Samstag, 24. Dezember 2016

Freeware: Dead Synchronicity - The Longest Night

Allgemeine Grundlagen: Was ist "Dead Synchronicity - The Longest Night"?
Genre: Klassisches Adventure
Vergleichbare Spiele: Fahrenheit 451, Price of Peril
Technische Grundlage: Textadventure
Urheber: Fictiorama Studios
Sprache: Deutsch, Englisch, Spanisch, Russisch
Jahr: 2015
Download: Fictiorama Studios --- Adventure-Treff --- ifwizz

Erstmals dürfen wir "Dead Synchronicity" als Textadventure erleben.

Story und Schauplatz
Als Michael aus einem merkwürdigen Traum erwacht, überschlagen sich die Ereignisse: Zwar hat das Flugzeug die Landebahn erreicht, doch das Innere der Maschine ähnelt einem Kriegsschauplatz. Die Luft ist vom Geruch des Todes durchtränkt, das Verderben scheint allgegenwärtig. Binnen weniger Minuten gelingt es dem verängstigten Protagonisten, dieser Leichenhalle zu entfliehen - geradewegs in die Arme empathieloser Zeitgenossen, die vom Militär gesandt wurden. Seine Aufmerksamkeit gilt nun aber vorrangig jenem gigantischen Riss, der sich quer über das Firmament erstreckt. Ist dieses bislang unbekannte Naturphänomen womöglich der Vorbote einer neuen Ära?


Unmittelbar nach unserem Einstieg in die Handlung finden wir uns in einem Traumgeschehen wieder.

Puzzles und Gameplay
Als klassisches Textadventure lässt sich "The Longest Night" ausnahmslos durch die Eingabe von Worten steuern. Der nicht allzu intelligente Parser entpuppt sich leider rasch als frustrierende Angelegenheit und erschwert uns den Einstieg in die Geschichte ungemein. Um etwa die Etage zu wechseln, kann man die Befehle "hoch" bzw. "oben" und "runter" bzw. "unten" verwenden, wohingegen "hinauf" oder "herunter" nicht verstanden wird. Das Hilfe-Menü informiert uns allerdings über sinnvolle Verben bzw. Abkürzungen, die unseren Fortschritt beschleunigen. Auch das Speichern des Spielstandes ist jederzeit möglich. In erster Linie gilt die Grundregel eines jeden Textadventures: So ist die aufmerksame Lektüre der Bildschirmtexte erforderlich, um über das Geschehen sowie verborgene Items oder Ausgänge aufgeklärt zu werden. Hat man sich diese Tradition verinnerlicht, werden kaum weitere Hürden zu bewältigen sein. Selten müssen wir unsere grauen Zellen ernsthaft bemühen und wenn es doch einmal notwendig sein dürfte, sollte die Lösung nach einigen Minuten gefunden sein. Die Anzahl der begehbaren Areale ist - im ersten wie im zweiten Abschnitt - ohnehin arg beschränkt.


Das Vermitteln von Wohlfühlsituationen zählt wohl nicht zu den Stärken der Entwickler.


Musik, Grafik, Atmosphäre
Die düstere Farbgebung der Szenenbilder fügt sich wundervoll in das postapokalyptische (oder beinahe postapokalyptische) Szenario ein. Dass die von Pixeln dominierten Hintergründe trotzdem recht modern wirken, ist nicht zuletzt dem hohen Detailreichtum zu verdanken. Gelegentlich wurden auch subtile Effekte integriert, sodass etwa das Flackern des Lichtes zur Belebung mancher Schauplätze beiträgt. Somit vermittelt der Grafikstil eine besonders finstere Atmosphäre, die selten von Geräuschen, aber niemals von Musik begleitet wird. Einzig die dramatische Titelmelodie, die das Thema mit antiquierten Klängen bereichert, bildet den Soundtrack von "The longest Night".


Der eigentliche Alptraum scheint sich jedoch im Wachleben zu ereignen.

Tomorrow comes today
Wie der Titel vermuten lässt, fungiert "The Longest Night" als Prolog des zuvor erschienenen 3rd person-Adventures "Dead Synchronicity: Tomorrow comes today". Der Zweck hinter dem Textadventure-Bonus dürfte von manchem Spieler angezweifelt werden. Es werden nämlich bloß bereits bekannte Aspekte der Vorgeschichte aufgegriffen, welche uns im Verlauf der kommerziellen Episode schon durch Rückblenden erzählt wurden. So erfahren wir lediglich, dass Michael zum Zeitpunkt der Katastrophe in einem Flugzeug saß. Ob man "The Longest Night" oder "Tomorrow comes today" zuerst genießen möchte, dürfte also vom Geschmack des Spielers abhängen - von Spoilern kann zumindest kaum die Rede sein.


Dieser Riss am Himmel übt allerdings eine besonders beunruhigende Wirkung auf unseren Protagonisten aus.

Fazit
"The longest Night" dient wohl in erster Linie der Einstimmung auf eine großartige Dystopie, die hierzulande durch den populären Adventure-Publisher Daedalic vermarktet wird. Zwar zeugt die kleine nostalgische Werbemaßnahme von technischen Schwächen und äußerster Rätselarmut, vermag jedoch mit erzählerischen Mitteln zu überzeugen.

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