht werden, sodass es sich nicht wirklich als Explorationgame einordnen lässt. Allerdings erhalten wir niemals Zugriff auf unser Inventar und es müssen auch keine Gegenstände kombiniert werden. Die meiste Zeit über lesen wir Tagebucheinträge, die in Form einzelner Zettel auf Tischen oder Kisten verstreut liegen. Darüber hinaus müssen wir jedoch aufmerksam bleiben und dieser Lektüre wichtige Stichpunkte entnehmen. So ermitteln wir nämlich verschiedene Passwörter, welche schließlich in eine Maschine eingetippt werden müssen. Dadurch werden nach und nach Türen oder Bodenluken entriegelt, wodurch wir folglich Fortschritte erzielen.


Dieses Passwort klingt zwar gut, ist aber leider falsch.

Musik, Grafik, Atmosphäre

Im Gegensatz zu den jüngeren Spielen, die den Namen David Szymanskis tragen, mangelt es der Welt von "Fingerbones" an den originellen grafischen Stilmitteln, die durch "The Music Machine" einen weiteren Höhepunkt erreicht haben. Auf den ersten Blick hebt es sich kaum von anderen Horroradventures ab - und ich muss vermutlich nicht jedes Mal aufs Neue erwähnen, dass diese momentan auf dem Fließband produziert werden - alleine der Einfluss dieses Genres auf meinen Blog kann das eindeutig belegen. Allgemein wirkt die 3D-Grafik nicht sonderlich zeitgemäß. Die Grundstimmung täuscht jedoch schnell über die antiquierte Optik hinweg, sodass uns das Schnaufen und Weinen eines sehr jungen Kindes etwa gelegentlich komplett aus der Fassung bringt. Die Dunkelheit bestreiten wir in erster Linie durch den Einsatz einer Taschenlampe. Und je tiefer wir in den Keller vordringen, desto gruseliger erscheint uns diese alte Baracke.


Welche Geheimnisse erwarten uns in den unterirdischen Gängen des Gebäudes?

Fazit

"Fingerbones" ist nicht weniger als der perfekte Horrortitel dieser Tage. Langsam entfaltet sich vor den Augen des Spielers eine schockierende Hintergrundgeschichte, die von einer großartigen Erzählweise begleitet wird und atmosphärisch gleichermaßen überzeugen kann. Ich freue mich, dass nun auch dieser Erstling die Steam-Aufnahmeprüfung bestanden hat, zumal die Spiele von David Szymanski letztlich doch eine Einheit bilden, die sich niemals auseinanderreißen lässt. So wird sich "A Wolf in Autumn", das nunmehr vierte Projekt aus dem Szymanski-Repertoire, ebenso erwartungsgemäß in diese interaktive "Werkausgabe" einfügen. Als Betatester kann ich das bereits bestätigen.

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