Samstag, 7. Januar 2017

Freeware: Lifecycle

Allgemeine Grundlagen: Was ist "Lifecycle"?
Genre: Exploration, Interactive Storytelling
Vergleichbare Spiele: Prominence, ASA - A Space Adventure
Technische Grundlage: Moderne 3D-Umgebung mit 360 Grad-Bewegungsfreiheit
Urheber: DavidMcNamara
Sprache: Englisch
Jahr: 2016
Download: Gamejolt

Hier beginnt die Reise unseres Weltraumtouristen.

Story und Schauplatz

Es ist der vielleicht größte Traum eines jeden Astronauten, die Entwicklung eines Planeten persönlich beobachten zu können und dessen Lebenszyklus über Generationen hinweg zu überwachen. Dem Spieler von "Lifecyle" ist dieses faszinierende Erlebnis vergönnt. In der Rolle eines Weltraumtouristen wird dieser in einzelnen, überaus friedlichen Etappen die Wesenszüge einer fremden Kultur erlernen und dabei beeindruckende Erkenntnisse erlangen. All dies geschieht jedoch in einer atemberaubenden Geschwindigkeit: Innerhalb von 15-20 Minuten dürfte wohl jedes große Geheimnis besagter Zivilisation ergründet sein.


Um dieses Gerüst zu erklimmen, sollte man schon einigermaßen schwindelfrei sein.

Puzzles und Gameplay
Lediglich vier Ebenen müssen bewältigt werden, um das Finale zu erreichen. Obgleich die Einleitungssequenz schnell überstanden ist, haben die nachfolgenden Schauplätze in Umfang und Komplexität doch etwas mehr zu bieten. Dennoch verweilen wir niemals allzu lange an einem Aufenthaltsort, was besonders den simplen Aufgaben geschuldet ist. Das Gameplay besteht nämlich einzig darin, eine Keycard aufzuspüren, die jeweils am entferntesten Punkt eines Levels ihren neuen Besitzer erwartet. Dieses elektronische Fundstück leistet uns dann wertvolle Dienste, indem es die Tür zur nächsten Stufe öffnet. Um diese kaum umständlichen Fußmärsche zu meistern, müssen wir (wollte ich das überhaupt noch erwähnen?) auf die Tastenkombination WASD zurückgreifen.


Diese Schlüsselkarte ebnet uns den Weg zur nächsten Stufe.

Musik, Grafik, Atmosphäre

Die optischen Eindrücke, die uns von diesem Planeten vermittelt werden, können Anhängern des Science Fiction-Genres durchaus imponieren. Anschaulich wird uns der zunehmende Zerfall dieser unbekannten Welt vor Augen geführt. Kommentiert wird das Gesehene durch die mechanisch klingende Stimme eines Reisebegleiters, welcher mit dem Gehirn des Protagonisten vernetzt wurde. Obwohl es sich um eine deutsche Produktion handelt, wurde bislang nur eine englische Sprachausgabe realisiert. Zudem können keine Untertitel eingeblendet werden, weshalb wir uns den eher spärlich eingeworfenen Informationen aufmerksam widmen sollten. Darüber hinaus kommt jeder Abschnitt mit einem individuellen Musikstück daher. Mit ebenso geheimnisvollen wie futuristischen Klängen werden die einzelnen Variationen dem Weltraum-Thema gerecht.


Die Fassaden dieser Welt beginnen zu bröckeln.
Fazit
Rasch entpuppt sich "Lifecycle" als Geheimtipp für Science Fiction-Freunde. Die arg beschleunigte Erzählweise lässt sich aufgrund der beachtlichen Präsentation gut verschmerzen. Zudem hat der Autor ein dramaturgisch ausgewogenes Spannungsverhältnis geschaffen, das für die Belange ansprechender Explorationgames unabdingbar ist. So erfolgte die Umsetzung zwar in minimalistischer Machart, woran dieses geistreiche Erlebnis aber wenig Schaden nimmt.