Samstag, 16. September 2017

C64-Klassiker: Robox

Allgemeine Grundlagen: Was ist "Robox"?
Genre: Klassisches Adventure
Vergleichbare Spiele: Der verlassene Planet, Frederik Pohl's Gateway
Technische Grundlage: Textadventure
Urheber: Laro Schatzer und Marc Pilloud
Sprache: Deutsch
Jahr: 1986
Informationen: C64-Wiki


Man bemerke die eigensinnige Farbgebung der Küchenschränke.

Story und Schauplatz
Der gewöhnliche Erdenbürger des Jahres 2036 träumt mitunter davon, eines Tages zu den Sternen zu reisen, wird jedoch stets von der Realität eingeholt. Ein größeres Glück scheint hingegen unserem Titelhelden beschieden zu sein. Dieser kann beim sonntäglichen Fernsehquiz den allseits begehrten Hauptpreis ergattern, welcher ihn binnen kurzem auf einen paradiesischen Urlaubsplaneten entführen soll. Unterwegs wird er aber bald erkennen, dass ihm eine wesentlich bedeutsamere Rolle zugedacht war, als die eines nichtsnutzigen Weltraumtouristen. So liegt es nämlich in seiner Hand, sämtliches Leben im Universum vor den Roboter-Armeen des tyrannischen Herrschers Robox zu bewahren, jenem halbmenschlichen, seelenlosen Cyborg-Wesen, der jedes biologische Individuum mit Verachtung straft. Bevor dieser alles Organische ausrotten kann, muss unser ehemals gewöhnlicher Erdenbürger zur fernab gelegenen Zentrale des verbitterten Feindes vordringen und dessen diabolischen Plan vereiteln.

Die Mannschaftsquartiere versprechen einen erholsamen Schlaf, doch an Entspannung ist fortan nicht zu denken.

Puzzles und Gameplay
"Robox" wird über einen recht intelligenten Parser gesteuert, der keineswegs mit Komfort geizt. So ist etwa der Befehl "NIMM ALLES" anzuwenden, um eine Vielzahl jüngst vorgefundener Items mühelos unserem Inventar zuzufügen. Geknobelt wird bei "Robox" auf hohem Niveau, sodass sich erfahrene Spieler nicht so leicht unterfordert fühlen dürften. Außerdem appellieren die Produzenten an unseren Überlebensinstinkt, denn das drohende Unheil ist allgegenwärtig. Der Tod lauert hinter jeder Ecke, weshalb wir häufig abspeichern sollten. Im Verlauf unserer spannenden Odyssee treffen wir zudem auf den liebenswürdigen Blechkasten Robbi, der äußerlich stark an R2D2 erinnert. Unserem treuen Begleiter können wir bei Bedarf, sofern dieser in unserer Nähe verweilt, wertvolle Ratschläge entlocken ("FRAG ROBBI"). Damit wurde sogar eine großzügige Hilfefunktion integriert. Insgesamt erstreckt sich das Abenteuer auf vier umfassende, aber äußerst kurzweilige Kapitel.

Mit dem "Schatten" sollten wir uns besser nicht anlegen.

Musik, Grafik, Atmosphäre
Mit unzähligen, stets detailverliebten Szenenbildern haben die Autoren ein überaus fantasievolles Spieluniversum geschaffen, das mit höchst unterschiedlichen Schauplätzen und manch exotischen Kreaturen aufwartet. Auch in der Gestaltung jener Geschöpfe sowie im menschlichen Charakter-Design zeigt sich die hohe Qualität dieser Zeichnungen, denen eine gut sortierte Farbpalette zugrunde lag. Auf musikalische Ergüsse, die zusätzliche Stimmung vermitteln, hoffen wir allerdings vergeblich. Sobald das von "Kampfstern Galactica" abgekupferte Titelstück verstummt, hüllt sich unser Lautsprecher in konsequentes Schweigen.

Man kann es ja mal versuchen.

Fazit
Hinter "Robox" verbirgt sich ein umfangreicher wie anspruchsvoller Science Fiction-Titel, der kaum nennenswerte Schwächen aufweist und die Standards eines ausgefeilten Textadventures wunderbar erfüllt.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen